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Cat 966 XE – Radlader mit Warnsystem

Neue Assistenz- und Sicherheitssysteme für den Cat 966 XE sollen Rückwärtskollisionen vermeiden

Kollisionswarnsystem für den Radlader Cat 966 XE
Die Personenerkennung des Cat 966 XE identifiziert Personen im rückwärtigen Arbeitsbereich und visualisiert sie im Fahrerdisplay

Rückwärtsfahrende Radlader zählen auf Baustellen, in Recyclingbetrieben, Steinbrüchen oder Umschlaganlagen zu den Maschinen mit erhöhtem Unfallrisiko. Bereits kurze Momente der Unaufmerksamkeit können ausreichen, um Personen oder Hindernisse im Gefahrenbereich zu übersehen.

Mit einem neuen Kollisionswarnsystem für den Cat 966 XE erweitert Caterpillar deshalb die sicherheitstechnischen Möglichkeiten moderner Radlader um integrierte und nachrüstbare Sicherheitsfeatures, die über reine Warnhinweise hinausgehen. Das System erkennt potenzielle Gefahren hinter der Maschine, informiert den Fahrer und kann in kritischen Situationen selbstständig einen Bremseingriff auslösen. Ziel ist es, gefährliche Rückwärtskollisionen nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern nach Möglichkeit zu verhindern.

Radar- und Kameratechnik überwachen den Gefahrenbereich

Die Lösung basiert auf mehreren miteinander vernetzten Komponenten. Zentrale Grundlage ist die Radar-Objekterkennung Cat Object Detection, die den rückwärtigen Arbeitsbereich kontinuierlich überwacht. Ergänzend kommen Stroboskoplichter zum Einsatz, die Personen im Umfeld auf die rückwärtsfahrende Maschine aufmerksam machen. Hinzu kommt die kamerabasierte Personenerkennung Cat Rear People Detection. Sie identifiziert Personen im hinteren Arbeitsbereich und stellt diese unmittelbar auf dem Fahrerdisplay dar.

„So ein Warnhinweis kann entscheidend sein, Gefahren zu erkennen, einzuschätzen und zu beherrschen, die anderenfalls unerkannt bleiben“, so Theresia Brändle, Produktmanagerin für mittelgroße Radlader.

Die Visualisierung erfolgt über drei farblich abgestufte Warnzonen. Während Gelb auf erhöhte Aufmerksamkeit hinweist, signalisiert Orange eine konkrete Vorsichtssituation. Rot kennzeichnet kritische Bereiche mit unmittelbarem Handlungsbedarf. Die Größe dieser Warnzonen verändert sich abhängig von Fahrgeschwindigkeit und Abstand zur erkannten Person und wird entsprechend auf dem Monitor in der Kabine des Cat 966 XE dargestellt.

Kollisionswarnsystem für den Radlader Cat 966 XE
Im Cat 966 XE werden erkannte Gefahren über drei farblich abgestufte Warnzonen auf dem Kabinenmonitor dargestellt

Cat 966 XE mit automatischem Bremseingriff bei Kollisionsgefahr

Eine weitere Ausbaustufe stellt das Cat Collision Mitigation System (CMS) dar. Erkennt das System während der Rückwärtsfahrt eine drohende Kollision, erfolgt ein automatischer Bremseingriff. Dabei nutzt Caterpillar bewusst das vorhandene elektrohydraulische Betriebsbremssystem des Cat 966 XE und verzichtet auf zusätzliche Bremseinheiten.

Der automatische Bremseingriff ist für Rückwärtsfahrten bis zu einer Geschwindigkeit von 15 km/h ausgelegt. Darüber hinaus bleibt das System weiterhin aktiv und unterstützt die Gefahrenvermeidung. Die Erfassungsbereiche des CMS passen sich hinsichtlich Länge, Breite, Neigung und Fahrtrichtung dynamisch an die jeweilige Fahrsituation sowie den erforderlichen Bremsweg an. Dadurch kann der Radlader bei niedrigen Geschwindigkeiten auch auf engem Raum präzise manövrieren und Objekten bis auf wenige Zentimeter nahekommen, ohne unnötige Eingriffe auszulösen.

Das System wird zunächst für 250 Betriebsstunden im Demo-Modus freigeschaltet. Anschließend kann der Betreiber entscheiden, ob die Funktion dauerhaft aktiviert werden soll.

„Der Grund ist pragmatisch: Nicht jeder Einsatz ist gleich. In sehr engen oder stark frequentierten Arbeitsbereichen kann ein automatischer Bremseingriff auch betriebliche Abläufe beeinflussen. Fahrer und Betreiber sollen deshalb die Möglichkeit haben, das System zunächst realistisch im Alltag zu testen. Denn Bremsweg, Beladung und Untergrund setzen dem System klare Grenzen. Eine vollständige Kollisionsvermeidung ist bei höheren Geschwindigkeiten nicht zugesichert. Die volle Verantwortung liegt immer beim Fahrer“, macht Theresia Brändle deutlich.

Kollisionswarnsystem für den Radlader Cat 966 XE
Die Radar-Objekterkennung überwacht kontinuierlich den Bereich hinter der Maschine und erkennt potenzielle Hindernisse frühzeitig

Motion Inhibit verhindert das Anfahren in Gefahrensituationen

Besondere Risiken entstehen häufig dann, wenn sich Personen oder Hindernisse einer stehenden Maschine nähern und sich beim anschließenden Anfahren im Gefahrenbereich befinden. Für dieses Szenario wurde das Anfahrstoppsystem Cat Motion Inhibit entwickelt.

Hat der Cat 966 XE mindestens 15 Sekunden im Stillstand verbracht und der Fahrer wechselt anschließend aus der Neutralstellung in den Rückwärtsgang, überprüft das System zunächst die Situation hinter der Maschine. Werden Personen oder Objekte innerhalb des kritischen Warnbereichs erkannt, verhindert Motion Inhibit das Einlegen des Rückwärtsgangs und aktiviert die Bremse. Gleichzeitig erhält der Fahrer eine Warnmeldung auf dem Display sowie einen akustischen Alarm.

Für die Bewertung der Situation kombiniert das System die Daten der Radar-Objekterkennung mit den Informationen der intelligenten Personenerkennungskamera. Erst wenn die Gefahr beseitigt wurde, der Fahrer den Erfassungsbereich durch Lenkbewegungen verändert oder erneut in die Neutralstellung schaltet, kann die Rückwärtsfahrt fortgesetzt beziehungsweise eine Vorwärtsfahrt eingeleitet werden.

Digitale Dokumentation aller sicherheitsrelevanten Ereignisse

Sämtliche sicherheitsrelevanten Vorgänge werden digital erfasst und an die Flottenmanagement-Plattform VisionLink übertragen. Dazu zählen Warnmeldungen ebenso wie Eingriffe des Motion-Inhibit-Systems oder automatisch ausgelöste Bremsvorgänge. Betreiber erhalten dadurch zusätzliche Transparenz über kritische Situationen im täglichen Maschineneinsatz.

Bei Bedarf kann der Fahrer die Funktionen über eine Operator-Override-Taste temporär unterdrücken. Während die Taste gedrückt wird, sind sowohl Motion Inhibit als auch die automatischen Bremseingriffe deaktiviert. Nach dem Loslassen stehen sämtliche Sicherheitsfunktionen unmittelbar wieder zur Verfügung. Da hierfür dauerhaft eine Hand am Bedienelement verbleiben muss, ist die Produktivität der Maschine währenddessen eingeschränkt. Caterpillar verfolgt damit bewusst das Ziel, eine dauerhafte Deaktivierung der Sicherheitssysteme im Arbeitsalltag unattraktiv zu machen.

Fernsteuerung als weiterer Schritt zur Risikominimierung

Für Anwendungen mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen lässt sich der Cat 966 XE zusätzlich mit der Fernsteuerungslösung Cat Command ausrüsten. Dabei stehen zwei Varianten zur Verfügung.

In der ersten Ausführung arbeitet der Bediener mit einer mobilen Steuerkonsole außerhalb des Gefahrenbereichs und kann die Maschine bei Sichtkontakt aus einer Entfernung von bis zu 400 Metern steuern. Alternativ steht die Cat Command Station zur Verfügung. Sie kann sowohl in unmittelbarer Nähe der Maschine für Anwendungen mit Sichtverbindung als auch an weit entfernten Standorten für Einsätze ohne direkte Sichtverbindung betrieben werden.

Die Steuerbefehle werden in Echtzeit an den Cat 966 XE übertragen. Funktionen wie Starten und Stoppen, das Füllen und Entleeren der Schaufel sowie das Heben und Senken des Hubgerüsts lassen sich dabei vollständig fernbedienen. Auf diese Weise kann der Maschinenführer auch in besonders anspruchsvollen oder gefährlichen Einsatzumgebungen außerhalb des unmittelbaren Gefahrenbereichs arbeiten.

Fotos: Caterpillar