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Sennebogen MG4.1 – neue Greifer-Baureihe

Mehrschalengreifer MG4.1 erweitert das Recyclingprogramm von Sennebogen

Sennebogen Mehrschalengreifer MG4.1 mit 600 bis 1.200 Litern Volumen
Mit dem MG4.1 stellte Sennebogen auf der IFAT 2026 erstmals seine neue Mehrschalengreifer-Baureihe für den Schrott- und Recyclingumschlag vor

Auf der IFAT 2026 hat Sennebogen erstmals die neue Baureihe der fünfschaligen Mehrschalengreifer MG4.1 vorgestellt. Die Serie umfasst zunächst vier Modelle mit Volumina zwischen 600 und 1.200 Litern und richtet sich gezielt an Anwendungen im Schrott- und Recyclingumschlag.

Mit der Eigenentwicklung ergänzt der Hersteller sein bestehendes Portfolio im Recyclingbereich um ein weiteres Anbaugerät, das konstruktiv auf die Anforderungen moderner Materialumschlagmaschinen abgestimmt ist.

Die Entwicklung basiert auf den langjährigen Erfahrungen des Unternehmens im Recycling- und Schrottumschlag. Angeboten werden verschiedene Schalenformen von halboffen bis vollständig geschlossen. Darüber hinaus sind Sonderbauformen auf Anfrage erhältlich. Die jeweilige Ausführung orientiert sich am Einsatzmaterial: Während gröbere Schrottfraktionen mit offeneren Schalen bewegt werden können, eignen sich geschlossene Varianten insbesondere für feinkörnige oder kleinteilige Materialien.

Sennebogen Mehrschalengreifer MG4.1 mit 600 bis 1.200 Litern Volumen
Im täglichen Umschlagbetrieb zeigt die robuste Bauweise des MG4.1 ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Verschleiß – auch im Bereich der Greiferspitzen

Konstruktion auf hohe Belastungen ausgelegt

Entwickelt und gefertigt wird die Baureihe MG4.1 am Unternehmensstandort Straubing. Der konstruktive Aufbau orientiert sich dabei klar an den hohen mechanischen Beanspruchungen im täglichen Umschlagbetrieb. Die Mitteltraverse besteht aus hochfestem Stahlguss, während für die Greiferschalen Hardox-Stahl verwendet wird. Auch die Lagerstellen sind groß dimensioniert und mit hochfesten Bolzen sowie Buchsen ausgeführt.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Verschleißfestigkeit gelegt. Die aufgeschweißten Greiferspitzen bestehen aus hochfestem Schmiedestahl und verfügen über einen hohen nutzbaren Verschleißanteil, was längere Standzeiten ermöglichen soll. Eine integrierte Verschleißmarkierung zeigt den Zeitpunkt für einen Austausch der Spitzen an.

Auch die Anbindung der Schalen an die Mitteltraverse wurde funktional ausgelegt. Im Bereich des Schalendrehpunkts bleibt ausreichend Freiraum erhalten, sodass kleinere Materialstücke hindurchfallen können. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Material ungewollt auf dem Greifer ansammelt.

Je nach Anforderung kann der MG4.1 Mehrschalengreifer mit einem oder zwei Drehantrieben ausgestattet werden. Damit lässt sich die Auslegung entweder stärker auf hohe Drehgeschwindigkeit oder auf höheres Drehmoment abstimmen. Die Drehantriebe sind durch robuste Blechabdeckungen gegen äußere Einwirkungen geschützt. Zum Einsatz kommen zudem Hochleistungszylinder aus eigener Fertigung, die hinter servicefreundlich demontierbaren Stangenschutzblechen positioniert sind.

Sennebogen Mehrschalengreifer MG4.1 mit 600 bis 1.200 Litern Volumen
Der MG4.1 wurde mit Blick auf einen einfachen Wartungs- und Servicezugang konstruiert

MG4.1 mit Fokus auf Wirkungsgrad und Kinematik

Die konstruktive Auslegung der neuen Baureihe zielt erkennbar auf einen effizienten Materialumschlag ab. Dies betrifft sowohl die Geometrie der Schalen als auch die hydraulische Auslegung des Systems. Große Hydraulikquerschnitte sollen hohe Wirkungsgrade im täglichen Betrieb ermöglichen. Gleichzeitig wurde auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Öffnungsgeschwindigkeit und Schließkraft geachtet.

Die aufeinander abgestimmte Kinematik der Schalen soll Energieverluste während der Bewegungsabläufe minimieren und zugleich ein gutes Eindringverhalten in das jeweilige Umschlagmaterial ermöglichen. Gerade im Schrottumschlag, wo Materialdichte und Materialstruktur stark variieren können, gelten diese Eigenschaften als entscheidend für wirtschaftliche Umschlagleistungen.

Wartungszugang und Service im Mittelpunkt

Auch hinsichtlich Wartung und Service wurde die Baureihe auf einen möglichst geringen Aufwand ausgelegt. Die Anzahl der Schmierstellen wurde reduziert und zugleich auf gute Zugänglichkeit geachtet. Gleiches gilt für die Schlauchführung sowie die Servicezugänge zu den Hydraulikanschlüssen.

Eine Besonderheit stellen die an den Bauteilen angebrachten QR-Codes dar. Sie führen direkt zur technischen Dokumentation beziehungsweise zur Betriebsanleitung. Für Werkstatt- und Servicepersonal relevant ist zudem die konsequente Verwendung metrischer Komponenten, wodurch handelsübliches metrisches Standardwerkzeug eingesetzt werden kann.

Ergänzt wird das Konzept durch die bestehenden After-Sales-Strukturen des Herstellers. Dazu zählen nach Unternehmensangaben eine vollständige Ersatzteilverfügbarkeit, ein geschultes Servicenetzwerk sowie unterschiedliche Wartungspakete, die auch für die neue Greiferbaureihe angeboten werden.

Sennebogen Mehrschalengreifer MG4.1 mit 600 bis 1.200 Litern Volumen
Laut Kai Holynski, Maschinenführer beim Metall- und Schrottentsorgungsunternehmen TSR in Hamburg, bewährt sich der neue Greifer besonders durch seine robuste Konstruktion und den geringen Verschleiß

Praxiserprobung im Recycling- und Schrottumschlag

Vor der offiziellen Vorstellung auf der IFAT wurde der Greifer bereits über mehrere tausend Betriebsstunden im praktischen Einsatz getestet. Eingesetzt wurde die Baureihe dabei unter anderem in Unternehmen der Recycling- und Schrottbranche.

Michael Bauer, Betriebsleiter beim Metall- und Stahlrecyclingunternehmen Carnuth in Straubing, hebt insbesondere die Konstruktion hervor: „Der Greifer überzeugt durch seine robuste, aber dennoch übersichtliche und schlanke Bauart. Sowohl die Sortierung der Eingangsmaterialien, als auch die Beschickung der Schrottschere und das Verladen der fertigen Ware konnte zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt werden.“

Auch Kai Holynski, Maschinenführer beim Metall- und Schrottentsorgungsunternehmen TSR in Hamburg, verweist auf die Alltagstauglichkeit der Konstruktion: „Der Verschleiß wirkt insgesamt gering, weil die wichtigen Bauteile gut geschützt und sinnvoll angeordnet sind. Gerade im täglichen Einsatz merkt man, dass hier mitgedacht wurde. Insgesamt macht der Greifer einen sehr stabilen und robusten Eindruck.“

Fotos: Sennebogen