Osprey setzt bei einem Hafenprojekt erstmals auf batterieelektrischen SPMT-Antrieb

Mit dem Einsatz einer batterieelektrischen ePPU (Electric PowerPack Unit) für einen SPMT-Transport im Vereinigten Königreich haben der Schwerlastlogistiker Osprey und TII Scheuerle einen zum ersten Mal vollständig lokal emissionsfreien Schwertransport unter realen Einsatzbedingungen durchgeführt. Das Projekt zeigt, dass sich die ePPU inzwischen auch bei komplexen Transportaufgaben in sensiblen Industrie- und Hafenbereichen einsetzen lässt und damit neue Anwendungsfelder für selbstfahrende Modultransporter (SPMT) erschließt.
Einsatz der ePPU in einem komplexen Hafenprojekt
Schwertransporte finden zunehmend in Einsatzumgebungen statt, in denen dieselbetriebene Antriebssysteme aufgrund von Emissions- und Lärmschutzanforderungen an ihre Grenzen stoßen. Dazu zählen geschlossene Produktionshallen, Werften oder Hafenanlagen mit besonderen Umweltauflagen. Vor diesem Hintergrund realisierte Osprey nach eigenen Angaben erstmalig im Vereinigten Königreich einen vollständig elektrisch angetriebenen SPMT-Transport.

Für das Projekt stellte TII Scheuerle eine ePPU zur Verfügung, die sämtliche Fahrbewegungen des Transportes übernahm. Das zu bewegende Bauteil wurde innerhalb eines geschlossenen Gebäudes auf einen SPMT verladen, anschließend zum Kai transportiert und dort per Roll-on/Roll-off-Verfahren (RoRo) auf eine Barge überführt. Der komplette Transport erfolgte ausschließlich mit batterieelektrischem Antrieb.
Mit rund 200 Achslinien verfügt Osprey über die größte SPMT-Flotte im Vereinigten Königreich. Der Einsatz der ePPU erweitert die Möglichkeiten des Unternehmens insbesondere bei Projekten, die hohe Anforderungen an Emissionsfreiheit und geringe Geräuschentwicklung stellen.
ePPU erweitert die Einsatzmöglichkeiten von SPMT
Das Projekt verdeutlicht die technischen Vorteile elektrisch angetriebener SPMT gegenüber konventionellen dieselbetriebenen PowerPack Units. Während herkömmliche Aggregate Abgase und Motorgeräusche verursachen, arbeitet die ePPU lokal emissionsfrei und deutlich geräuschärmer. Dadurch können Schwertransporte auch in Produktionshallen, Hafengebäuden oder anderen sensiblen Einsatzbereichen durchgeführt werden, in denen Emissionen oder Lärmbelastungen den Einsatz konventioneller Antriebssysteme einschränken.
„Dieses Projekt hat gezeigt, dass sich auch anspruchsvolle Schwertransporte vollständig elektrisch realisieren lassen. Das Scheuerle ePPU erweitert unsere Möglichkeiten, Projekte nachhaltiger umzusetzen und gleichzeitig die hohen Anforderungen unserer Kunden an Sicherheit, Effizienz und Zuverlässigkeit zu erfüllen“, sagt Dean Graham, Operations & QHSE Director bei der Osprey Group.

Batterietechnik auf dem Leistungsniveau einer Diesel-PPU
Nach Angaben von TII Scheuerle kombiniert die elektrische ePPU die bekannten Eigenschaften des Scheuerle SPMT mit moderner Batterietechnologie. Das System verfügt über eine Batteriekapazität von 320 kWh und erreicht eine Leistungsfähigkeit, die mit der Diesel-PPU Z390 vergleichbar ist. Abhängig vom jeweiligen Einsatzprofil ermöglicht die Batterie einen ganztägigen Betrieb.
Für kurze Ladezeiten steht eine Schnellladefunktion mit bis zu 300 kW Gleichstrom zur Verfügung. Ergänzt wird das System durch ein intelligentes Batteriemanagement. Darüber hinaus ist die ePPU mit allen gängigen Scheuerle SPMT-Generationen kompatibel und kann dadurch ohne grundlegende Anpassungen in bestehende Fahrzeugflotten integriert werden.

Schritt in Richtung emissionsfreier Schwertransport
Für Osprey markiert der erste elektrische SPMT-Einsatz einen weiteren Entwicklungsschritt bei der Umsetzung emissionsärmerer Schwertransportlösungen. Durch die Integration der ePPU erweitert das Unternehmen sein Angebot um Transportkonzepte, bei denen sich die Umweltbelastung während des gesamten Projektverlaufs reduzieren lässt, ohne auf die Leistungsfähigkeit moderner SPMT-Systeme verzichten zu müssen.
TII Scheuerle gehört zur TII Group, einem weltweit tätigen Hersteller von Schwerlast- und Spezialfahrzeugen. Die Unternehmensgruppe der Familie Otto Rettenmaier mit Sitz in Heilbronn beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter und umfasst neben TII Scheuerle auch TII Kamag mit Produktionsstandorten in Deutschland und Indien sowie einem internationalen Vertriebs- und Servicenetzwerk. Die TII Group entwickelt Fahrzeuge für Transport und Logistik, Baugewerbe, Anlagenbau, Luft- und Raumfahrt, Schiffbau, Energie, Stahl, Bergbau sowie die Hoflogistik. Mit Fahrzeugen für Lasten von mehr als 23.000 Tonnen hält das Unternehmen nach eigenen Angaben den aktuellen Weltrekord für fahrzeuggebundene Schwertransporte.
Fotos: TII Group




