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Kobelco SK520LC-11E – stark im Abbau

53-Tonner für Gewinnung und Abdeckung

Kobelco SK520LC-11E im Kieswerk Oberwangen
Beim Erstaufschluss neuer Abbauzonen nutzt der SK520LC-11E seine Reichweite und die Standfestigkeit des 3.350 mm breiten Kettenfahrwerks

Seit Juni dieses Jahres arbeitet ein Kobelco SK520LC-11E im Kies- und Betonwerk der alluvia AG in Oberwangen. Der 53-Tonner übernimmt dort Aufgaben in der Kiesgewinnung und beim Aufschluss neuer Abbauzonen. Geliefert und betreut wird die Maschine von der Hand Baumaschinen AG aus Thörishaus. Die räumliche Nähe zwischen Händlerstandort und Einsatzort erleichtert die technische Betreuung des Großbaggers und war auch Teil der Rahmenbedingungen bei der Beschaffung.

Baustoffproduktion an sieben Standorten

Die alluvia AG mit Hauptsitz in Hindelbank entstand aus den traditionsreichen Unternehmen K. + U. Hofstetter AG und Messerli Kieswerk AG. Heute betreibt die Gruppe sieben Standorte und beschäftigt mehr als 140 Mitarbeiter. Zum Unternehmensverbund gehören vier Kieswerke mit und ohne angeschlossene Betonproduktion sowie zwei reine Betonwerke innerhalb der Sparte alluvia Kies & Beton AG. Ein Recyclingplatz ist ebenfalls Teil der Gruppe. Die damit verbundenen Aktivitäten sowie die mobile Baustoffaufbereitung auf Kundenbaustellen und sämtliche Transportdienstleistungen mit eigenen und Partnerfahrzeugen sind in der alluvia Logistik & Material AG gebündelt.

Das Kies- und Betonwerk in Oberwangen liegt südöstlich von Bern und bildet den größten Standort der Gruppe. Zugleich zählt der Betrieb zu den modernen Gewinnungsanlagen der Schweiz. Jährlich werden hier durchschnittlich rund 200.000 Kubikmeter Wandkies abgebaut und bis zu 40.000 Kubikmeter Transportbeton hergestellt. Ergänzend bereitet der Standort geeignete Recyclingmaterialien auf und übernimmt die Deponierung von Reststoffen und Aushub. Diese Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der fortschreitenden Rekultivierung des Abbauareals.

Kobelco SK520LC-11E im Kieswerk Oberwangen
Bei der Verladung beschickt der SK520LC-11E die 30-m³-Großdumper im Kieswerk Oberwangen

Hohe Förderleistung erfordert abgestimmte Abbaukette

Die aktuell offene Grubenfläche in Oberwangen umfasst gut sieben Hektar. Zwei Großbagger gewinnen den Kies in Tiefen von bis zu 55 Metern. Anschließend transportieren 6×6-Muldenkipper das Material über eine Strecke von rund 950 Metern zum Kieswerk. Dort verarbeitet die mehrstufige Aufbereitung bis zu 300 t/h.

Mit dem fortschreitenden Abbau stiegen auch die Anforderungen an die Förderkette. Um trotz des laufenden Gewinnungsbetriebs einen ausreichenden Puffer für die Aufbereitung sicherzustellen, erneuerte alluvia im vergangenen Jahr wesentliche Teile des Systems. Zwei Großdumper mit jeweils 41 Tonnen Nutzlast beschicken inzwischen gemeinsam mit einem 35-Tonner das rund 1.000 Kubikmeter fassende Produktionsdepot im Kieswerk. Der übliche Tagesausstoß liegt bei etwa 1.000 Kubikmetern.

Diese höhere Umlaufleistung machte zugleich eine Anpassung bei den Gewinnungsgeräten erforderlich. Der bisher eingesetzte 40-Tonnen-Bagger mit einem 2,1-m³-Tieflöffel konnte das gestiegene Volumen nicht mehr mit ausreichender Leistung bewältigen. An seine Stelle trat der Kobelco SK520LC-11E.

Kobelco SK520LC-11E im Kieswerk Oberwangen
Der Kobelco SK520LC-11E wechselt dank OQ90-Schnellwechsler flexibel zwischen verschiedenen Anbaugeräten. Hier kommt ein hydraulisch schwenkbarer Grabenräumlöffel beim präzisen Abraumaushub zum Einsatz

SK520LC-11E für Gewinnung und Abdeckung

Der 348 kW starke Raupenbagger arbeitet in Standardausführung mit einem sieben Meter langen Ausleger und einem 3,45 Meter langen Stiel. Für die Gewinnung ist der SK520LC-11E mit einem 3,2-m³-Tieflöffel des Schweizer Herstellers Ullmann ausgerüstet. Im Abbau ergänzt die Maschine den vorhandenen 75-Tonnen-Bagger und übernimmt darüber hinaus regelmäßig Arbeiten in der Abdeckung.

Die Deckschichten erreichen in Oberwangen eine Mächtigkeit von bis zu 20 Metern. Sie bestehen unter anderem aus Mutterboden, minderwertigem Schutt und Nagelfluh. Für das Lösen der härteren Bereiche steht ein 4-t-Hydraulikhammer von Okada zur Verfügung. Je nach Arbeitsaufgabe lässt sich der SK520LC-11E außerdem mit einer 3,1-m³-Schwenkschaufel einsetzen, die vor allem für das kontrollierte Abtragen der oberen Bodenschichten genutzt wird.

Für den Werkzeugwechsel kommt ein vollhydraulischer Oilquick OQ90-Schnellwechsler zum Einsatz. Das System ist auch am 75-Tonnen-Bagger des Standorts installiert und ermöglicht den Wechsel zwischen den verschiedenen Anbaugeräten ohne manuelles Umrüsten.

Die Entscheidung für den Kobelco SK520LC-11E fiel laut Werksleiter Patric Spycher nicht allein aufgrund der kurzen Entfernung zum Lieferanten und Servicepartner. Im direkten Vergleich hätten insbesondere die Grableistungen des SK520LC-11E überzeugt. Bei vergleichbarer Reichweite und Grabtiefe erreicht die Maschine eine maximale Losbrechkraft von 321 kN und eine Reißkraft von bis zu 242 kN. Damit bewegen sich die Leistungswerte in diesen Disziplinen in einem Bereich, der auch mit dem vorhandenen 75-Tonner vergleichbar ist.

Für die erforderliche Standsicherheit sorgt das 3.350 Millimeter breite Kettenfahrwerk mit 600er HD-Bodenplatten. Kobelco positioniert den vor knapp zwei Jahren vorgestellten 53-Tonner SK520LC-11E damit unter anderem für Einsätze in der Gewinnung. In Kombination mit einer kurzen ME-Ausrüstung eignet sich die Maschine zudem für den Massenaushub.

Kobelco SK520LC-11E im Kieswerk Oberwangen
Erfolgreiche Zusammenarbeit (v. r.): Hand Verkaufsleiter Vladan Dimovic, alluvia Werksleiter Patric Spycher und Maschinist Mike Zahnd

Händlernähe trifft auf langjährige Erfahrung

Für die Hand Baumaschinen AG ist der Einsatz in Oberwangen zugleich eine Fortsetzung einer langjährigen Geschäftsbeziehung mit Unternehmen aus dem Umfeld der heutigen alluvia-Gruppe. Verkaufsleiter Vladan Dimovic verweist dabei auf die bestehende Zusammenarbeit mit Messerli und der WERAG AG, deren Aktivitäten heute unter dem Dach der alluvia gebündelt sind. Die geringe Entfernung zwischen Thörishaus und Oberwangen erleichtert darüber hinaus die technische Betreuung des Großbaggers.

Hand betreut das Programm des japanischen Kettenbaggerherstellers Kobelco seit mehr als 30 Jahren und gehört damit zu den langjährigsten Kobelco Partnern in Europa. Das Unternehmen ist heute für die deutschsprachigen Kantone der Schweiz zuständig. Die Produktpalette des Herstellers umfasst Kettenbagger von einer Tonne bis 140 Tonnen Betriebsgewicht.

Nach Angaben von Hand nimmt die Schweiz innerhalb des europäischen Kobelco Vertriebs bei den Marktanteilen verschiedener Geräteklassen eine wichtige Position ein. Besonders etabliert sind die Maschinen im Straßen- und Tiefbau im Bereich von 12 bis 25 Tonnen sowie die Geräteklasse um 30 Tonnen Betriebsgewicht. Auch bei den Großbaggern konnte Hand zuletzt mehrere Maschinen in der Schweizer Gewinnungs- und Abbruchbranche absetzen.

Der SK520LC-11E in Oberwangen war nach Angaben des Händlers der dritte Kobelco 53-Tonner, den Hand im Zeitraum 2025/26 an Unternehmen aus diesen beiden Einsatzbereichen lieferte. Für den Standort Oberwangen steht damit ein Großbagger zur Verfügung, der hinsichtlich Grabkraft, Ausrüstung und Fahrwerk auf die Anforderungen der Gewinnung ausgelegt ist und sich in die bestehende Abbau- und Förderkette integrieren lässt.

Fotos: Kobelco