16-Tonnen-Kettenbagger bei komplexen Sanierungsarbeiten

Ein Takeuchi TB 2150 kam bei der Sanierung eines Bankgebäudes in der historischen Altstadt von Lüneburg unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen zum Einsatz. Da das Baufeld in der mittelalterlich geprägten Innenstadt keinen konventionellen Zugang zuließ, wurde der 16-Tonnen-Kettenbagger mithilfe eines 250-Tonnen-Mobilkrans in das Gebäude eingehoben. Der spektakuläre Einhub war die Voraussetzung für präzise Rückbauarbeiten im Inneren eines Massivbaus aus den 1970er-Jahren.
Lüneburg blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört, wodurch die gewachsene städtebauliche Struktur bis heute erhalten ist. Entsprechend sensibel sind Eingriffe in den Gebäudebestand zu planen und umzusetzen. Das betreffende Bankgebäude wird im Zuge einer umfassenden Modernisierung umgebaut; ein Teil der veranschlagten Gesamtkosten von 26 Millionen Euro entfällt auf die Rückbauarbeiten.
Technische Anforderungen im innerstädtischen Bestand
Die beengten Platzverhältnisse und die statischen Rahmenbedingungen im Gebäudeinneren stellten hohe Anforderungen an die eingesetzte Maschinentechnik. Gefordert war ein kompaktes, zugleich leistungsfähiges Gerät mit feinfühliger Hydraulik und variabler Ausrüstung. „Wir haben nach einem Bagger gesucht, der sehr kompakt und beweglich ist und viel Power hat, um die punktgenauen Rückbauarbeiten leisten zu können. Zudem muss er technisch anspruchsvoll ausgerüstet sein. Mit dem TB 2150 haben wir den besten gefunden“, sagt Thomas Wertheimer, Geschäftsführer der Firma Wertheimer & Sohn GmbH aus Lüneburg.
Der von Takeuchi hergestellte TB 2150 R verfügt über eine Motorleistung von 85 kW (115 PS). Die Abgasnachbehandlung entspricht der EU-Stufe V und kombiniert Diesel-Oxidationskatalysator, Dieselpartikelfilter sowie SCR-System mit AdBlue-Einspritzung. Damit erfüllt die Maschine aktuelle Emissionsanforderungen, was insbesondere bei Arbeiten in geschlossenen Räumen von Bedeutung ist.
Kompakte Abmessungen und leistungsfähige Hydraulik für präzisen Rückbau
Mit einer Laufwerkslänge von 3.795 Millimetern, einer Breite von 2.490 Millimetern und einer Höhe von 2.960 Millimetern bleibt der TB 2150 innerhalb eines für die 16-Tonnen-Klasse kompakten Rahmens. In Verbindung mit dem Verstellausleger erreicht der Bagger eine maximale Grabtiefe von 5.720 Millimetern und eine Abstechhöhe von 9.925 Millimetern. Der Oberwagen dreht mit bis zu 11,2 Umdrehungen pro Minute, was kurze Taktzeiten im Materialumschlag ermöglicht.
Hydraulisch stehen vier Zusatzsteuerkreise mit programmierbarer Mengen- und Druckeinstellung zur Verfügung. Im High-Flow-Modus werden bis zu 224 Liter pro Minute bereitgestellt. Die Leitungsführung am Löffelstiel ist abrissgeschützt ausgeführt, im Bereich des Schwenkbocks zusätzlich massiv abgeschirmt. Diese konstruktiven Details reduzieren das Risiko von Beschädigungen bei beengten Arbeitsbewegungen im Bestand.

Takeuchi TB 2150 mit Schutzgasausrüstung und Taklock-System
Für den Einsatz im Gebäude wurde die Maschine mit einer Schutzgasanlage in der Kabine ausgestattet, um dem Fahrer unter staub- und emissionsintensiven Bedingungen eine kontinuierlich gefilterte Atemluft bereitzustellen. Der hydraulische Schnellwechsler erlaubt den Wechsel zwischen Abbruchhammer, Schere und verschiedenen Löffeltypen ohne nennenswerte Stillstandszeiten.
„Wir haben den TB 2150 mit dem Taklock Schnellkupplungssystem ausrüsten lassen. Das macht den Wechseln von Schlauchleitungen äußerst unkompliziert. Es ist wirklich ein Segen, dass es dieses System gibt“, sagt Wertheimer.
Das Taklock-System vereinfacht insbesondere bei häufig wechselnden Anbaugeräten das Kuppeln hydraulischer Leitungen und trägt so zur Prozesssicherheit bei. Gerade im selektiven Rückbau, bei dem unterschiedliche Werkzeuge in enger Abfolge benötigt werden, wirkt sich dies unmittelbar auf die Produktivität aus.
Ergonomie, Schallemission und Wartungszugang
Im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen im Innenraum sind die Geräuschwerte von Bedeutung. Der Schalldruckpegel in der Kabine liegt bei 69 dB(A), der Außenwert bei 91 dB(A). Damit bewegt sich die Maschine in einem Bereich, der auch bei längeren Einsätzen im Gebäude eine vergleichsweise geringe Belastung für Bediener und Umfeld bedeutet.
Die Kabine des TB 2150 bietet durch großzügige Verglasung eine gute Rundumsicht auf Arbeitsbereich und Anbaugeräte. Betriebsdaten und Maschineneinstellungen werden auf kontrastreichen Displays dargestellt, was eine schnelle Erfassung relevanter Parameter ermöglicht. Das Stahlchassis ist robust ausgeführt; Wartungspunkte sind ohne größeren Demontageaufwand zugänglich, was Stillstandszeiten reduziert.
Für Arbeiten in größerer Höhe kann der Bagger mit einer fünf Meter langen Stielverlängerung ausgerüstet werden. In dieser Konfiguration erreicht die Maschine eine Reichhöhe von annähernd 15 Metern. Damit lassen sich auch Decken- und Rückbauarbeiten in höheren Geschossen innerhalb des Gebäudes durchführen, ohne auf zusätzliche Hubtechnik zurückgreifen zu müssen.
Projektumfeld und Umsetzung
Die Wertheimer & Sohn GmbH mit Sitz in Lüneburg ist auf Beratung, Planung, Kostenermittlung sowie Bau- und Bauleitung im Bereich Gebäudeabbruch und -umbau spezialisiert. Mit 15 Mitarbeitern und einem entsprechend ausgerichteten Maschinenpark übernimmt das Unternehmen auch komplexe innerstädtische Projekte. Die technische Betreuung und der Service für die eingesetzte Maschine erfolgen über die Behrens & Lüneburger Baumaschinen GmbH mit Standorten in Hamburg, Lüneburg, Barsbüttel, Celle und Pritzwalk.
Der Einsatz des TB 2150 in der Lüneburger Altstadt verdeutlicht, dass innerstädtischer Rückbau im Bestand zunehmend präzise abgestimmte Maschinentechnik erfordert. Kompakte Abmessungen, leistungsfähige Hydraulik, emissionsarme Antriebstechnik und flexible Ausrüstung sind dabei zentrale Faktoren für eine wirtschaftliche und zugleich substanzschonende Umsetzung.
Fotos: Teubert Kommunikation




