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Lärmschutztunnel A7 in Hamburg-Altona

Lärmschutzdeckel für die A7 in Altona nimmt weiter Gestalt an

Bau des Lärmschutztunnels Hamburg-Altona mit Hilfe einer Tunnelschalungslösung auf Basis des Peri Variokit
Der 2,23 Kilometer lange Lärmschutztunnel in Hamburg-Altona entsteht in offener Bauweise unmittelbar nördlich angrenzend an den Elbtunnel

Mit dem Bau des Tunnel Altona entsteht in Hamburg derzeit eines der zentralen Infrastrukturprojekte zur städtebaulichen Neuordnung entlang der Bundesautobahn A7. Die Idee eines durchgehenden Grünzugs vom Volkspark bis zur Elbe reicht bereits rund 100 Jahre zurück und wird nun mit dem mehr als zwei Kilometer langen Lärmschutztunnel baulich umgesetzt, indem die Autobahn künftig großflächig unter die Erdoberfläche verlegt wird. Damit sollen die bislang durch die Trasse zerschnittenen westlichen Stadtteile wieder zusammengeführt und neue Flächen für Freiraum- und Wohnnutzungen geschaffen werden.

Neuer Grünzug im Westen Hamburgs

Die A7 selbst ist mit knapp 1.000 Kilometern die längste Autobahn Deutschlands und zugleich eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen zwischen Flensburg an der dänischen Grenze und Füssen im Süden Bayerns. Während sie außerhalb urbaner Räume weitgehend funktional eingebunden ist, prägt sie im Hamburger Stadtgebiet seit den 1970er-Jahren das Bild einer städtebaulichen Barriere. Nördlich des Elbtunnels wird diese Zäsur nun schrittweise durch die sogenannten „Hamburger Deckel“ aufgelöst. Nach den bereits realisierten Abschnitten in Schnelsen und Stellingen ist der Tunnel Altona als dritter und zugleich längster Lärmschutztunnel das derzeit zentrale Bauvorhaben.

Bau des Lärmschutztunnels Hamburg-Altona mit Hilfe einer Tunnelschalungslösung auf Basis des Peri Variokit
Die westliche Röhre wird derzeit parallel zum laufenden Verkehr der A7 im Rohbau fertiggestellt

Dimensionen und Bauablauf

Der Tunnel Altona erstreckt sich über 2,23 Kilometer und ist für einen achtstreifigen Autobahnausbau konzipiert. Mit einer Breite von rund 42 Metern und einer lichten Höhe von über fünf Metern zählt das Bauwerk zu den groß dimensionierten innerstädtischen Tunnelanlagen im deutschen Autobahnnetz. Die Herstellung erfolgt in offener Bauweise parallel zum laufenden Verkehr der A7 und in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Elbtunnel.

Geplant ist eine spätere Überdeckung der Anlage mit einem Erholungspark sowie Kleingärten. Zusätzlich werden mehrere Stadtstraßen über das Bauwerk geführt, wodurch eine neue städtebauliche Durchlässigkeit entsteht. Innerhalb des Tunnelabschnitts sind zwei Anschlussstellen mit entsprechenden Ein- und Ausfahrtsrampen vorgesehen, die die Anbindung an das städtische Straßennetz sicherstellen.

Die derzeit im Bau befindliche westliche Röhre soll bis Mitte 2026 im Rohbau fertiggestellt sein und 2027 in Betrieb gehen. Anschließend erfolgt der Weiterbau der östlichen Röhre für die Richtungsfahrbahn Nord. Nach aktuellem Planungsstand wird der Verkehr zum Jahreswechsel 2029/2030 durch beide Röhren des sogenannten „Altonaer Deckels“ geführt, womit der A7-Verkehr vollständig unterirdisch und für die Anwohnerschaft lärmentlastet abgewickelt werden kann. Im Anschluss daran folgen der Rückbau provisorischer Verkehrsführungen sowie die endgültige Herstellung der Anschlussbereiche und deren Integration in das bestehende Stadtnetz.

Bau des Lärmschutztunnels Hamburg-Altona mit Hilfe einer Tunnelschalungslösung auf Basis des Peri Variokit
Ausgestattet mit hydraulischen Hub- und Absenkeinheiten lassen sich die Deckenschalwagen ohne aufwändige Umbaumaßnahmen an die stark variierende Kontur anpassen

Tunnelbau mit flexibler Systemunterstützung

Für die Realisierung der Taktbauweise kommt eine Tunnelschalungslösung von Peri auf Basis des Variokit Ingenieurbaukastens zum Einsatz. Unterstützt wird die Arbeitsgemeinschaft aus HOCHTIEF und Implenia bei der Herstellung von insgesamt 112 Tunneltakten mit jeweils 20 Metern Länge. Parallel arbeiten fünf verfahrbare Tunnelschalwagen des Typs VTC in der aufgelösten Bauweise auf der Baustelle.

Die Systeme sind mit hydraulischen Hub- und Absenkeinheiten ausgestattet, wodurch sich die Deckenschalwagen ohne größere Umrüstungen an die variierenden Querschnitte anpassen lassen. Neben der flexiblen Anpassung an Breite und Höhe berücksichtigt die Konstruktion zudem zwei separate Durchfahrtsöffnungen, sodass der Baustellenverkehr während der Bauphasen weiterhin durch den Arbeitsbereich geführt werden kann.

Die wechselnden Gründungssituationen im Projekt erfordern darüber hinaus flexible Lasteinleitungen. Hierfür werden projektspezifische Sonderbauteile aus früheren Einsätzen in die Systemlösung integriert, was die Wirtschaftlichkeit der Schalungslösung erhöht. Ergänzend sorgt die Systemkompatibilität mit dem Peri UP Gerüstbaukasten für eine durchgängige und anpassungsfähige Arbeitsumgebung auf der Baustelle.

Bau des Lärmschutztunnels Hamburg-Altona mit Hilfe einer Tunnelschalungslösung auf Basis des Peri Variokit
Die Baukastensysteme Variokit und Peri UP basieren auf einem einheitlichen metrischen Raster und lassen sich nahezu nahtlos kombinieren

Ganzheitliche Projektunterstützung von Planung bis Ausführung

Das Peri Konzept ist über den gesamten Tunnelverlauf hinweg auf Kontinuität ausgelegt. Die technische Betreuung erfolgt durch ein gemeinsames Team der Hamburger Peri Niederlassung und der Weißenhorner Infrastrukturspezialisten, das eng mit der Arbeitsgemeinschaft HOCHTIEF und Implenia zusammenarbeitet. Die Unterstützung umfasst sämtliche Projektphasen von der Planung über die Baustellenlogistik bis zur operativen Umsetzung vor Ort.

Dazu zählen die Materialbereitstellung, die vollständige Vormontage der Schalungselemente sowie die Einweisung des Baustellenpersonals durch einen Peri Richtmeister. Ergänzt wird dies durch eine kontinuierliche, baubegleitende Projektleitung, die den Baufortschritt koordiniert und die technische Umsetzung der komplexen Taktfolge im Tunnelbau sicherstellt.

Fotos: Peri Deutschland