Neue Radlader-Generation verbindet kompakte Bauweise mit modularer Auslegung und erweitertem Antriebsspektrum

Mit dem Serienanlauf der neuen Weycor 3er-Serie bringt Atlas Weyhausen eine vollständig neu entwickelte Generation kompakter Radlader in den Markt. Die Modelle der Baureihe positionieren sich im Segment kompakter Maschinen, verfolgen dabei jedoch einen technischen Ansatz, der auf Leistungsdichte, Anpassungsfähigkeit und digitale Integration ausgelegt ist.
Nach Angaben des Herstellers stößt die neue Serie bereits zum Marktstart auf eine hohe Nachfrage. Damit deutet sich an, dass die Anforderungen vieler Bauunternehmen und Dienstleister an kompakte, zugleich leistungsfähige Maschinen zunehmend differenzierter werden.
Leistungsprofil für unterschiedliche Einsatzanforderungen
Die neue Weycor 3er-Serie umfasst zunächst die Modelle 360 und 380. Trotz ihrer kompakten Abmessungen zielt die Baureihe auf Anwendungen, die bislang häufig größeren Radladern vorbehalten waren. Grundlage hierfür sind laut Atlas Weyhausen aufeinander abgestimmte Antriebskonzepte, eine an die jeweilige Maschinencharakteristik angepasste Hydraulik sowie eine neu ausgelegte Maschinenarchitektur.
Im Baustellenalltag sollen sich daraus kurze Arbeitszyklen und eine hohe Produktivität bei gleichzeitig reduziertem Verbrauch ergeben. Gerade im Kompaktsegment, in dem Transportfähigkeit, Wendigkeit und Leistungsreserven gleichermaßen gefordert sind, gewinnt diese Kombination zunehmend an Bedeutung.
Auch konstruktiv setzt die Baureihe auf klassische Tugenden des Radladerbaus. Die Maschinen sind für den täglichen Einsatz unter anspruchsvollen Bedingungen ausgelegt und sollen insbesondere durch robuste Bauweise, geringe Wartungsanforderungen und hohe Zuverlässigkeit überzeugen. Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal bildet dabei das massive Knick-Pendelgelenk, das sowohl die Standsicherheit als auch das Fahrverhalten bei Lastwechseln und auf unebenem Gelände unterstützt. Damit verbindet die Serie die Beweglichkeit kompakter Maschinen mit den Stabilitätsanforderungen klassischer Baumaschinen.

Weycor setzt auf modularen Hubwerksbaukasten
Ein zentrales Entwicklungsmerkmal der neuen Baureihe ist der modulare Hubwerksbaukasten. Statt einer einheitlichen Ausführung bietet Weycor drei unterschiedliche Hubwerksvarianten an, um die Maschinen gezielt an verschiedene Einsatzprofile anzupassen.
Die kurze Parallelkinematik erreicht eine Hubhöhe von rund 2.600 Millimetern und ist auf hohe Hubkräfte bei kompakter Bauweise ausgelegt. Sie eignet sich insbesondere für Anwendungen, bei denen schwere Lasten, etwa Paletten oder Baustoffe, präzise und sicher bewegt werden müssen.
Die Z-Kinematik ermöglicht Hubhöhen von etwa 2.900 Millimetern und richtet sich mit hohen Reißkräften sowie schnellen Ladezyklen vor allem an klassische Erdarbeiten und den Materialumschlag. Ergänzt wird das Angebot durch die Parallelkinematik Highlift mit Hubhöhen bis zu 3.200 Millimetern, die insbesondere beim Stapeln oder Verladen in größerer Höhe Vorteile bietet.
Mit diesem Baukastenprinzip verfolgt Weycor das Ziel, den Kompaktradlader nicht als standardisierte Einheitsmaschine, sondern als anwendungsspezifisch konfigurierbares Arbeitsgerät auszulegen. Gerade im Bau- und Dienstleistungssektor, wo Maschinen häufig wechselnde Aufgaben übernehmen müssen, gewinnt eine solche Modularität an Relevanz.

Transportfähigkeit und Wendigkeit im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Baureihe liegt auf der Einsatzflexibilität. Der Weycor 360 weist ein Einsatzgewicht ab 2,7 Tonnen auf und ist damit trailerbar. Für Unternehmen, die Maschinen regelmäßig zwischen mehreren Baustellen verlagern, kann dies logistische Vorteile bringen und die Reaktionsfähigkeit im Tagesgeschäft erhöhen.
Hinzu kommt die kompakte Bauweise, die den Einsatz auf räumlich begrenzten Baustellen oder in innerstädtischen Bereichen erleichtert. Gerade dort, wo Bewegungsflächen begrenzt sind und dennoch Materialumschlag oder Erdarbeiten gefordert werden, zählen Wendigkeit und Übersichtlichkeit zu den entscheidenden Auswahlkriterien.

Neu entwickelte Kabine für längere Einsatzzeiten
Neben der Maschinenleistung rückte bei der Entwicklung auch der Fahrerarbeitsplatz in den Mittelpunkt. Die Kabine der neuen Weycor 3er-Serie wurde vollständig neu konzipiert und soll innerhalb der Kompaktklasse ein überdurchschnittliches Raumangebot bieten.
Groß dimensionierte Einstiege, eine ausgeprägte Rundumsicht sowie ergonomisch gestaltete Bedienelemente prägen das Kabinenkonzept. Ziel ist ein Arbeitsplatz, der auch über längere Einsatzzeiten hinweg ein ermüdungsarmes Arbeiten ermöglicht und gleichzeitig die Übersicht über Arbeitsbereich und Umfeld verbessert.
Im zunehmend angespannten Fachkräftemarkt gewinnt die Qualität des Fahrerarbeitsplatzes für viele Unternehmen zusätzliche Bedeutung, da Bedienkomfort und Ergonomie inzwischen häufig ebenso bewertet werden wie technische Leistungsdaten.

Elektrische Varianten ab dem zweiten Halbjahr 2026
Mit den Modellen Weycor 360e und Weycor 380e erweitert Atlas Weyhausen die Baureihe ab dem zweiten Halbjahr 2026 um vollelektrische Varianten. Damit folgt der Hersteller dem branchenweiten Trend zur Elektrifizierung kompakter Baumaschinen, insbesondere für emissionssensible Einsatzorte und Anwendungen mit hohen Anforderungen an Lärm- und Abgasreduktion.
Die elektrischen Modelle verfügen über einen CCS-Anschluss, ein integriertes Onboard-Ladegerät sowie Ladezeiten von rund zwei Stunden. Dadurch sollen unterschiedliche Ladeszenarien ermöglicht werden – vom Betriebshof über Wallboxen bis hin zur Versorgung über Photovoltaiklösungen.
Nach Herstellerangaben erreichen die Maschinen im Dauereinsatz Laufzeiten von bis zu acht Stunden und sind damit für zahlreiche typische Arbeitszyklen im Bau- und Dienstleistungsbereich ausgelegt. Für Unternehmen, die den wirtschaftlichen Betrieb elektrischer Maschinen prüfen, dürfte dabei neben der Emissionsfreiheit vor allem die Alltagstauglichkeit der Lade- und Einsatzkonzepte im Mittelpunkt stehen.

Investition in Wildeshausen und digitale Fertigungsprozesse
Parallel zum Marktstart investiert Atlas Weyhausen in den Produktionsstandort Wildeshausen. Dort wurde eine neue Montagelinie in Betrieb genommen, die speziell auf die Anforderungen der Weycor 3er-Serie abgestimmt ist.
Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze sollen die Bedingungen für die Mitarbeiter verbessern und zugleich die Fertigungspräzision erhöhen. Unterstützt werden die Montageabläufe durch digitale Prozesse, die Transparenz innerhalb der Produktion schaffen und Abläufe strukturieren.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Qualitätssicherung während der Fertigung. Anders als bei reinen Endkontrollen erfolgt die Prüfung relevanter Komponenten nach jedem einzelnen Montageschritt. Der Hersteller verfolgt damit einen kontinuierlichen Kontrollansatz, der die Einhaltung definierter Qualitätsstandards bereits während des Produktionsprozesses absichern soll.

Digitale Baustelle als Entwicklungsrahmen
Die neue Weycor 3er-Serie ist zudem als MIC 4.0 Ready ausgelegt und damit auf die Integration in digitale Baustellen- und Flottenstrukturen vorbereitet. Über die standardisierte Schnittstelle lassen sich die Maschinen in bestehende Flottenmanagement- und Telematiksysteme einbinden.
Für Betreiber eröffnet dies die Möglichkeit, Maschinenzustände, Einsatzzeiten und Wartungsbedarfe transparenter zu erfassen und den Maschinenpark effizienter zu steuern. Digitale Vernetzung entwickelt sich damit zunehmend vom Zusatzmerkmal zum festen Bestandteil moderner Baumaschinenkonzepte.
Mit der neuen Weycor 3er-Serie verbindet Atlas Weyhausen kompakte Abmessungen mit einem modularen Maschinenkonzept, unterschiedlichen Antriebsoptionen und digitaler Anschlussfähigkeit. Der frühe Marktzuspruch deutet darauf hin, dass kompakte Radlader heute deutlich breitere Einsatzspektren abdecken sollen als noch vor wenigen Jahren – und dass Leistungsfähigkeit im Kompaktsegment zunehmend neu definiert wird.
Fotos: Atlas-Weyhausen / Weycor




