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Sennebogen 6113 E – schnell und flexibel

Teleskopraupenkran 6113 E unterstützt Spezialtiefbau für Großprojekt an der Côte d’Azur

Sennebogen 6113 E im Einsatz beim Großprojekt Haliotis 2
Entfernung des Bohrschlamms vor dem Einbau der Bewehrungskörbe

Mit dem Ausbau der Kläranlage Haliotis 2 entsteht in Nizza eines der bedeutendsten Wasseraufbereitungsprojekte Frankreichs. Zwischen der Promenade des Anglais und den Start- und Landebahnen des Flughafens Nice Côte d’Azur laufen derzeit umfangreiche Spezialtiefbauarbeiten, die die Grundlage für die künftigen Anlagen schaffen.

Im Mittelpunkt der Baustellenlogistik steht dabei unter anderem ein Teleskopraupenkran des Typs 6113 E von Sennebogen, der bei den anspruchsvollen Hebe- und Handhabungsaufgaben entlang der bestehenden Deichstruktur eingesetzt wird.

Das Gesamtprojekt Haliotis 2 umfasst Investitionen von rund 700 Millionen Euro einschließlich Bau und Betrieb und zählt zu den größten Infrastrukturmaßnahmen im Bereich der Wasserwirtschaft in Frankreich. Bevor die eigentlichen Behandlungsanlagen und Becken errichtet werden können, sind zunächst umfassende Gründungsmaßnahmen erforderlich. Verantwortlich für diese Arbeiten ist Fayat Fondations.

Beim Großprojekt Haliotis 2 in Nizza unterstützt der Sennebogen 6113 E Spezialtiefbau und Schlitzwandbau
Der 6113 E übernimmt das Aufrichten, Positionieren und Verfahren der Bewehrungskörbe im Pick-&-Carry-Betrieb

Tiefgründung entlang der Küstenlinie

Auf der seeseitigen Böschung entstehen insgesamt 82 Schlitzwandelemente, die im Fall seismischer Belastungen ein Abrutschen des Hangs verhindern sollen. Über eine Länge von rund 500 Metern werden entlang des Deichs tief gegründete Betonstrukturen hergestellt, die die spätere Tragfähigkeit der Anlage sicherstellen.

Die Herstellung der Schlitzwände erfolgt in klassischer Schlitzwandtechnik. Nach dem Aushub mit dem Greifer werden die einzelnen Felder entsandet, anschließend mit Bewehrung versehen und bis in Tiefen von rund 40 Metern betoniert. Die Schlitzwandfelder erreichen Breiten von etwa 6,5 bis 6,6 Metern bei einer Wandstärke von 800 Millimetern. Die projektspezifisch gefertigten Bewehrungskörbe aus Betonstahl übernehmen dabei die tragende Verbindung zwischen den späteren Betonbauteilen.

Für die Hebe- und Positionierarbeiten der Bewehrung setzt der zur Fayat-Gruppe gehörende Subunternehmer SAML einen Teleskopraupenkran Sennebogen 6113 E ein. Der Kran übernimmt insbesondere das Handling der großformatigen Bewehrungskörbe und unterstützt damit einen zentralen Arbeitsschritt im Bauablauf.

Sennebogen 6113 E im Einsatz beim Großprojekt Haliotis 2
Gilles Cortes, Vorarbeiter und Kranführer auf der Baustelle Haliotis 2 in Nizza, koordiniert mit dem Teleskopraupenkran präzise Hebe- und Positionierarbeiten

6113 E unter beengten Baustellenbedingungen

Die Anforderungen auf der Baustelle gelten als komplex. Die Bewehrungskörbe werden zunächst in horizontaler Lage aufgenommen, anschließend kontrolliert aufgerichtet und präzise in die vorbereiteten Schlitzwandfelder eingebracht. Gerade unter den räumlich eingeschränkten Bedingungen entlang des Deichs kommt es dabei auf eine exakte Abstimmung sämtlicher Bewegungsabläufe an.

Der eingesetzte Teleskopraupenkran ist für Pick-and-Carry-Anwendungen sowie das Verfahren und Teleskopieren unter Last ausgelegt. Nach Herstellerangaben verfügt der 6113 E über eine maximale Tragfähigkeit von 120 Tonnen und erreicht mit Haupt- und Zusatzsystemen Hakenhöhen von bis zu 67 Metern.

Charakteristisch für die Maschine ist der stufenlos teleskopierbare Full-Power-Boom, der Bewegungen auch unter Last ermöglicht. Hinzu kommt die volle Tragfähigkeit über 360 Grad, wodurch Lasten unabhängig von der Stellung des Oberwagens bewegt werden können. Diese Eigenschaften gelten insbesondere im Spezialtiefbau als relevant, wenn Lasten in engem Baufeld positioniert werden müssen und klassische Mobilkrane aufgrund notwendiger Abstützungen an Grenzen stoßen.

Sennebogen 6113 E im Einsatz beim Großprojekt Haliotis 2
Gilles Cortes im 6113 E auf der Baustelle Haliotis 2 in Nizza

Parallele Bewegungsabläufe steigern Präzision und Effizienz

Vorarbeiter und Kranführer Gilles Cortes erklärt: „Gerade auf dieser Baustelle ist die gleichzeitige Steuerung aller Bewegungen entscheidend. Wir können Unterwagen, Oberwagen und Auslegerbewegung parallel ausführen, ohne die Last abzusetzen. Das erleichtert das Positionieren der Bewehrungskörbe erheblich.“

Die Möglichkeit, Lasten verfahren und gleichzeitig teleskopieren zu können, reduziert Rüst- und Umsetzzeiten und unterstützt einen kontinuierlichen Arbeitsablauf. Gerade auf Baustellen mit begrenzten Bewegungsflächen und anspruchsvollen Gründungsarbeiten zählt diese Kombination aus Tragfähigkeit und Manövrierbarkeit zu den entscheidenden Einsatzkriterien. Der teleskopierbare Raupenunterwagen trägt zusätzlich dazu bei, auch auf beengten oder wenig tragfähigen Flächen sicher arbeiten zu können.

Sennebogen 6113 E im Einsatz beim Großprojekt Haliotis 2
Handling und Einbau der Bewehrungskörbe an der Côte d’Azur

Dynamische Lasten beim Gerätehandling

Der 6113 E wird auf der Baustelle nicht ausschließlich für die Bewehrungsarbeiten genutzt. Neben dem Einsetzen der Körbe übernimmt die Maschine sämtliche weiteren Hebeaufgaben im Bauablauf. Dazu zählen das Ein- und Ausheben von Verrohrungen sowie das Handling der Ausrüstung beim Entsanden der Bohrungen und Schlitzwandfelder.

Gerade beim Herausziehen von Komponenten entstehen erhebliche dynamische Belastungen für Ausleger und Unterwagen. Die Konstruktion des 6113 E ist auf solche Beanspruchungen ausgelegt. Der robuste Raupenunterwagen sowie die für Spezialtiefbauanwendungen ausgelegte Maschinenarchitektur sorgen dafür, dass auch wiederkehrende Hebevorgänge unter hohen Lasten kontrolliert und präzise ausgeführt werden können. Nach Herstellerangaben ist die Maschine insbesondere für Anwendungen konzipiert, bei denen große Lasten gehoben, verfahren und positioniert werden müssen.

Für die Baustellenteams bedeutet dies vor allem eine hohe Wiederholgenauigkeit bei gleichbleibender Standsicherheit – ein Faktor, der insbesondere bei engen Taktfolgen und anspruchsvollen Bauabläufen im Tiefbau von Bedeutung ist.

Sennebogen 6113 E im Einsatz beim Großprojekt Haliotis 2
In unmittelbarer Nähe des Flughafens Nice Côte d’Azur sorgt die Virtual Wall dafür, die Auslegerbewegungen für den sicheren Betrieb des 6113 E zu begrenzen

Arbeiten unter luftfahrtrechtlichen Vorgaben

Eine zusätzliche Herausforderung ergibt sich aus der unmittelbaren Nähe zum Flughafen Nice Côte d’Azur. Die Arbeiten finden innerhalb eines sensiblen Umfelds statt, in dem luftfahrtrechtliche Vorgaben die maximal zulässige Auslegerhöhe begrenzen.

Zur Einhaltung dieser Anforderungen ist der eingesetzte Kran mit einem elektronischen Höhenbegrenzungssystem ausgestattet. Die sogenannte „Virtuelle Wand“ definiert die zulässige Arbeitszone und verhindert ein Überschreiten festgelegter Grenzen. Ergänzt wird das System durch eine Tag- und Nachtkennleuchte an der Auslegerspitze.

Solche Assistenzsysteme spielen insbesondere bei Infrastrukturprojekten mit sicherheitskritischem Umfeld eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen nicht nur die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, sondern sichern zugleich einen kontinuierlichen Baufortschritt, ohne die Beweglichkeit der Maschine wesentlich einzuschränken. Sennebogen setzt entsprechende Schwenk- und Höhenbegrenzungen bereits seit Jahren bei Einsätzen unter Hochspannungsleitungen oder in sensiblen Infrastrukturzonen ein.

Vielseitiger Baustellenkran für wechselnde Aufgaben

Der 6113 E unterstützt auf der Baustelle von Haliotis 2 nicht nur einzelne Arbeitsschritte, sondern übernimmt über verschiedene Bauphasen hinweg unterschiedliche Funktionen – vom Rüsten der Geräte bis zu komplexen Hebevorgängen im Spezialtiefbau. Seit rund 18 Monaten wird die Maschine auf wechselnden Baustellen eingesetzt und dort vor allem wegen ihrer Flexibilität und ihrer Fähigkeit geschätzt, Lasten auch unter beengten Bedingungen sicher zu bewegen.

Für ausführende Bauunternehmen liegt der Vorteil solcher Teleskopraupenkrane vor allem in ihrer universellen Einsetzbarkeit. Wo sonst mehrere Hebegeräte oder zusätzliche Umrüstungen erforderlich wären, kann eine Maschine unterschiedliche Aufgaben übernehmen und damit die Abläufe auf Großbaustellen effizient unterstützen.

Fotos: Sennebogen