Mit MBI Herr der Dinge
Hier wird das Prinzip des Anbaugeräts deutlich: Die Hydraulikzylinder pressen von allen Seiten her Meißel in den Pfahlkorpus, der dieser Kraft nich lange standhält

Mit MBI Herr der Dinge

MBI entwickelte ein verblüffendes Konzept zum Abtrag der Kappen von Gründungspfählen

Bei den Gründungsarbeiten für den Neubau einer Zerlegehalle für atomar belastete Anlagen des 1995 offiziell stillgelegten Kernkraftwerks Lubmin (eher bekannt als AKW Greifswald) galt es, 322 Gründungspfähle auf eine Kapphöhe von einem Meter abzutragen. Mit der Durchführung der Arbeiten war die Firma IBV Spezialabbruch aus Wilhelmshaven beauftragt worden.  

Steilvorlage für die Neuinvestition

Seit geraumer Zeit auf derlei Aufträge spezialisiert, hat das Unternehmen seit einiger Zeit ein spezielles Anbaugerät im Einsatz, das sich für solche Aufgaben in idealer Weise eignet: den verblüffenden Pfahlbrecher der PB-Serie von MBI.

Das modular aufgebaute System rückt mit seinen von leistungsstarken Hydraulikzylindern ins Material getriebenen Meißeln den Gründungspfählen zu Leibe und bricht den von den Armierungseisen durchsetzten Beton in Stücke, ohne die Eisen dabei zu beschädigen. Händisches Abstemmen von Betonresten reduziert sich bei dieser Arbeitsweise auf ein Minimum. 

Dank seines einzigartigen Designs kann das Gerät überdies optimal an die Pfähle angepasst werden. Durch eine variierbare Anzahl verschiedener Zylindermodule und Steckverbinder können Pfähle unterschiedlicher Formen und Umfänge perfekt umfasst werden. Verschiedene Meißelsets verbessern dabei die Anpassungsfähigkeit an die spezifischen Anforderungen und erleichtern überdies die Wartung des Geräts. 

Neun Meißel für ein Halleluja

Gut zu erkennen ist hier das modulare Konzept des Pfahlbrechers

Keine Frage also, dass der MBI-Pfahlbrecher auch in Lubmin zum Einsatz kam. Mit seiner Hilfe konnte IBV Spezialabbruch die Pfähle mit einer Druckfestigkeit der Klasse C45/55 in einem von März bis Mai 2020 durchaus knapp bemessenen Zeitraum zuverlässig zurückbauen. Von großem Vorteil war bei den parallel zu der Ausschachtung erfolgten Arbeiten die Einhaltung höchster Standards der Lärm- und Vibrationsarbeitsschutz­verordnung. 

Für das Konzept spreche nicht nur der schonende Arbeitsfortschritt unter geringer Staubentwicklung, wie IBV-Geschäftsführer Thomas Broicher mit einiger Begeisterung erklärt, sondern auch die hohe Effizienz des Verfahrens.  „Durch den Einsatz des Geräts konnten wir einen stattlichen Zeitgewinn von vier Arbeits­wochen für alle nachfolgenden Gewerke erzielen.“

Zwei unterschiedliche Gerätelinien

Der Rückbau erfolgte ohne Behinderung der parallel durchgeführten Ausschachtungsarbeiten im Frühjahr dieses Jahres

Das einfache Hebesystem des Pfahlbrechers ermöglicht den Einsatz mit Kränen, Baggern oder anderen Baumaschinen. Bei der leichten, für Pfähle von 350 bis 900 Millimetern Durchmesser geeigneten Ausführung der PB-Serie mit einem Eigenwicht zwischen einer und 1,5 Tonnen können Trägergeräte von 10 und 20 Tonnen verwendet werden. Die schwere Ausführung nimmt es mit Pfahldurchmessern zwischen 750 und 1.800 Millimetern auf. Ihr Eigengewicht zwischen 2 und 3,7 Tonnen erfordert Trägergeräte in der Klasse  von 21 bis 35 Tonnen. Auf der aktuellen Baustelle kam die schwere Ausführung in Kombination mit einem CAT 325F zum Einsatz.