Mobile Drucklufttechnik für wechselnde Baustellenanforderungen
Eine zuverlässige Druckluftversorgung gehört bei vielen Bauarbeiten zur Grundausstattung. Auf der NordBau 2026 zeigt Kaeser, wie mobile Kompressoren unterschiedliche Anforderungen an Volumenstrom, Betriebsdruck, Druckluftqualität und Energieversorgung abdecken. Im Mittelpunkt stehen die Mobilair-Baureihen M13, M17, M59, M76 und M81 sowie die elektrisch angetriebenen Mobilair-e-power-Modelle. Ergänzt wird das Programm durch den ölfrei verdichtenden Kolbenkompressor i.Comp. Die Lösungen sind unter anderem für den Betrieb von Drucklufthämmern, Erdraketen, Kanalrobotern, Strahlgeräten und Kabeleinblasgeräten ausgelegt.

Vom kompakten Kompressor bis zur 8-m³-Klasse
Bei den kleineren Mobilair-Modellen M13 und M17 verbindet Kaeser kompakte Abmessungen mit unterschiedlichen Druckstufen. Der M13 liefert bei sieben bar eine Druckluftmenge von 1,2 m³/min und eignet sich damit unter anderem für Drucklufthämmer, Druckluftbohrmaschinen, -sägen, -schleifmaschinen und -schrauber sowie für Erdraketen und Kanalroboter. Beim M17 stehen mehrere Druckbereiche zur Verfügung. Die 15-bar-Ausführung erreicht 1 m³/min und ist damit beispielsweise für das grabenlose Verlegen von Glasfaserkabeln geeignet. Varianten des M13 sind zudem für 10 und 13 bar erhältlich.
Angetrieben werden beide Kaeser Schraubenkompressoren von luftgekühlten Honda Viertakt-Benzinmotoren, die ihre Leistung über einen wartungsarmen Keilriemen an den Kompressor übertragen. Ein 20-Liter-Kraftstofftank unterstützt den Einsatz über längere Arbeitsintervalle. Für die Wartung kommt unter anderem eine Spin-On-Filterpatrone zur Ölabscheidung zum Einsatz, die sich ohne aufwändige Arbeitsschritte wechseln lässt. Gleichzeitig hält das System den Restölgehalt in der Druckluft niedrig.
Die korrosionsfreie Schallschutzhaube aus rotationsgesintertem Polyethylen reduziert den Geräuschpegel und schützt die Komponenten. Für Anwendungen in geschlossenen Räumen, auf Baustellen oder in Werkstätten stehen zudem Elektroversionen mit Drehstrommotor zur Verfügung. Die kompakten Abmessungen erleichtern den Transport: M13 und M17 können auf der Ladefläche eines Lkw oder Pick-ups ebenso mitgeführt werden wie in einem geschlossenen Lieferwagen. Dadurch bleibt die Anhängerkupplung für andere Transportaufgaben frei.

Druckluftaufbereitung wird Teil des Gesamtsystems
Eine Besonderheit der aktuellen M13- und M17-Versionen ist die Möglichkeit, einen Druckluftnachkühler direkt in den Kompressor zu integrieren. Damit lässt sich je nach Anwendung ungekühlte oder gekühlte und damit kondensatfreie Druckluft bereitstellen. Alternativ ist ein externer Nachkühler verfügbar, der in ein Tragegestell integriert ist und über fest montierte Leitungen für Druckluft, Kondensatrückführung und die elektrische Versorgung des Lüfters verfügt. Für Anwendungen, bei denen technisch ölfreie Druckluft benötigt wird, können die Nachkühler mit Mikrofilterkombinationen ergänzt werden.
Beim integrierten Nachkühler lässt sich der Lüfter abschalten, sodass der Anwender zwischen ungekühlter und gekühlter Druckluft wählen kann. Die Ausführung verlängert den Kompressor um 12 Zentimeter und erhöht sein Gewicht um 13 Kilogramm. Gleichzeitig kann der Maximaldruck auf sieben bar reduziert werden. Dadurch lässt sich beispielsweise ein M17 sowohl für das Kabeleinblasen mit 15 bar als auch für vorbereitende Arbeiten mit einer Erdrakete bei sieben bar einsetzen. Das entstehende Kondensat wird bei den diesel- beziehungsweise benzinbetriebenen Varianten mithilfe der heißen Motorabgase verdampft; bei der Elektroversion wird es in einem Kanister aufgefangen.
Für die Baustellenlogistik sind die Geräte mit langem Schubbügel, Luftreifen, vier Hebebügeln und einer versenkbaren Kranöse ausgestattet. Damit lassen sie sich auch auf wechselnden Einsatzorten vergleichsweise unkompliziert positionieren.

M59 verbindet Druckluftversorgung und Baustellenbeleuchtung
In der 5-m³-Klasse positioniert Kaeser den Mobilair M59. Das Modell ist sowohl als Leichtbauvariante mit einem Gewicht von unter 750 Kilogramm als auch mit robusten PE-Flügeltüren erhältlich. Die serienmäßige pV-Regelung erlaubt unterschiedliche maximale Betriebsdrücke und passt damit die Druckluftbereitstellung an die jeweilige Anwendung an. Zu den Ausstattungsoptionen gehört ein integrierter Lichtmast, mit dem sich der Kompressor auch für Einsätze bei schlechten Sichtverhältnissen und auf Nachtbaustellen nutzen lässt.
Beim M59 PE lässt sich der Maximaldruck stufenlos einstellen. Die pV-Regelung koppelt dabei den eingestellten Druck p mit dem maximal verfügbaren Volumenstrom V. Ein Aufbruchhammer kann beispielsweise mit bis zu sieben bar betrieben werden, während für Sandstrahlarbeiten 10 bar zur Verfügung stehen. Die variable Druckeinstellung kann zudem helfen, Druckverluste bei langen Schlauchleitungen auszugleichen. Bei niedrigster Druckeinstellung erreicht der M59 bis zu 5,5 m³/min. Die Einstellung erfolgt über die Steuerung Sigma Control Smart per Tastendruck. Neben der Variante bis 10 bar ist eine Ausführung für sechs bis 14 bar erhältlich.
Für die Stromversorgung zusätzlicher Verbraucher kann der M59 mit einem Generator mit 8,5 oder 13 kVA ausgerüstet werden. Die Steuerung verteilt die verfügbare Leistung abhängig von der elektrischen Abnahme und dem eingestellten Druck zwischen Generator und Kompressor. So kann die Anlage gleichzeitig Druckluft und elektrische Energie bereitstellen. Die PE-Flügeltüren aus rotationsgesintertem Polyethylen sind neben der Standardfarbe Gelb auch in Sonderfarben wie RAL 2009 Verkehrsorange erhältlich.
Eine weitere Besonderheit des M59 PE ist der integrierte Lichtmast. Er benötigt keinen separaten Generator und ist Bestandteil des Kompressors, sodass kein zusätzliches Beleuchtungsgerät transportiert werden muss. Vier justierbare LED-Scheinwerfer lassen sich pneumatisch auf mehr als drei Meter Höhe ausfahren. Für den Transport wird der Mast eingefahren und sicher arretiert.

Kaeser entwickelt M76 und M81 für flexible Betriebsbedingungen
Mit den Mobilair-Modellen M76 und M81 erweitert Kaeser die Klasse der Baukompressoren mit einer Leistung von etwa 7,5 bis 8 m³/min. Beide Modelle treten an die Stelle des M82 und erfüllen die aktuellen Emissionsanforderungen der Abgasstufe V für die EU beziehungsweise Tier 4 für Nordamerika. Während der M76 von einem Kubota Motor angetrieben wird, kommt beim M81 ein Motor von Hatz zum Einsatz. Auf ein SCR-System und AdBlue verzichten beide Varianten, wodurch die Abgasnachbehandlung entsprechend einfacher ausfällt.
Die beiden Kompressoren bieten jeweils zwei stufenlos einstellbare Druckbereiche von sechs bis 10,3 bar sowie von sechs bis 14 bar. Über die pV-Regelung erhöht sich der Volumenstrom bei sinkendem Betriebsdruck. Diese Charakteristik kann insbesondere bei Anwendungen wie dem Trockeneisstrahlen genutzt werden, bei denen ein höherer Volumenstrom bei geringerem Druck gefragt ist. Die Druckluftaufbereitung lässt sich mit integrierten Druckluftnachkühlern oder Mikrofilterkombinationen ergänzen. Eine regelbare Druckluftaustrittstemperatur und eine optionale Rückerwärmung erweitern die Möglichkeiten bei Strahlanwendungen.
Für Baustellen mit zusätzlichem Strombedarf können M76 und M81 mit Generatoren in den Leistungsklassen 8,5 und 13 kVA ausgestattet werden. Die Regelung berücksichtigt dabei die jeweilige Stromabnahme und stellt die verfügbare Kompressorleistung entsprechend ein. Beim M76 liegt die maximale Druckluftleistung bei bis zu 7,7 m³/min. Damit deckt das Modell unter anderem Anwendungen wie Sandstrahlen, Spritzbeton und Trockeneisstrahlen ab.
Auch Wartung und Bedienung wurden bei den neuen Modellen berücksichtigt. Eine automatische Abschaltung unterstützt die einfache Handhabung. Bei der Ölabscheidung kommt eine Spin-On-Patrone zum Einsatz, die sich schneller wechseln lässt und durch ihr Konzept weniger Abfall verursacht. Für den Transport stehen Fahrwerke mit 1.500 beziehungsweise 1.800 Kilogramm zur Verfügung; alternativ ist eine Schlittenvariante erhältlich.
Elektromobile Druckluft für sensible Einsatzbereiche
Wo eine geeignete Stromversorgung vorhanden ist, setzt die Mobilair-e-power-Serie auf einen Elektroantrieb. Die Anlagen arbeiten emissionsfrei und mit vergleichsweise geringer Geräuschentwicklung. Damit kommen sie insbesondere für Umwelt- und Lärmschutzzonen sowie für Arbeiten innerhalb von Gebäuden und in Tunneln infrage. Darüber hinaus können sie als temporäre Druckluftversorgung dienen, wenn stationäre Anlagen während Umbau-, Erweiterungs- oder Wartungsarbeiten nicht zur Verfügung stehen. Die Modelle M10E und M50E SFC sind aufgrund ihres niedrigen Anlaufstroms auch für die Versorgung aus Batteriespeichern geeignet.

Kolbenkompressoren bleiben auf der Baustelle gefragt
Neben den mobilen Schraubenkompressoren gehören Kolbenkompressoren weiterhin zum Programm. Sie versorgen unter anderem Nagler, Meißelhämmer sowie Geräte für Strahl- und Reinigungsarbeiten mit Druckluft. Kaeser positioniert diese Technik als langlebige und wartungsarme Lösung für den Baustelleneinsatz.
Eine kompakte Variante ist der i.Comp. Der tragbare, stufenlos drehzahlgeregelte Kolbenkompressor erzeugt ölfreie Druckluft und ist ohne Druckluftbehälter ausgeführt. Sein drehzahlgeregelter Motor ermöglicht einen kontinuierlichen Betrieb bei einem Druck von bis zu 11 bar. Auch bei einer Kabellänge von 150 Metern soll der Kompressor sicher anlaufen. Über die Kaeser Steuerung lassen sich Druckvorwahl und Drehzahl stufenlos anpassen.

Die ölfreie Verdichtung verhindert ölbelastetes Kondensat und macht Ölwechsel sowie Ölkontrollen überflüssig. Das reduziert den Wartungsaufwand und wirkt sich auf die Betriebskosten aus. Für Transport und Handhabung verfügt der i.Comp über ein ergonomisches Design. Die schalldämpfende Hülle aus rotationsgesintertem Polyethylen schützt zugleich die Anbauteile. Eingesetzt werden kann das Gerät unter anderem im holzverarbeitenden Handwerk, in Autowerkstätten und in weiteren Handwerksbranchen.
Die Druckluftlösungen von Kaeser sind auf der NordBau 2026 im Freigelände Nord an der Hannoverschen Straße zu sehen. Das Spektrum reicht von kompakten, transportorientierten Kompressoren für einzelne Druckluftwerkzeuge über Anlagen mit variabler pV-Regelung und integrierter Stromversorgung bis hin zu elektrisch betriebenen Systemen für emissionskritische Einsatzorte. Damit steht auf der Messe vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie sich Druckluftversorgung, Druckluftaufbereitung und Energiebedarf unter den jeweiligen Bedingungen einer Baustelle miteinander verbinden lassen.
Fotos: Kaeser




