Cat Abbruchtechnik im Einsatz am Darmstädter Kreuz

Am Darmstädter Kreuz, wo die Autobahnen A5 und A67 zusammentreffen, wird täglich ein Verkehrsaufkommen von rund 160.000 Fahrzeugen gezählt. Für ein Wochenende im November wurde dieser zentrale Verkehrsknoten jedoch zur Großbaustelle: Die A67 war in beide Richtungen – Frankfurt und Mannheim – vollständig gesperrt. Statt Pkw und Lkw prägte in dieser Zeit eine Flotte von Cat Baumaschinen der Peter Kolb GmbH das Bild. Das Unternehmen übernahm im Auftrag von Eiffage Infra-Südwest den Rückbau eines Brückenbauwerks aus dem Jahr 1967.
Cat Technik übernimmt das Kommando am Verkehrsknoten
Der Abbruch stellte bereits den vierten Einsatz der Darmstädter Spezialisten an dieser Stelle dar. Zuvor hatte das Unternehmen bereits die Nordrampe sowie das Zentralbauwerk zurückgebaut. Beide Bauwerke wiesen Defizite hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit auf. Nun sollte auch das sechs Meter hohe Bestandsbauwerk mit einer Gesamtlänge von 138 Metern weichen. Die Brücke überspannte die Autobahn über vier Felder hinweg und war der Brückenklasse 3 zugeordnet. Ihr baulicher Zustand wurde als kritisch beziehungsweise ungenügend eingestuft.
Der Rückbau war Teil einer umfassenden Erneuerungsmaßnahme der Autobahn GmbH. Parallel zum alten Bauwerk war bereits eine neue Konstruktion entstanden: ein moderner Stahlverbundbau mit drei Hohlkästen. Um Beschädigungen an der neuen Brücke zu vermeiden, begann der Rückbau mit der Demontage der Kragarme. Erst nachdem ein ausreichender Sicherheitsabstand hergestellt war, rückten die schweren Abbruchmaschinen an.
Unternehmer Peter Kolb setzte dabei auf eine umfangreiche Maschinenflotte der neuesten Generation. „Die große Maschinerie sagt alles. Die Brücke besteht aus massivem Beton. Es geht in Summe um 3.200 Kubikmeter feste Masse“, erklärte Bauleiter Alexander Hasenstab.

Präzise Koordination der Abbruchtechnik
Im Zentrum des Rückbaus stand ein Cat Kettenbagger 395, ausgestattet mit einer rund 15 Tonnen schweren Abbruchschere. Von der linken Seite aus arbeitete sich die Maschine systematisch durch das Bauwerk. Zunächst wurden die Brückenkappen entfernt, anschließend folgte der Abbruch der Fahrbahnplatte. Im weiteren Verlauf wurden die Pfeiler sowie die Widerlager demontiert.
Unterstützt wurde der 395 von einem Cat Kettenbagger 352, zwei Cat Kettenbaggern 340 sowie einem Cat Kettenbagger 336F. Entlang der gesamten Brückenlänge arbeiteten die Maschinen parallel. Hydraulikhämmer zerkleinerten den Beton, Betonscheren durchtrennten die Bewehrung und Pulverisierer zerdrückten das Material. „Jeder wusste genau, was zu tun war“, sagte Firmenchef Peter Kolb. Für jede Maschine und jeden Fahrer war ein fester Arbeitsbereich definiert, sodass der Ablauf eng abgestimmt erfolgen konnte.

Cat Flotte wartet auf den Start
Der Beginn der Arbeiten war ursprünglich für Freitagabend um 21 Uhr angesetzt. Bereits zuvor hatten sich die Maschinen hinter Absperrbaken und Warnleuchten entlang der Autobahn positioniert. Radlader vom Typ Cat 966 und Cat 950K sollten zunächst etwa 4.500 Kubikmeter Sand verteilen, um ein Fallbett zum Schutz der Fahrbahn anzulegen. Anschließend sollten die schweren Kettenbagger mit Einsatzgewichten von 95, 50 und knapp 40 Tonnen mit dem eigentlichen Rückbau beginnen.
Ein Verkehrsunfall führte jedoch zunächst zu einer Vollsperrung auf der Autobahn, sodass sich der Beginn der Arbeiten verzögerte. Erst nachdem sich der Stau aufgelöst hatte, konnte die Abbruchkolonne rund zwei Stunden später als geplant starten.
Angesichts des ohnehin engen Zeitfensters erhöhte dies den Druck auf das Team zusätzlich. Dennoch gelang es, den Rückbau planmäßig voranzutreiben. „Die Herausforderung waren der enge Zeitplan und die Logistik“, erläuterte Peter Kolb.

Service und Vorbereitung als entscheidender Faktor
Ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung war die Zusammenarbeit mit der Zeppelin Niederlassung Hanau. Die Zeppelin Baumaschinen GmbH ist seit 1954 Vertriebs- und Servicepartner von Caterpillar Inc., dem weltweit größten Hersteller von Baumaschinen. Für den Einsatz am Darmstädter Kreuz stellte das Unternehmen einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst sicher, um im Fall technischer Probleme unmittelbar reagieren zu können.
„Auch für uns ist die Betreuung der Baumaschinen auf einer solch eng getakteten Baustelle, für die eine Autobahn gesperrt wurde, kein Alltagsgeschäft. Im Vorfeld muss viel abgestimmt, terminiert und vorbereitet werden, damit alles wie am Schnürchen klappt und alle Räder ineinandergreifen. Durch die regelmäßige Wartung sind die Maschinen ohnehin gut in Schuss. Trotzdem überlassen wir nichts dem Zufall und haben im Vorfeld einen Probelauf mit den Anbaugeräten gemacht und sie nochmal gründlich gecheckt“, erklärte Werner Dölger, Zeppelin Serviceberater.
Zur Absicherung der Baustelle wurde ein Anhänger mit Betriebsstoffen und Ersatzteilen bereitgestellt. Dazu gehörten Motor- und Hydrauliköl, Kühlmittel sowie verschiedene Ersatzkomponenten. „Aufgrund der großen Flotte an Maschinen der neuen Generation, die mit Oilquick-Schnellwechslern ausgerüstet sind, hatten wir vorsorglich Schnellkupplungen sowie Dichtungen vor Ort“, sagte Sören Schmidt, Zeppelin Servicetechniker, der während der Arbeiten Rufbereitschaft hatte. Zusätzlich wurde der Notdienst im zentralen Ersatzteillager in Köln aktiviert. „Diese Dienstleistungen bietet keiner in der Branche in diesem Umfang an“, stellte Werner Dölger klar.

Vorbereitung der Maschinen vor dem Einsatz
Bereits vier Tage vor Beginn des Rückbaus waren Servicetechniker vor Ort, um die Maschinen einsatzbereit zu machen. Die Cat Baumaschinen wurden von Bernd Weidenweber, Zeppelin Gebietsverkaufsleiter aus Hanau, bereitgestellt. Am Cat 395 wurden unter anderem der Stiel montiert, das Fahrwerk verbreitert sowie die für den Transport demontierten Laufstege angebaut.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Flotte war ein werksneuer Cat 352, der am Darmstädter Kreuz seinen ersten Arbeitseinsatz absolvierte. Auch bei dieser Maschine mussten die Laufwerke verbreitert werden. Anschließend wurde die Abbruchschere präzise eingestellt.
„Wir haben dann die Abbruchschere ausgelitert, damit der Fahrer ihre volle Leistung abrufen kann. Auch haben wir sichergestellt, dass alle überschneidenden Funktionen von Schere und Stiel funktionieren. Weil der Bagger erstmals auf der Baustelle in den Einsatz ging, standen wir vorsorglich auf Abruf bereit, um schnell reagieren zu können“, erklärte der Zeppelin Servicemitarbeiter. Ein Eingreifen war jedoch nicht erforderlich. „Der Bagger hat von Anfang an seine Leistung gebracht – so wie er sollte.“

Materialtrennung und Abschluss der Arbeiten
Auch Unternehmer Peter Kolb beteiligte sich aktiv an den Arbeiten und übernahm zeitweise selbst das Steuer des Cat 395. Neben dem Abbruch kam der Kettenbagger auch beim Verladen des Materials zum Einsatz. Der Beton wurde auf zwei Cat Dumper des Typs 730C verladen und zu einem Zwischenlager transportiert.
Dort erfolgte die Trennung von Stahl und Beton. Während der Beton in der Recyclinganlage des Unternehmens weiterverarbeitet wurde, konnte der Stahl separat verwertet werden. Ein Cat Radlader 908M übernahm verschiedene Transportaufgaben auf der Baustelle, etwa das Befördern von Gasflaschen mit Sauerstoff für Trennarbeiten. Außerdem kam er mit einem Kehrbesen zum Einsatz, um die Fahrbahn zum Abschluss der Arbeiten zu reinigen.
Dank der detaillierten Planung und der abgestimmten Maschinendisposition konnte die Autobahn bereits am Sonntagabend wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Abbruch des alten Bauwerks markierte damit den letzten Schritt einer umfassenden Modernisierung des Autobahnknotens.
Fotos: Zeppelin




