Die neue Grundomat P+ Generation kombiniert das bewährte Zweitaktprinzip mit konstruktiven Anpassungen für den Baustellenalltag

Die Erschließung von Gebäuden mit Strom, Wasser, Wärme und Telekommunikation erfordert Lösungen, die sich wirtschaftlich umsetzen lassen und bestehende Infrastrukturen möglichst wenig beeinträchtigen. Gerade beim Ausbau von Glasfasernetzen bis ins Gebäude (Fiber to the Home, FTTH) und bei der Einbindung erneuerbarer Energien steigt der Bedarf an effizienten Verfahren für die Herstellung von Hausanschlüssen.
Druckluftbetriebene Erdraketen ermöglichen es, Leitungen unterirdisch zu verlegen, ohne dafür durchgehend offene Gräben herstellen zu müssen. Das reduziert die Eingriffe in Vorgärten, Einfahrten und befestigte Flächen und begrenzt zugleich die Beeinträchtigungen für Anwohner und Verkehr. Mit der Grundomat P+ führt der Hersteller Tracto seine bewährte Erdraketen-Technologie fort und hat dafür einzelne Komponenten im Hinblick auf die Anforderungen des heutigen Baustellenbetriebs überarbeitet.
Bodenverdrängung statt offener Baugrube
Erdraketen kommen vor allem bei Hausanschlüssen mit geradem Trassenverlauf zum Einsatz. Das Verfahren basiert auf der Bodenverdrängung: Die druckluftbetriebene Maschine arbeitet sich vom Startpunkt aus durch das Erdreich und verdrängt den Boden radial in das umgebende Material. Dabei entsteht eine Erdröhre, in die sich Leitungen unmittelbar während des Vortriebs oder nach Abschluss der Bohrung einziehen lassen.
Je nach Anforderung können Kurzrohre mit glatten Muffen ohne außen überstehende Verbindungen, Kunststofflangrohre mit Außendurchmessern von 40 bis 160 Millimetern oder Kabel eingebracht werden. Unter geeigneten Bodenbedingungen sind Verlegelängen von bis zu 25 Metern möglich. Da die Erdrakete ihre Richtung während des Vortriebs nicht aktiv korrigieren kann, hängt das Ergebnis maßgeblich von der Zielgenauigkeit der Maschine, der Auswahl des passenden Vortriebskopfs und der fachgerechten Vorbereitung der Trasse ab. Ein präziser Vortrieb ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung, um den Anschluss am vorgesehenen Zielpunkt herzustellen und Nacharbeiten zu vermeiden.
Bewährtes Funktionsprinzip, gezielte Weiterentwicklung
Tracto setzt bei der Grundomat-Baureihe auf ein Konstruktionsprinzip, das sich seit Jahrzehnten im grabenlosen Leitungsbau bewährt hat. Die Erdraketen arbeiten im Zweitaktverfahren, bei dem sich Vortrieb und Rückstellung des Schlagkolbens abwechseln. Die robuste Konstruktion ist auf den Einsatz unter unterschiedlichen Bodenbedingungen ausgelegt. Mit der Grundomat Generation P+ hat Tracto das bestehende Konzept nicht grundlegend verändert, sondern einzelne Bauteile überarbeitet, die sich unmittelbar auf Zuverlässigkeit, Präzision und Wartungsaufwand auswirken.
David Imhof, Leiter des Produktmanagements bei Tracto, beschreibt die Entwicklungsstrategie als konsequente Anpassung einer etablierten Technologie an die Anforderungen der Praxis. Die Rückmeldungen der Anwender hätten dabei vor allem Hinweise darauf gegeben, an welchen Stellen Verbesserungen im täglichen Betrieb den größten Nutzen versprechen. Im Fokus standen daher die Betriebssicherheit, die Wartungsfreundlichkeit und die Wirtschaftlichkeit über die Einsatzdauer der Maschine.

Konstruktive Details sollen Ausfälle und Verschleiß begrenzen
Zu den wesentlichen Änderungen der Grundomat P+ gehört eine optimierte Kopfdichtung. Sie soll das Eindringen von Schmutz in die Maschine erschweren und damit dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen zu erhalten. Hinzu kommt eine Führungsbuchse für den Meißel, die dessen Führung verbessert und den Verschleiß reduziert. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, die Voraussetzungen für einen präzisen Vortrieb über die Einsatzdauer hinweg zu unterstützen.
Auch bei Wartungsarbeiten setzt Tracto auf eine konstruktive Vereinfachung. Das einschraubbare Gehäusevorderteil erleichtert den Zugang zu Verschleißteilen und ermöglicht deren Austausch mit geringerem Aufwand. Dadurch lassen sich Wartungsarbeiten vereinfachen und maschinenbedingte Stillstandszeiten potenziell verkürzen. Für Unternehmen, die Hausanschlüsse in hoher Zahl herstellen, kann dieser Aspekt ebenso relevant sein wie die reine Vortriebsleistung: Unterbrechungen wirken sich auf die Auslastung der Kolonnen und die Abwicklung aufeinanderfolgender Baustellen aus.
Imhof betont, dass sich die Leistungsfähigkeit einer Maschine vor allem unter realen Baustellenbedingungen beurteilen lasse. Wie stark die Bodenverhältnisse den Einsatz beeinflussen, verdeutlicht auch die Erfahrung von Anwender Florian Duraku. Er beschreibt Tracto als wichtigen Partner, weil die Erdraketen in unterschiedlichen Untergründen zuverlässig arbeiten müssten – von kiesigem Boden bis zu nassen und schlammigen Bedingungen. Die Aussage verweist auf eine zentrale Anforderung beim grabenlosen Leitungsbau: Die Maschine muss nicht nur unter günstigen Voraussetzungen funktionieren, sondern auch mit wechselnden Bodenverhältnissen zurechtkommen.
Der Vortriebskopf entscheidet über die Richtung
Die Eigenschaften des anstehenden Bodens bestimmen wesentlich, welcher Vortriebskopf für eine Anwendung geeignet ist. Die Grundomat P+ ist deshalb wie ihre Vorgängermodelle mit zwei unterschiedlichen Kopfausführungen erhältlich. Der Stufenkopf ist für locker gelagerte, gut verdrängbare Böden vorgesehen. Seine Geometrie unterstützt den Vortrieb, indem sie das Erdreich schrittweise verdrängt.
Bei harten oder stark verdichteten Böden kommt dagegen der Kronenkopf zum Einsatz. Sein patentiertes Design ist auf hohe Vortriebsleistung und eine präzise Führung unter anspruchsvollen Bedingungen ausgelegt. Die Wahl des Kopfs ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Einsatzplanung. Neben der Bodenbeschaffenheit müssen Anwender auch die geforderte Trassierung und die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen, um die passende Konfiguration zusammenzustellen.

Grundomat XS für beengte Baustellenverhältnisse
Nicht überall stehen ausreichend große Flächen für Start- und Zielgruben zur Verfügung. Besonders im innerstädtischen Bereich, in dicht bebauten Wohngebieten oder bei Hausanschlüssen auf kleinen Grundstücken kann der Platzbedarf das Bauverfahren entscheidend beeinflussen. Für solche Anwendungen bietet Tracto mit der Grundomat XS eine kompakte Ergänzung zur Grundomat P+ an.
Die kürzere Bauform ist für Einsatzsituationen konzipiert, in denen der verfügbare Arbeitsraum begrenzt ist. Durch die kompakte Ausführung können die erforderlichen Start- und Zielgruben kleiner dimensioniert werden, sofern die jeweiligen Boden- und Einsatzbedingungen dies zulassen. Das kann den Aushub und die Arbeiten im unmittelbaren Baustellenumfeld reduzieren. Zugleich eröffnet die Grundomat XS-Variante Einsatzmöglichkeiten, bei denen sich eine größere Erdrakete aufgrund der räumlichen Bedingungen nur mit erhöhtem Aufwand einsetzen ließe.
Maschinen und Zubehör auf den Anwendungsfall abstimmen
Neben der Auswahl der Maschine spielt die passende Ausrüstung eine wichtige Rolle. Tracto bietet die Grundomat P+ in verschiedenen Ausführungen an und ergänzt die Baureihe durch Zubehör für unterschiedliche Verlegeverfahren. Dazu zählen sowohl die Sofortverrohrung während des Vortriebs als auch der nachträgliche Rohreinzug. Welche Variante infrage kommt, richtet sich unter anderem nach dem einzuziehenden Leitungsprodukt, den Bodenverhältnissen und dem geplanten Bauablauf.
Für die Zusammenstellung der Systeme ist nach Angaben von Tracto das Verständnis der konkreten Kundenanforderungen entscheidend. Imhof zufolge lassen sich geeignete Lösungen nur dann entwickeln, wenn die jeweiligen Anwendungen und Arbeitsbedingungen bekannt sind. Aus den Erfahrungen im Einsatz ergeben sich zugleich Hinweise darauf, wo künftig weiterer Entwicklungsbedarf besteht. Die Abstimmung von Erdrakete, Vortriebskopf und Zubehör soll dazu beitragen, unnötige Arbeitsschritte zu vermeiden und den Bauablauf an die jeweilige Aufgabe anzupassen.

Systemanbieter mit Schulungen und Kundendienst
Tracto positioniert sich im Bereich der grabenlosen Verlegetechnik (NODIG) nicht allein als Maschinenhersteller, sondern als Systemanbieter, der die Technik durch Dienstleistungen ergänzt. Dazu gehören Vorführungen, bei denen Anwender das Funktionsprinzip und den Umgang mit den Geräten kennenlernen können. Für die Investitionsplanung stehen außerdem Finanzierungslösungen zur Verfügung.
Ein weiterer Bestandteil des Angebots sind Schulungen zur sicheren und fachgerechten Anwendung der Grundomat-Erdraketen und des dazugehörigen Zubehörs. Die Trainings können am Standort von Tracto oder direkt auf den Baustellen der Kunden stattfinden. Vor allem bei Unternehmen, die Hausanschlüsse regelmäßig und mit mehreren Kolonnen herstellen, bietet die Schulung unter realen Einsatzbedingungen die Möglichkeit, Arbeitsabläufe gemeinsam mit den Teams einzuüben und die Handhabung der Geräte auf die betrieblichen Anforderungen abzustimmen.
Nach der Anschaffung unterstützt Tracto die Anwender zudem mit Kundendienstleistungen. Damit umfasst das Angebot neben der Bereitstellung der Maschinen auch die Vermittlung von Anwendungswissen und die Betreuung im laufenden Betrieb. Für Bauunternehmen, die grabenlose Hausanschlüsse in größerem Umfang realisieren, sind solche Leistungen ein ergänzender Faktor bei der Bewertung der Gesamtlösung. Wie wirtschaftlich sich eine Erdrakete einsetzen lässt, hängt schließlich nicht allein von ihrer Konstruktion ab, sondern ebenso von der passenden Konfiguration, der Vorbereitung der Baustelle und dem sicheren Umgang mit der Technik.
Fotos: Tracto-Technik GmbH & Co. KG / Deutsche Telekom




