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Holp feiert 25 Jahre Maschinenbau

Unternehmensjubiläum und Neubau markieren einen wichtigen Entwicklungsschritt für den Anbaugerätehersteller

Die Holp GmbH feierte zwei Meilensteine: das Jubiläum „25 Jahre Holp Maschinenbau“ sowie die Fertigstellung des neuen Unternehmensgebäudes.
Der neue Unternehmensstandort der Holp GmbH wurde zum Jubiläum offiziell vorgestellt

Mit einem Festwochenende vom 19. bis 21. Juni hat die Holp GmbH gleich zwei Meilensteine begangen: das Jubiläum „25 Jahre Holp Maschinenbau“ sowie die vollständige Fertigstellung des neuen Unternehmensstandorts. Mit dem deutlich erweiterten Betriebsgebäude schafft das mittelständische Unternehmen die Voraussetzungen für weiteres Wachstum, eine leistungsfähigere Fertigung und die konsequente Digitalisierung seiner Produktionsprozesse.

Den Auftakt bildete am Freitag ein Galaabend mit Händlern, Geschäftspartnern und Vertretern der Fachpresse. Geschäftsführer Günter Holp nutzte die Veranstaltung, um sich bei Mitarbeitern, Partnern, Wegbegleitern und insbesondere seiner Familie für den Einsatz während der mehrjährigen Bauphase zu bedanken. Das anspruchsvolle Neubauprojekt sei parallel zum laufenden Geschäftsbetrieb realisiert worden und habe allen Beteiligten ein hohes persönliches Engagement abverlangt. Mit Blick auf die Entwicklung des Unternehmens erklärte Holp: „Wir fertigen nicht nur qualitativ hochwertige Anbaugeräte, sondern wir gestalten diesen Markt auch mit.“

Die Holp GmbH feierte zwei Meilensteine: das Jubiläum „25 Jahre Holp Maschinenbau“ sowie die Fertigstellung des neuen Unternehmensgebäudes.
Vor dem Abendprogramm konnten die Gäste an einer Führung durch das Gebäude teilnehmen, das auch ein Museum der Erfindungen enthält

Moderne Produktion mit Reserven für weiteres Wachstum

Der neue Unternehmensstandort ist auf langfristiges Wachstum ausgelegt. Im Mittelpunkt stehen digital gesteuerte Fertigungsprozesse, optimierte Materialflüsse und kurze Durchlaufzeiten. Besucher konnten sich bei Betriebsführungen durch Wareneingang, Produktion, Lackieranlage, Service und Warenausgang ein Bild von den neuen Abläufen machen. Nach Angaben des Unternehmens wurden sämtliche Prozessketten überarbeitet, wodurch sich Fertigungszeiten deutlich verkürzen ließen.

Davon profitieren nicht nur Kunden bei der Lieferung neuer Anbaugeräte, sondern ebenso bei Servicearbeiten oder der Werksüberholung eines RotoTop. Das Instandsetzungskonzept ermöglicht es, die Drehantriebe für ein zweites Baggerleben aufzubereiten und damit sowohl Ausfallzeiten als auch Investitionskosten zu reduzieren. Gleichzeitig bietet der Neubau ausreichend Kapazitäten, um die derzeit rund 40 Beschäftigten perspektivisch nahezu zu verdoppeln. Ergänzt wird der Standort durch großzügig angelegte Außenbereiche mit Aufenthaltsflächen für Mitarbeiter und Besucher.

Holp setzt auf Partnerschaften und praxisnahe Entwicklung

Vertriebs-Geschäftsführer Torsten Schick richtete den Blick auf die künftigen Herausforderungen der Branche. Künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel, die Transformation der Infrastruktur, zunehmende Baustellenkomplexität sowie Veränderungen internationaler Lieferketten und Märkte erforderten erhebliche Investitionen und eine enge Zusammenarbeit innerhalb der Branche. „In der Zusammenarbeit liegt der Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft.“

Schick hob insbesondere die Bedeutung des internationalen Händlernetzes hervor. Dieses bilde die Verbindung zwischen Hersteller und Endanwendern und trage maßgeblich zur Marktentwicklung bei. „Wir bauen nun auf die Partner in immer mehr Ländern, die unsere Produkte verstehen und langfristig gemeinsam mit uns etwas aufbauen möchten“, erklärte er. Als Beispiel nannte er die Ullmann VG AG aus Bussnang, welche die Produkte von Holp bereits seit zwei Jahrzehnten in der Schweiz vertreibt.

Die Entwicklung neuer Produkte versteht das Unternehmen ausdrücklich als praxisorientierten Prozess. Dabei spielt die Holp Wegebau GmbH & Co. KG als eigener Testbetrieb eine zentrale Rolle. Neue Entwicklungen werden unter realen Baustellenbedingungen erprobt, während Rückmeldungen von Kunden unmittelbar in Optimierungen einfließen.

Schick betonte: „Bei uns entstehen Innovationen niemals am Schreibtisch, sondern in der Praxis. Durch den Holp Wegebau erhalten wir direktes Feedback zum Einsatz unserer Produkte. Optimierungen oder Neuentwicklungen werden aber oft auch durch Ideen oder einfache Fragen unserer Kunden zu bestimmten Einsätzen angestoßen, diese Hinweise nehmen wir stets dankbar an, denn aus diesen Anregungen entsteht Innovation und daraus bauen wir Zukunft.“

Die Holp GmbH feierte zwei Meilensteine: das Jubiläum „25 Jahre Holp Maschinenbau“ sowie die Fertigstellung des neuen Unternehmensgebäudes.
Franz Holp zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn im Jahr 1958

Innovationsanspruch prägt die Unternehmensentwicklung

Auch VDMA-Geschäftsführer Joachim Schmid würdigte den Innovationsanspruch des Unternehmens. Er verwies darauf, dass Günter Holps erstes Patent bereits deutlich älter sei als das offiziell gefeierte 25-jährige Jubiläum, das auf den ersten Messeauftritt während der bauma 2001 zurückgeht. Seit diesem Zeitpunkt konzentriert sich Holp auf Konstruktion und Vertrieb von Baggeranbaugeräten.

Besonders hervor hob Schmid die interne Vorgabe, neue Produkte nur dann auf den Markt zu bringen, wenn sie Bauunternehmen eine Leistungssteigerung von mindestens 25 Prozent ermöglichen. Zudem engagiere sich Holp aktiv in Brancheninitiativen wie MIC 4.0 und gestalte deren Entwicklung mit.

VDBUM-Geschäftsführer Dieter Schnittjer unterstrich ebenfalls die Bedeutung mittelständischer Unternehmen für Innovation, Beschäftigung und Ausbildung in Deutschland. Markus Beier, Geschäftsführer Rems-Murr der IHK Stuttgart, sowie Murrhardts Bürgermeister Armin Mößner würdigten das klare Bekenntnis des Unternehmens zum Standort sowie dessen Engagement, das über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinausreiche.

Die enge Verbundenheit mit der Region zeigte sich auch am öffentlichen Teil des Festwochenendes. Während am Samstagabend eine Party mit Liveband stattfand, öffnete das Unternehmen am Sonntag seine Tore für Besucher. Neben Betriebsführungen wurden Unterhaltung und eine Oldtimer-Ausstellung angeboten. Unterstützt wurde die Veranstaltung von zahlreichen örtlichen Vereinen.

Die Holp GmbH feierte zwei Meilensteine: das Jubiläum „25 Jahre Holp Maschinenbau“ sowie die Fertigstellung des neuen Unternehmensgebäudes.
Der heutige Geschäftsführer Günter Holp neben der Raupe seines Vaters

Von der Baustelle in die Entwicklung

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 1979 zurück, als Franz Holp nach jahrzehntelanger Tätigkeit im Erdbau die heutige Holp Wegebau GmbH & Co. KG gründete. Günter Holp stieg 1990 in das Familienunternehmen ein und entwickelte früh eigene Lösungen für praktische Herausforderungen auf der Baustelle. Seit dem ersten Messeauftritt auf der bauma 2001 konzentriert sich das Unternehmen auf Entwicklung und Produktion von Anbaugeräten.

Heute umfasst das Programm Drehantriebe der Baureihe RotoTop, Tiltrotatoren, darunter der RotoX, sowie zahlreiche weitere Anbaugeräte für Bagger von 600 Kilogramm bis 45 Tonnen Einsatzgewicht. Die Holp Wegebau GmbH & Co. KG dient weiterhin als Testbetrieb, in dem neue Entwicklungen unter realen Einsatzbedingungen erprobt werden.

Das Leitmotiv des Unternehmens verbindet den praktischen Hintergrund mit wirtschaftlichen Anforderungen. Ziel ist es, langlebige und wirtschaftliche Anbaugeräte zu entwickeln, die Produktivität, Bedienkomfort und Effizienz gleichermaßen erhöhen. Günter Holp beschreibt diesen Ansatz so: „Für Unternehmer bedeutet das mehr Ertrag auf der Baustelle, wenn mehr Leistung erzielt, Kraftstoff durch Flexibilität gespart und dabei noch die Mitarbeiter vor körperlicher Arbeit geschont werden können. Darum bauen wir robuste Geräte, die sich schnell amortisieren und dann für das Bauunternehmen zusätzliches Geld verdienen.“

Ein Beispiel für diesen Nachhaltigkeitsgedanken ist die Werksüberholung der RotoTop-Drehantriebe. Zahlreiche Geräte der ersten Generation befinden sich nach einer Generalüberholung weiterhin im Einsatz. Für rund 25 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten lassen sich die Aggregate für ein weiteres Baggerleben aufarbeiten und wirtschaftlich weiter nutzen.

Die starke Praxisorientierung prägt das Unternehmen bis heute. Günter Holp arbeitet seit den frühen 1980er-Jahren regelmäßig selbst auf Baumaschinen. Sein Vater Franz Holp blickt auf mehr als 65 Jahre Berufserfahrung zurück und unterstützt den Betrieb trotz seines hohen Alters weiterhin täglich. Nach mehreren Hüftoperationen hat er zwar die regelmäßige Arbeit auf dem Bagger beendet, steigt jedoch nach eigener Aussage noch immer gerne ein, „um kurz mal was zu zeigen.“

Die Holp GmbH feierte zwei Meilensteine: das Jubiläum „25 Jahre Holp Maschinenbau“ sowie die Fertigstellung des neuen Unternehmensgebäudes.
Die beiden Geschäftsführer Günter Holp und Torsten Schick mit Firmengründer Franz Holp

Neubau als Grundlage für die nächste Entwicklungsphase

Mit der Fertigstellung der Außenanlagen wurde ein mehrjähriges Großprojekt abgeschlossen. Die ursprünglichen Planungen hatten sich infolge der Corona-Pandemie verzögert. Das Hauptbaujahr war 2023, bevor 2024 Büros, Lager, Fertigung und angrenzende Bereiche in Betrieb genommen wurden. Im Jahr 2025 folgte die Fertigstellung der Fassadenarbeiten, während die Außenanlagen bis ins Frühjahr 2026 schrittweise ausgebaut wurden. Dazu gehören unter anderem ein Schwimmteich sowie großzügige Aufenthaltsflächen. Einen großen Teil der Erdarbeiten übernahm Günter Holp selbst. Er sagt: „Andere gehen Joggen, für mich ist Baggern auch eine Art des Ausgleichs zum Schreibtisch.“

Der Neubau war eine direkte Folge des Unternehmenswachstums zwischen 2019 und 2022, in dem Holp nach eigenen Angaben um rund 40 Prozent zulegte. Die wirtschaftlich schwierigere Phase im Jahr 2023 nutzte das Unternehmen für eine umfassende organisatorische Neuausrichtung. Dazu gehören papierlose Fertigungsprozesse, der Ausbau der Digitalisierung sowie die intensive Beschäftigung aller Unternehmensbereiche mit den Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz zur Effizienzsteigerung und Entlastung der Beschäftigten.

Auch organisatorisch wurde das Unternehmen weiterentwickelt. Seit dem Einstieg von Torsten Schick als Vertriebs-Geschäftsführer vor vier Jahren wurden Führungsaufgaben neu verteilt und der Export deutlich ausgebaut. Der RotoTop ist inzwischen in immer mehr Ländern im Einsatz, wodurch sich die Umsatzbasis verbreitert. Parallel wurde der deutsche Vertrieb mit drei Händlerbetreuern im Außendienst verstärkt. Für Produktion und Service sucht das Unternehmen weiterhin Fachkräfte wie Schlosser, Konstruktionsmechaniker und Monteure sowie Auszubildende. Mit Tochter Hannah Holp, die derzeit eine kaufmännische Ausbildung absolviert, zeichnet sich zudem bereits die nächste Generation im Familienunternehmen ab.

Text: Tanja Buchholz | Fotos: Holp