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Haldex Bremsen – robust und sicher

Konstruktion, Fertigungsqualität und digitale Überwachung prägen die Betriebssicherheit moderner Trailerbremsen

Haldex, der Bremsspezialist der SAF-Holland Group, verfolgt bei der Entwicklung moderner Anhängerbremssysteme einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz. Dabei stehen nicht allein die Bremsleistung und das Gewicht der Komponenten im Mittelpunkt. Entscheidend sind ebenso die konstruktive Auslegung, die Qualität der Fertigungsprozesse und die Wartungsfreundlichkeit im täglichen Flottenbetrieb. Wie sich diese Faktoren auf die Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Bremssystemen auswirken, zeigt sich unter anderem an der Druckluft-Scheibenbremse ModulT, an automatischen Gestängestellern für Trommelbremsen und an elektronischen Überwachungslösungen.

„Sicherheit entsteht nicht durch einzelne Komponenten, sondern durch das perfekte Zusammenspiel aus Konstruktion, Fertigungsqualität, Wartungsfreundlichkeit und intelligenter Systemtechnik“, erklärt Alexander Kraus, Senior Commercial Product Manager bei SAF-Holland. Gerade bei modernen Anhängersystemen seien robuste, zuverlässige und servicefreundliche Bremssysteme entscheidend für eine hohe Fahrzeugverfügbarkeit und die Wirtschaftlichkeit im Flotteneinsatz.

Haldex entwickelt sichere Anhängerbremssysteme mit Fokus auf Robustheit, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit
Das Design der ModulT von Haldex ermöglicht einen werkzeuglosen Wechsel der Bremsbeläge, wodurch Wartungszeiten reduziert und Fehlerquellen minimiert werden

ModulT: Bewährte Scheibenbremse für den internationalen Einsatz

Die Haldex Druckluft-Scheibenbremse ModulT ist seit mehr als zehn Jahren auf dem europäischen Markt im Einsatz und wird inzwischen weltweit in Hunderttausenden Trailern verwendet. Haldex hat die Konstruktion auf Zuverlässigkeit, geringes Gewicht und Dauerhaltbarkeit ausgelegt. Das Design berücksichtigt dabei sowohl die thermischen und mechanischen Belastungen im Bremsbetrieb als auch die Umwelteinflüsse, denen die Komponenten im Alltag ausgesetzt sind.

Eine effektive Kühlung und die gezielte Ableitung von Wasser sollen dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit der Bremse unter wechselnden Einsatzbedingungen zu erhalten. Gleichzeitig schützt ein spezieller Faltenbalg bewegliche Komponenten vor äußeren Einflüssen wie Steinschlag, Streusalz und Spritzwasser. Für die Führung des Bremssattels kommen rostfreie Edelstahl-Führungsstifte zum Einsatz. In Verbindung mit metallischen Schutzkappen verringert diese Ausführung das Korrosionsrisiko und beugt schwergängigen Bremssätteln vor. Damit adressiert die Konstruktion typische Belastungen, die im Nutzfahrzeugbetrieb die Beweglichkeit und Funktionssicherheit von Bremskomponenten beeinträchtigen können.

Auch die strukturelle Auslegung des Bremssattels folgt einem auf Dauerfestigkeit ausgerichteten Konzept. Haldex nutzt moderne Simulationssoftware, um auftretende Belastungen zu analysieren und den Materialeinsatz gezielt an den mechanisch beanspruchten Stellen auszurichten. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Übergängen zwischen unterschiedlich starken Materialbereichen. Eine möglichst gleichmäßige Spannungsverteilung soll dort lokale Belastungsspitzen reduzieren und die strukturelle Integrität des Bauteils sichern. Die rechnergestützte Auslegung bildet damit einen wesentlichen Bestandteil der konstruktiven Absicherung.

Haldex entwickelt sichere Anhängerbremssysteme mit Fokus auf Robustheit, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit
Das durchdachte Sicherheitskonzept bei Haldex erhöht die Langlebigkeit, Bremsperformance und Wartungssicherheit der einzelnen Produkte

Automatisierte Fertigung sichert die Qualität der Komponenten

Neben der Konstruktion beeinflusst die Fertigungsqualität maßgeblich, wie zuverlässig ein Bremssystem über seine gesamte Einsatzdauer arbeitet. Haldex produziert die ModulT deshalb in hochautomatisierten Fertigungsprozessen, die durch kontinuierliche Qualitätskontrollen ergänzt werden. Messsysteme prüfen Bauteile bereits während der Herstellung und sollen auch geringe Abweichungen frühzeitig erkennen. Zusätzliche Stichprobenprüfungen innerhalb der Serienfertigung dienen dazu, die Einhaltung der Qualitätsanforderungen weiter abzusichern.

„Gerade bei sicherheitsrelevanten Komponenten entscheidet die Konstanz der Fertigungsqualität über die langfristige Zuverlässigkeit im Feld“, betont Kraus. Die Produktionsprozesse seien deshalb auf Wiederholgenauigkeit und Prozesssicherheit ausgerichtet. Für sicherheitsrelevante Fahrwerks- und Bremssysteme spielt neben der Überwachung einzelner Fertigungsschritte auch die konsequente Anwendung definierter Qualitätsstandards eine wichtige Rolle.

Innerhalb der SAF-Holland Group kann Haldex zudem auf den konzernweiten Austausch technischer Kompetenzen zurückgreifen. Die Zusammenarbeit über Entwicklungs- und Produktbereiche hinweg schafft eine Grundlage, um Erfahrungen aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern in die Weiterentwicklung von Fahrwerks- und Bremstechnologien einfließen zu lassen.

Wartungssicherheit als konstruktives Entwicklungsziel

Die Betriebssicherheit eines Bremssystems hängt nicht allein von seiner Leistungsfähigkeit im Fahrbetrieb ab. Auch die Zugänglichkeit der Verschleißteile, die Handhabung bei Wartungsarbeiten und die sichere Montage beeinflussen den Aufwand im Service sowie das Risiko fehlerhafter Eingriffe. Bei der ModulT hat Haldex diese Anforderungen bereits in der Konstruktion berücksichtigt.

Der werkzeuglose Wechsel der Bremsbeläge soll Wartungszeiten verkürzen und den Aufwand bei Servicearbeiten verringern. Ein speziell entwickelter Sicherungsmechanismus hält die Beläge zuverlässig in ihrer vorgesehenen Position. Die konstruktive Ausführung zielt damit darauf ab, die Handhabung bei Wartung und Instandhaltung zu vereinfachen, ohne die sichere Fixierung der Komponenten zu vernachlässigen.

Auch die innere Mechanik wurde mit Blick auf Bauteilzahl und Gewicht optimiert. Das Ein-Stößel-Design reduziert die Anzahl der Komponenten und trägt zur Gewichtsersparnis bei. Damit die Bremskraft trotz dieser Bauweise gleichmäßig auf die Bremsbeläge übertragen wird und ein möglichst homogener Verschleiß entsteht, setzt Haldex auf einen breit ausgelegten Kraftübertragungsmechanismus.

Ein weiterer konstruktiver Schwerpunkt liegt auf der Verringerung von Hystereseverlusten. Darunter fallen Verluste, die unter anderem durch interne Reibung und Rückstellkräfte in beweglichen Baugruppen entstehen. Sie können die Umsetzung der aufgebrachten Betätigungskraft beeinflussen und die Effizienz des Bremssystems mindern. Haldex verwendet deshalb doppelte Rollenlagerungen, um die Reibung innerhalb der beweglichen Baugruppen zu reduzieren und die Bremsperformance zu unterstützen.

Haldex verbindet Trommelbremsentechnik mit automatischer Nachstellung

Neben Druckluft-Scheibenbremsen verfügt Haldex über jahrzehntelange Erfahrung mit automatischen Gestängestellern für Trommelbremsen. Seit mehr als 50 Jahren entwickelt das Unternehmen entsprechende Systeme und zählt nach eigenen Angaben weltweit zu den technologischen Vorreitern in diesem Segment. Die automatische Nachstellung hält das Lüftspiel zwischen Bremsbacken und Trommel innerhalb der vorgesehenen Grenzen, wenn sich die Reibbeläge im Betrieb abnutzen. Damit trägt sie dazu bei, die Funktionsfähigkeit der Bremse aufrechtzuerhalten und den Bedarf an manuellen Nachstellarbeiten zu reduzieren.

Die beiden Gestängesteller Haldex AA1 und S-ABA unterscheiden sich unter anderem bei der Ermittlung ihrer Ausgangsposition. Beim AA1 wird die Montage an einer exakt definierten Referenzposition ausgerichtet. Der S-ABA, kurz für Self-Setting Automatic Brake Adjuster, bestimmt seinen Nullpunkt dagegen nach wenigen Bremsbetätigungen selbstständig. Dieses selbstjustierende Prinzip verringert die Abhängigkeit von einer exakt eingestellten Ausgangsposition bei der Montage und kann dadurch potenzielle Montagefehler reduzieren.

Darüber hinaus führte Haldex nach eigenen Angaben als erster Anbieter einen automatischen Gestängesteller mit elektronischer Bremsbelagverschleiß-Erkennung ein. Die Kombination aus automatischer Nachstellung und elektronischer Zustandsüberwachung erweitert die Möglichkeiten, den Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen und die Instandhaltung bedarfsgerecht zu organisieren.

Haldex entwickelt sichere Anhängerbremssysteme mit Fokus auf Robustheit, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit
Das elektronische Bremssystem EB+ 4.0 von Haldex schafft die Grundlage für moderne, vernetzte Trailerkonzepte. Durch den modularen Aufbau lassen sich zusätzliche Sicherheits-, Brems- und Komfortfunktionen flexibel integrieren

Digitale Überwachung schafft Transparenz im Flottenbetrieb

Mit der zunehmenden Digitalisierung von Anhängern gewinnen elektronische Überwachungsfunktionen für die Bremsanlage an Bedeutung. Haldex bietet dafür Verschleißsensoren, die je nach Ausführung entweder eine End-of-Life-Warnung bei Erreichen der Verschleißgrenze ausgeben oder eine kontinuierliche Überwachung des Bremsbelagzustands ermöglichen. Flottenbetreiber können dadurch den Wartungszustand ihrer Fahrzeuge besser einschätzen und Serviceeinsätze gezielter planen.

Die Vorteile liegen vor allem in der frühzeitigen Verfügbarkeit von Zustandsinformationen. Werden Verschleißdaten systematisch erfasst, lässt sich der Wartungsbedarf besser in bestehende Betriebs- und Werkstattabläufe integrieren. Zugleich können unnötige Kontrollaufwände reduziert werden, sofern die verfügbaren Daten zuverlässig ausgewertet und in die Instandhaltungsplanung eingebunden werden. Die elektronische Überwachung ersetzt dabei nicht die erforderlichen Prüf- und Wartungsarbeiten, sondern ergänzt sie um zusätzliche Informationen zum Zustand der Bremskomponenten.

Eine zentrale Rolle innerhalb dieses Ansatzes spielt das elektronische Bremssystem EB+ 4.0. Sein modularer Aufbau bildet die technische Grundlage für Trailerkonzepte, bei denen sich zusätzliche Sicherheits-, Brems- und Komfortfunktionen integrieren lassen. Damit kann das System an unterschiedliche Fahrzeugkonfigurationen und Anforderungen angepasst werden.

Innerhalb der SAF-Holland Group werden diese Möglichkeiten mit der Weiterentwicklung von Fahrwerks- und Bremstechnologien sowie digitalen Fahrzeugfunktionen verknüpft. Ziel sind integrierte Systemlösungen, in denen mechanische Komponenten, elektronische Steuerung und Zustandsüberwachung aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten. Für die Praxis kommt es dabei darauf an, die einzelnen Funktionen nicht isoliert zu betrachten, sondern ihre Wechselwirkungen über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus hinweg zu berücksichtigen.

Systemintegration über den gesamten Lebenszyklus

Die Betriebssicherheit moderner Anhängerbremssysteme beruht auf dem Zusammenspiel von Konstruktion, Fertigungsqualität, Wartungsfreundlichkeit und digitaler Überwachung. Für Flottenbetreiber zählen neben der Bremsleistung vor allem die langfristige Funktionssicherheit, der Instandhaltungsaufwand und die Planbarkeit von Serviceeinsätzen. Mit Scheibenbremsen, automatischen Gestängestellern und elektronischen Überwachungslösungen deckt Haldex unterschiedliche Anforderungen ab. Entscheidend ist, dass die einzelnen Technologien über den gesamten Lebenszyklus des Trailers zuverlässig zusammenwirken.

Fotos: Haldex / SAF-Holland