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THW erhält 66 neue Unimog Fahrzeuge

Starke Flotte für schwere Aufgaben: Unimog-Großauftrag für THW

Das THW erhält 66 Unimog U 5025
Mit der neuen Flotte erweitert das THW seine Logistik- und Rettungskapazitäten und reagiert auf die gestiegenen Anforderungen bei Extremwetter- und Großschadenslagen

Das Technische Hilfswerk (THW) erweitert seine Einsatzflotte um 66 hochgeländegängige Fahrzeuge auf Basis des Unimog U 5025. Die Beschaffung erfolgt im Rahmen einer breit angelegten Modernisierung der Zivilschutzkapazitäten und wird von Daimler Truck sowie dem Aufbaupartner F&B Nutzfahrzeug-Technik GmbH umgesetzt.

Auffällig ist eine gegenüber dem bisherigen Serienstand um 21 PS gesteigerte Motorleistung. Die Auslieferung der Fahrzeuge an die 66 Regionalstellen des THW ist gestaffelt über das Jahr 2026 vorgesehen. Die neuen Einheiten sollen insbesondere bei Hochwasserlagen, Evakuierungen und Einsätzen in schwer zugänglichem Gelände zum Einsatz kommen.

Fertigung und Aufbau in Kooperation

Die Basisfahrzeuge entstehen im Mercedes-Benz Werk in Wörth am Rhein. Der anschließende Ausbau erfolgt bei der F&B Nutzfahrzeug-Technik GmbH im benachbarten Hagenbach in der Pfalz. Daimler Truck kooperiert dabei eng mit dem Spezialfahrzeugbereich Mercedes-Benz Special Trucks sowie dem Umbaupartner, der Teil des Custom-Tailored-Trucks-Netzwerks ist. Ergänzend wurde der Unimog U 5025 mit einem 4-Zylinder-Motor des Typs OM 934 ausgestattet, der 252 PS und ein Drehmoment von 1.000 Nm bereitstellt.

Das THW erhält 66 Unimog U 5025
Der Unimog U 5025 ist auf extreme Geländebedingungen ausgelegt und soll künftig insbesondere bei Hochwasser- und Katastrophenlagen eingesetzt werden

THW im Einsatz: Anforderungen an Geländegängigkeit und Technik

Sabine Lackner, THW-Präsidentin: „Die verheerenden Überflutungen im Sommer 2021 nach Starkregen Bernd haben gezeigt, wie wichtig geländegängige Einsatzfahrzeuge bei Hochwasser sind, um Menschen in Not schnell zu erreichen. Mit den leistungsfähigen neuen Unimog U 5025 von Daimler Truck für alle unsere 66 Fachzüge Logistik weitet das THW seine Kapazitäten im Zivilschutz aus und stärkt seine bundesweiten Fähigkeiten beim Stückgut-Umschlag sowie bei der Menschenrettung.“

Die Fahrzeuge sind auf einheitliche Einsatzanforderungen ausgelegt und sollen eine standardisierte Plattform für unterschiedliche Schadenslagen bilden. Daniel Zittel, Chief Sales Officer Mercedes-Benz Special Trucks: „Mit unserem Partner F&B liefern wir dem THW die passenden Fahrzeuge für eine gesteigerte Einsatzfähigkeit im Zivilschutz. Die Unimog kommen künftig insbesondere dort zum Einsatz, wo in Krisensituationen trotz schwieriger Zugangsbedingungen schnelle Hilfe und Unterstützung erforderlich ist. Dieser Auftrag unterstreicht, wie wichtig verlässliche Technik und enge Zusammenarbeit für den Bevölkerungsschutz in Deutschland sind.“

Das THW erhält 66 Unimog U 5025
Dank Portalachsen, hoher Bodenfreiheit und großer Verschränkung kann der Unimog auch überflutete und unwegsame Einsatzstellen zuverlässig erreichen

Ausstattung und einheitliches Fahrzeugkonzept

Die Fahrzeuge verfügen über eine definierte Grundausstattung, die auf den Bevölkerungsschutzeinsatz abgestimmt ist. Dazu zählen Blaulichtanlagen an Front und Heck, Funktechnik im Fahrerhaus, eine Rückfahrkamera sowie ein umfangreiches Stauraumkonzept. Ergänzt wird die Ausstattung durch einsatzrelevante Komponenten wie Feuerlöscher und Schutzgitter für Beleuchtungseinrichtungen. Zwischen Fahrerhaus und Pritsche ist ein Ladekran integriert. Ein Zivilschutzzeichen auf den Türen kennzeichnet die Fahrzeuge eindeutig als Einsatzmittel des THW.

Technische Auslegung des Unimog U 5025

Der Unimog U 5025 ist für extreme Geländebedingungen konzipiert. Die Konstruktion umfasst Portalachsen, ein verwindungsfähiges Rahmenkonzept sowie gekapselt geführte Antriebswellen. Damit ist das Fahrzeug auch für den Einsatz in Wasser- und Schadenslagen ausgelegt. Die Watfähigkeit beträgt bis zu 1.200 Millimeter, die Achsverschränkung erreicht bis zu 500 Millimeter. Die Bodenfreiheit unter dem Achsdifferential liegt bei 480 Millimetern.

Diese Kombination ermöglicht das Befahren überschwemmter Flächen ebenso wie unwegsamer Wald- und Forstgebiete, wobei die hohe Verschränkungsfähigkeit in Verbindung mit der Bodenfreiheit die Einsatzstabilität in kritischen Situationen unterstützt. Eine Motorschutzplatte ergänzt die robuste Auslegung, sodass der Unimog auch bei Bodenkontakt im Gelände in der Regel einsatzfähig bleibt.

Trotz der konsequenten Ausrichtung auf schwieriges Terrain ist das Fahrzeug auch für urbane Einsatzlagen vorgesehen. Mit einer Gesamthöhe von unter 3.400 Millimetern bleibt die Nutzung in städtischen Strukturen möglich.

Das THW erhält 66 Unimog U 5025
Der THW Unimog mit Ladekran kombiniert eine geländegängige Fahrplattform mit flexibler Umschlagtechnik für den Transport von Einsatzmodulen und Ausrüstung

Flexibler Aufbau und Kranintegration

Der Aufbau kombiniert eine fest montierte Pritsche mit einem integrierten Ladekran des Herstellers HMF, der durch F&B installiert und über eine vierfache Abstützung stabilisiert wird. Die Pritsche ist mit Twistlocks zur Aufnahme standardisierter 10-Fuß-Wechselbehälter ausgestattet. Abnehmbare Bordwände erlauben zusätzlich die Nutzung als Flatbed-Fläche. Zwei Aufstiegsleitern erleichtern den Zugang und ermöglichen im Einsatzfall auch Anwendungen im Bereich der Menschen- und Tierrettung. Die modulare Auslegung der Ladefläche erlaubt den Transport unterschiedlicher Einsatzsysteme wie Stromerzeuger, Pumpen oder weiterer technischer Ausstattung.

Flottenentwicklung und Einordnung beim THW

Die Beschaffung der Unimog ergänzt eine bereits laufende Fahrzeugmodernisierung beim THW. Erst kürzlich wurden über 240 Gerätekraftwagen auf Basis des Mercedes-Benz Atego beschafft, die in vergleichbaren Einsatzfeldern wie Hochwasserlagen, Bränden oder Großschadensereignissen eingesetzt werden.

Die Kooperation zwischen Daimler Truck und F&B Nutzfahrzeug-Technik basiert auf einer langjährigen Zusammenarbeit im Bereich maßgeschneiderter Nutzfahrzeuglösungen und unterstreicht die strategische Ausrichtung auf spezialisierte Einsatztechnik für den Bevölkerungsschutz.

Fotos: F&B Nutzfahrzeugtechnik / THW/Kai-Uwe Wärner