Neue Maßstäbe für die Absicherung von Baustellencontainern

Die Absicherung von Lager- und Baustellencontainern rückt angesichts steigender Einbruchzahlen zunehmend in den Fokus von Bauunternehmen, Logistikdienstleistern und gewerblichen Betreibern. Allein im Jahr 2023 wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik in Deutschland rund 26.000 Diebstähle im Baubereich registriert, das dokumentierte Schadensvolumen belief sich auf über 90 Millionen Euro.
Vor diesem Hintergrund gewinnt das Containerschloss als sicherheitstechnische Komponente erheblich an Bedeutung. Mit dem System „Athene“ stellt die Kronsguard GmbH nach eigenen Angaben das erste vollständig nach der aktuellen VdS-Richtlinie 3503 (Ausgabe 2023) geprüfte Containerschließsystem vor.
Wachsende Anforderungen an die Sicherungstechnik
Einbruchserien in Bau- und Lagercontainer führen regelmäßig zu erheblichen materiellen Schäden. Neben dem Verlust hochwertiger Werkzeuge, Baumaschinen, Reifen oder E-Bikes sind Projektverzögerungen, Produktionsausfälle und zusätzlicher administrativer Aufwand typische Folgen. In der Praxis zeigt sich, dass Täter häufig mit vergleichsweise einfachen Werkzeugen agieren und konstruktive Schwachstellen konventioneller Verriegelungen ausnutzen. Herkömmliche Systeme lassen sich verschieben, aufhebeln oder durchtrennen; teilweise genügt das Absägen der Türstangen, um Zugang zu erhalten.
Parallel dazu haben zahlreiche Versicherer ihre Anforderungen an die Sicherung von Containern verschärft. Fehlende oder nicht normkonforme Schließsysteme können im Schadensfall zu Leistungskürzungen oder zur vollständigen Ablehnung der Regulierung führen. Der technische Nachweis einer normgerechten Sicherung gewinnt damit nicht nur aus sicherheitstechnischer, sondern auch aus versicherungsrechtlicher Perspektive an Relevanz. „Der Schutzbedarf ist drastisch gestiegen, doch die herkömmlichen Lösungen reichen nicht mehr aus“, so Stefanie Sell, Vertriebsleiterin bei Kronsguard.

Containerschloss nach VdS 3503:2023-10 als Systemprüfung
Mit der Überarbeitung der VdS-Richtlinie 3503 im Jahr 2023 reagierte die Branche auf Schadenserfahrungen aus der Praxis. Zuvor geprüfte Schlösser hatten sich unter realen Bedingungen teilweise als unzureichend widerstandsfähig erwiesen. Zu den Impulsgebern für die Aktualisierung gehörte unter anderem die R+V Allgemeine Versicherung AG, die entsprechende Erkenntnisse aus Schadensfällen einbrachte.
Das Containerschloss Athene wurde nicht als Einzelkomponente, sondern als vollständiges System geprüft. Es umfasst die eigentliche Verriegelungseinheit sowie das speziell entwickelte Hang-/Bügelschloss PL-700. Erst die Kombination beider Elemente erfüllt die Anforderungen der Systemanerkennung gemäß VdS 3503:2023-10.
Die Konstruktion basiert auf massivem, gehärtetem Stahl. Eine Doppelgabel-Technik fixiert die Verriegelung an den Türstangen des Containers. Selbst bei einem Absägen der Stangen ober- oder unterhalb der Verriegelung verbleibt das System formschlüssig am Container; ein Verschieben in den geschwächten Bereich mit anschließendem Entfernen ist konstruktiv ausgeschlossen. Ziel dieser Bauweise ist es, typische Angriffsszenarien – insbesondere Hebel- und Trennangriffe – wirksam zu erschweren.
Durch die bestandene Systemprüfung wird zugleich die Grundlage für die Versicherbarkeit geschaffen. Udo Wolf von Risk Engineering der R+V Versicherung bestätigt: „Ohne ein VdS-zertifiziertes Containerschloss ist eine Absicherung der Inhalte bei vielen Versicherern nicht mehr möglich. Das Containerschloss Athene ist das erste System, das diese Anforderungen nach der neuen VdS 3503 vollständig erfüllt.“

Montagefreie Konstruktion und Anwendungsbreite
Ein zentrales Merkmal des Systems ist die montagefreie Ausführung. Die Verriegelung wird über die vorhandenen Schließstangen gesetzt und anschließend mit dem zugehörigen Bügelschloss gesichert. Bohrungen, Schweißarbeiten oder sonstige bauliche Veränderungen am Container sind nicht erforderlich. Dies ist insbesondere im Mietgeschäft relevant, da strukturelle Eingriffe an Containern vielfach vertraglich untersagt sind.
Die variable Konstruktion deckt Türstangenabstände von 225 bis 435 Millimetern ab und ist mit gängigen Containerarten kompatibel, darunter Baustellen- und Lagercontainer sowie Wechselbrücken. Das System ist witterungsbeständig ausgeführt; eine geschützte Bügelaufnahme reduziert die Angriffsfläche auf das Schlossgehäuse. Es ist sowohl in verschiedenschließender als auch in gleichschließender Ausführung erhältlich. Für Betreiber mit mehreren Standorten oder internationaler Tätigkeit bietet der Hersteller zudem kundenspezifische Schließkonzepte an.
Ergänzend verweist das Unternehmen auf eine fest montierbare Alternative: „Als Ergänzung zu unserem montagefreien Containerschloss Athene bieten wir die fest montierbare Kronsguard Container Lock Box NW4 mit Anti-Cutting-Technologie an, die dem Einsatz von mehr als 10 Winkelschleifer-Schleifscheiben erfolgreich standhält“, führt Stefanie Sell weiter aus.

Versicherbarkeit und normative Klarheit
Die VdS-Zertifizierung definiert eindeutig, welches geprüfte System eingesetzt werden muss, um die Anforderungen der Richtlinie 3503 (Ausgabe 2023) zu erfüllen. Im Schadensfall prüfen Versicherer neben der Dokumentation auch die tatsächliche Ausführung am Objekt. Abweichungen von der geprüften Konfiguration können zu Einschränkungen des Versicherungsschutzes führen. Durch die Systemanerkennung des Containerschlosses Athene wird diese Unsicherheit reduziert, da die geprüfte Kombination aus Verriegelungseinheit und Bügelschloss klar spezifiziert ist.
Neben der VdS-Konformität erfüllt das System nach Herstellerangaben auch Anforderungen der TAPA-TSR-Zertifizierung und ist damit für Anwendungen im internationalen Transport hochwertiger Güter relevant. „Mit dem VdS-zertifiziertem Containerschloss Athene setzen wir einen neuen Sicherheitsstandard im Containerbereich. Zudem arbeiten wir bereits an weiteren Lösungen, die Einbruchschutz, digitale Dokumentation und smarte Überwachungstechnik verbinden“, so Stefanie Sell.
Zum Unternehmen
Die Kronsguard GmbH mit Sitz in Kronshagen bei Kiel ist Anbieter von Sicherheitsplomben, Indikatoren, Datenloggern und Containerschlössern. Neben dem Vertrieb entwickelt das Unternehmen eigene Produkte und hält nach eigenen Angaben einen hohen Lagerbestand vor, um kurzfristige Lieferfähigkeit sicherzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf Lösungen für Lagerung, Sicherung, Logistik und Transport, die sowohl mechanische als auch organisatorische Anforderungen berücksichtigen.
Fotos: Kronsguard




