Acht MAX810-Sattelauflieger transportieren tonnenschwere Betonelemente

Der MAX Trailer MAX810 ist bei der P. Schwandner Logistik + Transport GmbH für den Transport großformatiger Betonelemente im Einsatz. Acht Sattelauflieger dieses Typs bringen Halbschalen aus Beton von einem Produktionswerk zu einem neuen Windpark. Die Transporte führen über Landstraßen und Autobahnen bis in ein Waldgebiet, in dem sich die Infrastruktur für insgesamt zehn Windenergieanlagen in Hybridbauweise entwickelt. Für die beteiligten Fahrer und das Begleitteam beginnt der Einsatz lange vor der eigentlichen Fahrt: Die Verladung und Vorbereitung der tonnenschweren Komponenten erfordern ebenso präzise Abläufe wie die anschließende Nachtfahrt.
Auf dem Werksgelände stehen bereits zahlreiche Halbschalen für den Abtransport bereit. Die acht MAX810 Sattelauflieger warten auf ihre Beladung. Bevor die großformatigen Betonelemente aufgenommen werden können, teleskopieren die Fahrer die Fahrzeuge auf die erforderliche Länge. Dabei steht die sichere Durchführung jedes einzelnen Arbeitsschritts im Vordergrund. Das wechselhafte Aprilwetter mit einem kurzen Schneegestöber und anschließendem Sonnenschein verändert daran nichts. Nach und nach beginnen die Schwandner Fahrer mit der Vorbereitung der Transporte.

Präzision beim Rangieren und Verladen
Die Fahrzeuge fahren rückwärts in den vorgesehenen Bereich, um für die Aufnahme der Betonelemente optimal positioniert zu sein. Beim Rangieren kommt die Zwangslenkung des Aufliegers zum Einsatz. Die Nachlenkung der 17,5-Zoll-Pendelachsen lässt sich per Fernsteuerung bedienen und unterstützt den Fahrer insbesondere bei engen Rangierbewegungen. „Beim Rangieren sorgt die Zwangslenkung für absolute Präzision. Die Nachlenkung der 17,5-Zoll-Pendelachsen per Fernsteuerung ist in jeder Situation praktisch“, erläutert Jakob Stuiber, Transportverantwortlicher bei Schwandner.
Über die Funkfernbedienung können zudem hydraulische Funktionen wie die Einstellung der Fahrhöhe und das Einspuren gesteuert werden. Während die MAX810 für die Beladung vorbereitet sind, nähert sich der mobile Portalkran. Die Betonelemente werden über den Auflieger geführt und anschließend kontrolliert auf den dafür vorgesehenen Auflageelementen abgesetzt. Erst wenn die Position stimmt, fixiert das Team die Verspannungen. Danach fahren die beladenen Kombinationen auf einen Sammelplatz neben dem Werksgelände. Dort warten Fahrer und Begleitteam auf das für Schwertransporte vorgesehene Zeitfenster.

Konzentriert durch die Nacht
Ab 23 Uhr kann sich der Transport in Bewegung setzen. Fahrer und Begleitmannschaft arbeiten dabei als eingespieltes Team. Die Atmosphäre bleibt zunächst gelöst, doch mit dem Funkzeichen für den Start richtet sich die Aufmerksamkeit unmittelbar auf die bevorstehende Fahrt. Scheinwerfer und Warnleuchten markieren die Schwertransporte in der Dunkelheit. Die Fahrzeuge verlassen das Werksgelände in Zweierkonvois und folgen zunächst den Landstraßen, bevor sie auf die Autobahn in Richtung Berlin wechseln.
Auch während der Nacht bleibt das Verkehrsaufkommen hoch. Andere Verkehrsteilnehmer passieren die Schwertransporte, deren Abmessungen und Beleuchtung eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. Für die Fahrer kommt es deshalb nicht allein auf die Dimensionen der Ladung an. Ebenso entscheidend sind die Fahreigenschaften des Gespanns, insbesondere dort, wo die Streckenführung enge Radien vorgibt.
Bei der Autobahnabfahrt zeigt sich eine konstruktive Besonderheit der MAX810-Kombinationen. Auch bei großer Auszugslänge bleiben die Kurveneigenschaften stabil, ohne dass die Lenkstangen manuell umgestellt werden müssen. Die Zwangslenkung übernimmt die Anpassung der Achsen an den Fahrweg. „Gerade diese Stabilität im Zusammenspiel mit der Zwangslenkung macht den Unterschied im täglichen Einsatz“, sagt Stuiber. Nach den Autobahnkilometern führt die Strecke wieder in ländlichere Regionen und schließlich in das Waldgebiet, in dem der neue Windpark entsteht. Ein kurzer Halt auf dem Parkplatz der Anlage unterbricht die Fahrt, bevor die Transporte im Morgengrauen den letzten Abschnitt zurücklegen.

Der MAX810 im Einsatz für den Windpark
Auf der Baustelle laufen zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche Arbeiten parallel. Insgesamt entstehen hier zehn Windenergieanlagen in Hybridbauweise. Im unteren Bereich bestehen die Türme aus massiven Betonelementen, während darüber leichtere Stahlsegmente zum Einsatz kommen. Die angelieferten Halbschalen bilden damit einen wesentlichen Bestandteil der späteren Turmkonstruktionen.
Die morgendliche Kälte liegt noch über dem Gelände, als zwischen Transportfahrzeugen, Baustellenbetrieb und Kranarbeiten die nächsten Arbeitsschritte vorbereitet werden. Trotz der beengten Verhältnisse im Wald greifen die einzelnen Abläufe ineinander. Die Anlieferung erfolgt nicht isoliert, sondern ist eng mit dem Baufortschritt und der Verfügbarkeit von Kran- und Montagekapazitäten verbunden. Die später rund 179 Meter hohen Windenergieanlagen nehmen mit den ersten Betonelementen sichtbar Gestalt an.
Für die P. Schwandner Logistik + Transport GmbH ist der Einsatz damit nicht nach der ersten Nachtfahrt abgeschlossen. Die acht MAX810 Sattelauflieger werden auch in den folgenden Bauphasen benötigt, um den kontinuierlichen Nachschub der schweren Bauteile sicherzustellen. Ihre technische Auslegung ist auf Transporte dieser Größenordnung zugeschnitten. Die Ladefläche ist als sechs-, sieben- oder achtachsige Ausführung erhältlich und kann einfach oder doppelt teleskopiert werden. Eine niedrige Ladehöhe von 800 Millimetern erleichtert dabei die Anpassung an die Anforderungen der jeweiligen Transportaufgabe.

Fahrwerk und Aufbau für schwere Lasten
Zum Fahrwerk gehören 17,5-Zoll-Pendelachsen mit 600 Millimetern Hub und einem Lenkeinschlag von bis zu 60 Grad. Für die Vorderseite stehen zwei- und dreiachsige Frontfahrwerke zur Verfügung. Der Achsabstand beträgt 1.500 Millimeter, die Grundbreite 2.750 Millimeter. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h ist eine Achslast von 13.740 Kilogramm vorgesehen.
Der Schwanenhals ist für eine Sattellast von bis zu 38 Tonnen ausgelegt und kann mit 6×4- oder 8×4-Zugmaschinen kombiniert werden. Je nach Einsatzanforderung lassen sich hydraulische Rampen ergänzen. Für den dauerhaften Einsatz unter unterschiedlichen Witterungs- und Baustellenbedingungen ist der Aufbau zudem vollständig metallisiert und damit gegen Korrosion geschützt.
Beim Windparkbau treffen damit hohe Transportgewichte, große Abmessungen und anspruchsvolle Streckenprofile aufeinander. Die Kombination aus teleskopierbarer Ladefläche, Pendelachsfahrwerk und Zwangslenkung ermöglicht es, die Fahrzeuge sowohl für die Aufnahme der großformatigen Betonelemente als auch für die anschließenden Fahrten über Autobahnen, Landstraßen und enge Zufahrten einzusetzen. Auf der Baustelle im Wald zeigt sich schließlich, worauf es bei solchen Transportketten ankommt: Nicht ein einzelner Arbeitsschritt entscheidet über den Erfolg, sondern das präzise Zusammenspiel von Verladung, Fahrzeugtechnik, Fahrpersonal, Begleitung und Baustellenlogistik.
Fotos: MAX Trailer




