Ford bringt Schwerlast-Pick-up für professionelle Spezialeinsätze nach Europa

Mit dem Ranger Super Duty führt Ford Pro erstmals auch in Europa eine Pick-up-Variante ein, die gezielt für besonders anspruchsvolle Arbeitsumgebungen entwickelt wurde. Das neue Modell erweitert die Ranger-Baureihe um eine Schwerlastversion, die deutlich höhere Anforderungen an Nutzlast, Anhängelast und Geländetauglichkeit erfüllt als die bisherigen Ausführungen. Damit erschließt der Hersteller ein Segment, das bislang auf dem europäischen Markt kaum besetzt ist, und richtet sich insbesondere an professionelle Anwender aus Bereichen wie Forstwirtschaft, Bergbau, Infrastrukturentwicklung oder Rettungswesen.
Der neue Ranger Super Duty kann Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 4,5 Tonnen ziehen und bietet eine Nutzlast von bis zu 1.982 Kilogramm. Darüber hinaus erlaubt ein zulässiges Gesamtzuggewicht von 8.000 Kilogramm den gleichzeitigen Transport schwerer Lasten und großer Anhänger. Im Vergleich zu den leistungsstärksten bisherigen Ranger-Versionen bedeutet dies nahezu eine Verdopplung der Zuladung sowie eine zusätzliche Tonne Anhängelast.
„Der Ranger Super Duty ist ein Fahrzeug, das die Grenzen der Leistungsfähigkeit neu definiert und hochspezialisierten Unternehmen, deren Arbeit höchste Anforderungen an ihre Fahrzeuge stellt, eine beispiellose Pick-up-Performance bietet. Das Emblem ‚Super Duty‘ muss sich jedes Nutzfahrzeug von Ford hart erarbeiten. Wir sind stolz, dass wir Europas meistverkauften Pick-up unseren Kunden jetzt auch in dieser extrem leistungsfähigen Variante anbieten können“, erklärt Kyle Shearer, Chefingenieur des Ford Ranger für Europa.

Neue Dimension bei Nutzlast und Anhängelast
Mit der Einführung der Schwerlastversion baut Ford Pro seine Nutzfahrzeugpalette gezielt in Richtung hochspezialisierter Anwendungen aus. Der Ranger gilt seit Jahren als eines der erfolgreichsten Pick-up-Modelle Europas. Im Jahr 2025 war er bereits zum elften Mal in Folge der meistverkaufte Pritschenwagen Europas und erreichte einen Marktanteil von über 47 Prozent. In Deutschland lag der Marktanteil sogar bei 63 Prozent. Zusätzlich erhielt der Ranger Plug-in-Hybrid den International Pick-up Award.
Ford sieht den Ranger Super Duty dabei nicht nur als Arbeitsfahrzeug für besonders schwere Aufgaben, sondern auch als Plattform für spezialisierte Umbauten. Aufgrund der hohen Belastbarkeit und der konstruktiven Vorbereitung auf zusätzliche Ausrüstung eignet sich das Modell als Basisfahrzeug für Aufbauhersteller und Umrüster, die individuelle Lösungen für extreme Einsatzbedingungen realisieren.

Ranger Super Duty: Verstärkte Technik für harte Einsätze
Die technischen Anpassungen reichen weit über eine bloße Erhöhung der Leistungswerte hinaus. Das Chassis wurde umfassend überarbeitet und bietet nahezu 300 Millimeter Bodenfreiheit. Daraus resultieren Böschungswinkel von bis zu 36 Grad an der Vorderachse sowie bis zu 29 Grad hinten. Der Rampenwinkel beträgt 26 Grad. Auch die Wattiefe steigt auf 850 Millimeter und erreicht damit das Niveau des Ranger Raptor.
Während die grundlegenden Fahrzeugabmessungen unverändert bleiben, wurden Rahmen, Aufhängungspunkte, Lastaufnahmen und die Befestigung der Anhängerkupplung deutlich verstärkt. Gleiches gilt für die Antriebswellen. An der Hinterachse kommt das bislang größte und belastbarste Differenzial zum Einsatz, das jemals in einem Serien-Ranger verbaut wurde. Acht Befestigungspunkte pro Radnabe, größere Radschrauben sowie integrierte Drehmomentanzeigen verbessern die Lastverteilung und erhöhen die Dauerhaltbarkeit unter schweren Einsatzbedingungen.

Partnernetzwerk von geprüften Umbauspezialisten
Bereits während der Entwicklung berücksichtigten die Ingenieure die Anforderungen von Aufbauherstellern. Verstärkte Rahmenstrukturen und leicht zugängliche Befestigungspunkte erleichtern die Integration von Sonderaufbauten, Spezialwerkzeugen und weiterer Ausrüstung. In Europa arbeitet Ford Pro hierfür mit einem Netzwerk zertifizierter Umbauspezialisten zusammen, darunter 39 Aufbauhersteller in Deutschland. Angeboten werden unter anderem Hebevorrichtungen, Kofferaufbauten, Kippaufbauten sowie individuell entwickelte Sonderlösungen.
Praktische Unterstützung leisten zudem sechs vollständig verkabelte Dachschalter mit jeweils 60 Ampere Belastbarkeit. Zusätzliche elektrische Verbraucher lassen sich dadurch ohne aufwändige Nachrüstungen integrieren. Ergänzend steht ein werkseitig vorbereitetes Befestigungssystem für Displays oder Laptops zur Verfügung.

V6-Turbodiesel für hohe Dauerbelastungen
Den Antrieb übernimmt ein 3,0-Liter-V6-Turbodiesel mit 154 kW (209 PS) Leistung und einem maximalen Drehmoment von 600 Nm. Das Aggregat wurde speziell auf Anforderungen im Schwerlastbetrieb abgestimmt und erfüllt die Emissionsnorm Euro 6.2.
Zur Verbesserung der thermischen Belastbarkeit erhielt das Fahrzeug einen offener gestalteten Kühllufteinlass. Dadurch steigt die Förderleistung des Kühlerventilators gegenüber dem V6-Diesel des Serien-Ranger um 25 Prozent. Dies soll insbesondere bei hohen Außentemperaturen, schweren Anhängelasten und langen Geländefahrten für stabile Betriebstemperaturen sorgen.
Für unterschiedliche Einsatzszenarien stehen die Fahrprogramme Normal, Eco, Ladung/Anhänger, Schlamm/Spur, Sand und Rock Crawl zur Verfügung. Sie beeinflussen unter anderem Gaspedalkennlinie, Schaltstrategie der 10-Gang-Automatik sowie das Regelverhalten der elektronischen Fahrdynamiksysteme.
Serienmäßig verfügt der Ranger Super Duty über den modernsten automatischen Allradantrieb der Ranger-Familie. Eine intelligente Drehmomentverteilung leitet die Antriebskraft jeweils an die Räder mit der besten Traktion. Hinzu kommt ein Sperrdifferenzial, das bislang ausschließlich beim Ranger Raptor verfügbar war. Zum Schutz wichtiger Komponenten erhielt der Unterboden eine durchgehende Schutzverkleidung.
Auch das zweistufige Verteilergetriebe wurde verstärkt ausgeführt. Der Kriechgang orientiert sich an den größeren Super-Duty-Modellen der nordamerikanischen F-Serie. Sämtliche Entlüftungen von Differenzialen, Getriebe, Tank und Verteilergetriebe wurden so positioniert, dass das Eindringen von Wasser, Sand oder Schmutz unter extremen Offroad-Bedingungen minimiert wird. Ein 130-Liter-Kraftstofftank vergrößert zudem die Reichweite bei langen Einsätzen fernab der Infrastruktur.

Erprobung unter Extrembedingungen
Die Entwicklung des Ranger Super Duty wurde von einem umfangreichen Testprogramm begleitet. Dazu gehörten Langstreckenfahrten unter Volllast im australischen Outback ebenso wie Dauerläufe auf dem Ford-Testgelände in Silver Creek. Dort wurden unter anderem Motorlagerungen, Karosseriebefestigungen, Fahrwerkskomponenten und elektrische Steckverbindungen über Monate hinweg extremen Belastungen ausgesetzt.
Nach Angaben des Herstellers simulierten die Testreihen mehr als ein Jahrzehnt Einsatz auf besonders anspruchsvollen Straßen und Pisten. Einige Prüfungen wurden aufgrund ihrer Belastungsintensität sogar mithilfe von Robotern durchgeführt.
Für die neue Modellvariante entwickelte Ford darüber hinaus zusätzliche Testverfahren. In einem Versuch wurde ein Fahrzeug so lange durch tiefen Schlamm bewegt, bis sich rund 600 Kilogramm Material am und im Fahrzeug angesammelt hatten. Mehrere Prototypen absolvierten außerdem wiederholt anspruchsvolle Offroad-Parcours mit maximal zulässigem Gesamtgewicht.

Assistenzsysteme für Arbeit und Anhängerbetrieb
Trotz seiner konsequenten Auslegung auf Schwerlast- und Spezialanwendungen übernimmt der Ranger Super Duty zahlreiche Komfort- und Assistenzfunktionen aus der bestehenden Ranger-Baureihe. Da viele Kunden das Fahrzeug regelmäßig als Zugmaschine einsetzen dürften, gehören Stützlast-Assistent und On-Board-Waage zur Serienausstattung. Während der Stützlast-Assistent die Lastverteilung auf der Anhängerkupplung unterstützt, überwacht die On-Board-Waage über Sensoren an allen vier Radaufhängungen kontinuierlich das Fahrzeuggewicht während des Beladens.
Ebenfalls serienmäßig an Bord ist der Anhänger-Rückfahr-Assistent. Das System erkennt die Position des angekuppelten Trailers und ermöglicht das Rangieren über einen Drehregler in der Mittelkonsole. Bis zu zehn unterschiedliche Anhängerprofile können gespeichert werden.
Ergänzt wird das Paket durch den Anhänger-Wende-Assistenten, der den Wendekreis bei niedrigen Geschwindigkeiten reduziert, sowie durch eine Gelände-Geschwindigkeitsregelanlage für präzises Fahren in schwierigem Terrain. Hinzu kommen zahlreiche Fahrerassistenzsysteme wie Toter-Winkel-Assistent, 360-Grad-Kamera, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stopp&Go-Funktion, autonomer Notbremsassistent sowie vordere und hintere Parksensoren.
Globale Serviceunterstützung für Spezialanwender
Als Teil der weltweit vertriebenen Ranger-Familie profitiert auch der Ranger Super Duty vom internationalen Service- und Ersatzteilnetzwerk von Ford. Für Betreiber in abgelegenen Regionen und für zertifizierte Aufbaupartner stellt dies einen wichtigen Faktor dar. Die weltweite Verfügbarkeit von Originalteilen sowie die technische Unterstützung sollen dazu beitragen, Ausfallzeiten zu minimieren und die Einsatzbereitschaft auch bei spezialisierten Umbauten langfristig sicherzustellen.
Der Ford Ranger Super Duty kann ab sofort bestellt werden. Die ersten Auslieferungen in Europa sollen nach Angaben des Herstellers noch im Laufe dieses Jahres beginnen.
Fotos: Ford Pro




