Maschinen, Systeme und Batterierecycling im Fokus
Auf der IFAT 2026 präsentiert Liebherr ein umfassendes Portfolio für die Abfallwirtschaft und das Recycling und reagiert damit auf die zunehmende Spezialisierung der Branche. In Halle C5 auf Stand 151 zeigt die Firmengruppe auf 406 Quadratmetern Maschinen und Technologien, die auf unterschiedliche Einsatzanforderungen ausgelegt sind. Die Messe, die vom 4. bis 7. Mai 2026 in München stattfindet, dient zugleich als Bühne für mehrere Produktpremieren und technologische Weiterentwicklungen.
Die Recyclingbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Entsorgungsbetriebe entwickeln sich zunehmend zu spezialisierten Recyclingunternehmen mit differenzierten Prozessketten. Vor diesem Hintergrund adressiert Liebherr gezielt die gestiegenen Anforderungen an Maschinen, Assistenzsysteme und digitale Infrastrukturen.

Liebherr präsentiert die Generation 8 im Umschlag
Im Mittelpunkt stehen zwei Prototypen der neuen Generation 8 von Umschlagmaschinen, der LH 18 M Industry G8 und der LH 22 M Industry E G8. Mit der parallelen Vorstellung eines konventionell angetriebenen und eines elektrisch betriebenen Modells verfolgt Liebherr eine technologieoffene Strategie, die unterschiedliche Einsatzprofile berücksichtigt.
Zentrales Element der neuen Maschinen ist das serienmäßige Bedienkonzept INTUSI, das eine flexible und individuell konfigurierbare Steuerung ermöglicht. In Verbindung mit der neuen Fahrerkabine emCAB entsteht ein auf Ergonomie und Effizienz ausgelegter Arbeitsplatz. Die Kabine verfügt über einen um 15 Prozent erhöhten Glasanteil, wodurch sich die Rundumsicht signifikant verbessert.
Ergänzt wird dies durch eine optimierte Anordnung der Bedienelemente, zusätzliche Platzverhältnisse im Innenraum sowie konstruktive Details wie eine Schiebetür und einen vollverglasten Kabinenboden, die sowohl Komfort als auch Sicherheit erhöhen.

Leistungsstarke Radlader und ein Jubiläum
Im Segment der Radlader zeigt Liebherr drei Modelle mit unterschiedlichen Einsatzschwerpunkten. Der L 546 aus der Baureihe der mittelgroßen Radlader ist für anspruchsvolle Umschlagaufgaben konzipiert und verfügt über ein Hubgerüst mit Z-Kinematik, das schnelle Taktzeiten und dynamische Arbeitsbewegungen ermöglicht. Für wechselnde Anbauwerkzeuge stehen ein sichtoptimierter Schnellwechsler sowie das vollautomatische Schnellwechselsystem Likufix zur Verfügung. Unterstützt wird der Betrieb durch Assistenzsysteme wie eine aktive Personenerkennung mit Bremsassistent sowie das Kamerasystem Skyview, die Gefahren frühzeitig erkennen und Fahrerinnen und Fahrer visuell und akustisch warnen.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Jubiläumsradlader L 550 XPower, der als 100.000ste produzierte Maschine eine symbolische Bedeutung einnimmt. Das Fahrzeug in dunkelblauer Sonderlackierung wurde an die Stork Umweltdienste GmbH übergeben und steht für mehr als drei Jahrzehnte Zusammenarbeit zwischen Liebherr, Stork und dem Vertriebspartner Kurt König. Der Schriftzug „100.000“, der aus historischen Bildmotiven zusammengesetzt ist, dokumentiert die Entwicklung der Radlader von frühen Prototypen bis in die Gegenwart. Präsentiert wird die Maschine auf dem Messestand von Stork in Halle A4, Stand A4.427.

Liebherr L 507 E mit elektrischem Antriebssystem
Mit dem L 507 E stellt Liebherr zudem seinen ersten batterieelektrischen Radlader vor. Das Modell kombiniert die konstruktiven Vorteile eines Stereoladers mit einem eigens entwickelten elektrischen Antriebssystem. Die Leistungsfähigkeit entspricht konventionellen Maschinen derselben Größenklasse, während gleichzeitig lokale CO2-Emissionen vermieden und Geräuschpegel reduziert werden.
Damit eignet sich der L 507 E insbesondere für Einsätze in emissions- und lärmsensiblen Umgebungen, etwa in urbanen Räumen oder in Hallen. Das integrierte Hochvolt-Batteriesystem ist speziell auf den Radladerbetrieb abgestimmt und gewährleistet sowohl eine leistungsstarke Energieabgabe als auch effiziente Ladeprozesse.

Industrielle Lösungen für Hochvoltbatterien
Mit Blick auf neue Anforderungen in der Kreislaufwirtschaft zeigt Liebherr zudem Lösungen für die industrielle Verarbeitung von Hochvoltbatterien. LHDismantle ist eine marktreife Technologie zur automatisierten, zerstörungsfreien Demontage von Batteriesystemen. Der Ausschraubprozess wurde auf Basis von Erfahrungen aus einer Pilotanlage gezielt weiterentwickelt und adressiert Herausforderungen wie Variantenvielfalt, verschmutzte oder beschädigte Komponenten sowie hohe Sicherheitsanforderungen. Dies wird durch den Einsatz intelligenter Sensorik, flexibler Software und einer intuitiven Bedienoberfläche ermöglicht.
Ergänzend dazu bietet Liebherr mit Turnkey Systems modulare und skalierbare Anlagen für die automatisierte Demontage und Entladung von Hochvoltbatterien an. Ein zentrales Element ist das Palettenhandhabungssystem PHS, das Automationszellen, Maschinen und manuelle Arbeitsplätze zu einem durchgängigen System verknüpft. Es ermöglicht einen flexiblen Materialfluss, reagiert auf unterschiedliche Varianten und Stückzahlen und übernimmt Aufgaben wie Transport, Beladung, Lagerung sowie die gesamte Intralogistik.
Die integrierte Batterieentladetechnik sorgt für eine sichere Deaktivierung der Systeme, wobei die gewonnene Energie ins Netz zurückgeführt und für den Betrieb genutzt werden kann. Automatisierte Stationen, darunter die LHDismantle-Technologie, Bearbeitungszentren für Fräsprozesse und Laserschneidanlagen, lassen sich ebenso integrieren wie zusätzliche manuelle Arbeitsplätze für nachgelagerte Prozessschritte.

Digitale Sichtsysteme für mehr Sicherheit und Effizienz
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitalen Assistenzsystemen für die Maschinenbedienung. Die LiXplore-Kamerasysteme unterstützen Fahrerinnen und Fahrer dabei, Arbeitsumgebungen vollständig zu erfassen und sicher zu manövrieren. Insbesondere die 360°-Variante LiXplore Bird’s Eye kombiniert mehrere Kamerabilder zu einer Gesamtansicht aus der Vogelperspektive, wodurch sich Fahrwege und Arbeitsbereiche umfassend überwachen lassen. Ergänzend bieten die LiXplore Kamera-Monitor-Systeme eine gezielte Beobachtung einzelner Bereiche.
Mit LiXplore Detect integriert Liebherr zudem eine KI-basierte Personenerkennung, die potenzielle Gefahren frühzeitig identifiziert. Die Systeme sind sowohl für neue Maschinen als auch für bestehende Flotten verfügbar und tragen damit zur schrittweisen Digitalisierung und Erhöhung der Arbeitssicherheit in der Abfallwirtschaft, im Winterdienst und in der Straßenreinigung bei.
Insgesamt verdeutlicht der Messeauftritt, wie stark sich die Anforderungen in der Recyclingbranche differenziert haben. Liebherr begegnet dieser Entwicklung mit einer Kombination aus leistungsfähiger Maschinentechnik, digitaler Unterstützung und Lösungen für neue industrielle Prozesse, insbesondere im Kontext der Hochvoltbatterie-Verwertung.
Fotos: Liebherr




