Kraftvoll in der Nische
Dank Straßenzulassung werden mit dem Bell B30E Abbaustätten schnell und vor allem ohne aufwändige Tieflader-Transporte erreicht

Kraftvoll in der Nische

Bell B30E punktet mit einem deutlichen Leistungsplus und einer gewichtsoptimierten Auslegung!  

Für mehrere Dachziegel- und Mauersteinproduzenten übernimmt Sandritter an wechselnden Standorten den selektiven Abbau von Ton und die qualifizierter Rekultivierung einschließlich Abdeckung

In kurzfristigen Einsätzen oder mehrwöchigen Kampagnen übernehmen das Unternehmen Sandritter Transport im Auftrag einiger bedeutender Dachziegel- und Mauersteinproduzenten an verschiedenen Kunden-Standorten in ganz Süddeutschland den Tonabbau und die Grubenbewirtschaftung. Zu den von Sandritter wahrgenommen Aufgaben zählt dabei auch der Materialtransport in die Werke und dort der fachgerechte Aufbau der meist mehrere zehntausend Tonnen umfassenden Produktionshalden. Zur Bewältigung dieser Arbeiten gehören neben 30-Tonnen-Tieflöffelbaggern und 20-Tonnen-Dozern auch sechs knickgelenkte Muldenkipper. 

Weil gleich mehrere seit Jahren bewirtschaftete Kunden-Standorte in unmittelbarer Nähe zum Firmensitz in der Rhein-Neckar-Odenwald-Region liegen, verfügen die Sandritter-Dumper zur unkomplizierten Überführung an jeweils neue Einsatzorte seit geraumer Zeit über eine Tonabbau für Leerfahrten im öffentlichen Verkehr, die etwa auch das Queren öffentlicher Wege ermöglicht. 

Ausgedünntes Angebot

Ein nicht zu breiter Rücken kann entzücken

Neben verkehrsüblichen Abmessungen sowie StVO-gerechter Kennzeichnung und Ausrüstung grundsätzliche Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der zulässigen Achslast von max. 11,5 Tonnen im unbeladenen Zustand. Als das Unternehmen jedoch im vergangenen Jahr turnusgemäß zur Teilerneuerung des 6×6-Fuhrparks schreiten wollte, stellte man fest, dass entgegen aller bislang bei Sandritter eingesetzten 25-Tonner kaum noch ein Neufahrzeug im mittleren 6×6-Segment über 20 Tonnen Nutzlast an der Vorderachse dieser Anforderungen gerecht wird. Um bis zu 2 Tonnen überschritten die Triebköpfe der verfügbaren 25-/30-Tonner die zulassungsfähige Frontlast. 

Nicht so Bell Equipment: Gleich drei aktuelle Modelle aus dem Angebot der insgesamt acht Nutzlastklassen von 18 bis 55 Tonnen liegen innerhalb der Achslast-Grenze. Mit knapp unter 11 Tonnen Leergewicht an der Vorderachse zählt dazu sogar der Dreißigtonner Bell B30E, der bei einem Leergewicht von 20.3 Tonnen über eine nominelle Nutzlast von 28 Tonnen und eine 17,5-Kubikmeter-Standardmulde verfügt. 

Der Bell B30E überzeugt

Der Bell Bell B30E bewährt er sich seit knapp einem halben Jahr im schweren Erdbau

Aus diesem Grund bestellte Sandritter im November 2019 beim zuständigen Bell-Regionalpartner Kiesel auch den Bell B30E. Dass dieser Knicklenker in aktueller Ausführung nach der im Herbst 2019 im Bell-Werk Eisenach erfolgten Umstellung auf die aktuelle Norm der Abgasstufe EU V gerecht wird, bildete sozusagen das Tüpfelchen auf dem i. Dabei gelang es Bell zufolge sogar, die Motorleistung des B30E deutlich zu steigern. Statt der bisherigen 246 Kilowatt/334 PS kommt der verwendete 7,7-Liter-Sechszylinder von Mercedes Benz/MTU jetzt auf 260 Kilowatt/354 PS und ein maximales Drehmoment  von 1450 Newtonmetern in einem unverändert breiten Drehzahlband von 1150 bis 1800 U/min. 

Das neue Allison „Extra Fuel Economy“-Automatikgetriebe 3400 ORS sorgt dafür, das Leistungsplus auf die Räder zu bringen. Es soll dank des höheren Drehmoments unter Volllast eine bessere Beschleunigung in niedrigen Gängen und eine deutlich längere Nutzung höherer Gangstufen bei niedrigen Drehzahlen gewährleisten. Eine Ölbadlamellenbremsen an Vorder- und Mittelachse übernimmt zudem gemeinsam mit der Motorbremse elektronisch gesteuert die mehrstufig vorwählbare automatische Retarderfunktion. 

Stimmiges Gesamtpaket

Nach knapp 80.000 Tonnen Gesamttonnage verzeichnet Sandritter bei der Maschine einen Verbrach knapp unter 14 Litern in der Stunde

Ab Werk erhielt der Dreißigtonner zudem eine 750er-Breitbereifung und eine Muldenerhöhung um 200 Millimeter. Gemeinsam mit der Heckklappe erhöht dies das Muldenvolumen um gut 2 Kubikmeter auf jetzt rund 19,5 Kubikmeter. Ebenso verbaut ist die hintere Comfort-Ride-Federung: Das exklusive Bell-System aus zwei unterschiedlich harten Gummi-Sandwich-Elementen an der hinteren Achse arbeitet rein mechanisch und daher nahezu wartungsfrei. Sie soll, wie Bell verspricht, ebenso wie die adaptive sensor-gesteuerte „Comfort Ride“-Vorderachsaufhängung, die wechselnde Fahrzeuglasten und Kurvenneigungen aktiv ausgleicht, spürbar die Fahreigenschaften verbessern.

Die StVO-konforme Nachrüstung mit Zusatzleuchten, Markierungen und Anbau-Spritzschutz für Überführungen übernahm Bell-Vertriebspartner Kiesel in enger Abstimmung mit der Zulassungsbehörde. Nach erfolgreicher Zulassung und Erteilung der Straßen-Dauergenehmigung wurde der Bell B30E als erster Dreißigtonner im Sandritter-Fuhrpark in den Abbaubetrieb integriert. 

Erstes Resümee

Je nach Standort, Aufgabenstellung und Geräteausrüstung, besagt eine erste Auswertung des Unternehmens, fördert die Mannschaft bis 3000 Tonnen pro Tag im „stationären“ Grubenbetrieb bzw. 2000 Tonnen pro Tag, wenn das Material per Sondergenehmigung ohne Zwischenverladung direkt über öffentliche Wege auf die Produktionshalden gefahren wird. Auf langen Umläufen kommen so pro Schicht knapp 200 Kilometer zusammen, was gemeinsam mit den Überführungen die eher 6×6-untypische Gesamtfahrleistung von knapp 5.000 Kilometern nach wenig mehr als 600 Betriebsstunden erklärt.

Fahrer Manfred Göschl am Steuer seines Bell B30E

Fahrer Manfred Göschl lernte dabei Fahreigenschaften und Komfort zu schätzen und stellt insbesondere dem „Comfort-Ride“-Paket des Bell B30E gute Noten aus. Im Zusammenspiel mit der automatischen Retarderfunktion sei ein schnelles, vorausschauendes Fahren mit dem beladen rund 48 Tonnen schweren möglich. Zudem überzeuge der 28-Tonner mit guter Traktion und Beschleunigung auch im schweren Gelände und an Rampen. Trotz seines nominellen Nutzlastplus von 4 Tonnen unterbiete er mit dokumentierten Maximalverbräuchen von rund 20 Litern pro Stunde die anderen 24-Tonner konstant um 3 bis 5 in der Stunde.