Kipper- und Kofferlösungen mit erweiterten Konfigurationsoptionen

Mit einer Ausweitung seines Aufbauportfolios reagiert Volkswagen Nutzfahrzeuge auf die anhaltend hohe Nachfrage nach branchenspezifisch konfigurierbaren Transportlösungen. Im Mittelpunkt stehen zwei neue Varianten des Crafter, die in Zusammenarbeit mit den Aufbauherstellern Spier und Schoon entwickelt wurden.
Beide Lösungen – ein Drei-Seiten-Kipper sowie ein Kofferaufbau – sind ab sofort über das reguläre Händlernetz bestellbar und werden im sogenannten Einrechnungsgeschäft angeboten. Dieses Modell ermöglicht es, Basisfahrzeug und Aufbau als integrierte Gesamtlösung aus einer Hand zu beziehen, inklusive abgestimmter Service- und Garantiepakete.
Ein zentrales Argument für gewerbliche Kunden ist die Herstellergarantie von bis zu fünf Jahren, die explizit auch die Aufbauten der beteiligten Premium-Partner einschließt. Damit adressiert Volkswagen Nutzfahrzeuge insbesondere Betriebe, die auf kalkulierbare Betriebskosten und hohe Verfügbarkeit angewiesen sind.

Crafter mit Kofferaufbau: Gewichtseffizienz und Variabilität im Fokus
Im Bereich der geschlossenen Transportlösungen erweitert ein neuer Kofferaufbau der Spier Baureihe „Athlet S+“ das Einsatzspektrum des Crafter. Die Konstruktion basiert auf einem gewichtsoptimierten Aufbaukonzept mit Sandwichpaneelen, das sowohl strukturelle Stabilität als auch eine Reduktion des Eigengewichts ermöglicht. Je nach Ausführung liegt das Gewicht des Koffers inklusive Hecktüren und Dachspoiler zwischen 429 und 598 Kilogramm. Bei Integration von Ladebordwänden steigt das Gesamtgewicht des Aufbaus auf maximal 769 Kilogramm.
Die technische Auslegung zielt darauf ab, die Nutzlastpotenziale der unterschiedlichen Fahrgestellvarianten möglichst effizient auszuschöpfen. Die tatsächlich verfügbare Nutzlast ergibt sich aus der jeweiligen Kombination von Basisfahrzeug, Aufbau und optionalen Ausstattungen. In der Praxis lassen sich Ladevolumina zwischen 15,3 und 20,5 Kubikmetern realisieren.
Verfügbar sind die Aufbauten für alle Motor- und Getriebekonfigurationen des Crafter mit Einzelkabine, einschließlich der Längenvarianten L3 und L4. Die Fahrzeuggesamtlängen betragen dabei 6.450 Millimeter (L3) beziehungsweise 7.255 Millimeter (L4). Ergänzt wird das Angebot durch zulässige Gesamtgewichte von 3,5, 5,0 und 5,5 Tonnen, wodurch ein breites Einsatzspektrum vom leichten Verteilerverkehr bis hin zu mittelschweren Transportaufgaben abgedeckt wird.

Aerodynamik, Ergonomie und Ladungssicherung im Detail
Neben der reinen Transportkapazität wurden auch aerodynamische und ergonomische Aspekte berücksichtigt. Ein fahrzeugspezifisch angepasster Dachspoiler sowie strömungsoptimierte Aufbauprofile reduzieren den Luftwiderstand und können damit zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs beitragen. Im Innenraum sorgt ein lichtdurchlässiges GFK-Dach in Kombination mit seitlich integrierten LED-Leuchtstreifen für verbesserte Arbeitsbedingungen, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen.
Für die Ladungssicherung stehen im Außenrahmen integrierte Airline-Schienen mit variablen Zurrpunkten zur Verfügung. Ergänzt wird das System durch unterschiedliche Sicherungslösungen, die sich an spezifische Transportanforderungen anpassen lassen. Die Robustheit im täglichen Einsatz wird durch kratzunempfindliche Bodenbeläge, verstärkte Seitenwände sowie erhöhte Scheuerleisten sichergestellt. Kunden können zudem zwischen klassischen Hecktüren oder Ladebordwänden der Hersteller Bär Cargolift und Dhollandia wählen.

Crafter im Baustellen- und Landschaftseinsatz: Drei-Seiten-Kipper als praxisorientierte Lösung
Parallel zum Kofferaufbau führt Volkswagen Nutzfahrzeuge einen Drei-Seiten-Kipper ein, der in Kooperation mit Schoon entwickelt wurde. Der „SchoonKipper“ richtet sich primär an Anwender im Baugewerbe, im Garten- und Landschaftsbau sowie in kommunalen Einsatzbereichen. Typische Transportgüter umfassen Schüttmaterialien, Holz, Grünschnitt oder Werkzeug.
Die Konstruktion des Kippers basiert auf einem vollständig verschweißten Rahmen mit hoher struktureller Steifigkeit. Durch eine Vielzahl integrierter Querstreben wird eine erhöhte Punktlastfähigkeit erreicht, was insbesondere bei ungleichmäßig verteilter Ladung von Vorteil ist. Die vergleichsweise niedrige Beladehöhe erleichtert zudem das Handling schwerer Materialien.
Serienmäßig kommen Bordwände aus Aluminium-Hohlkammerprofilen zum Einsatz, die ein günstiges Verhältnis von Gewicht zu Stabilität bieten. Die verwendeten Langweg-Verschlüsse sind bündig in die Bordwand integriert, wodurch das Risiko von Beschädigungen oder Verletzungen durch hervorstehende Elemente reduziert wird. Alternativ sind verschiedene Ausführungen mit Stahlbordwänden erhältlich, die insbesondere für besonders anspruchsvolle Einsatzbedingungen vorgesehen sind.

Konstruktion auf Langlebigkeit und Sicherheit ausgelegt
Ein wesentliches Merkmal ist die Korrosionsbeständigkeit: Sowohl der Grundrahmen als auch der Kipprahmen werden in einem Stück feuerverzinkt. Daraus resultiert laut Hersteller eine Garantie von zehn Jahren gegen Durchrostung. Das hydraulische Kippaggregat wird über einen Schalter im Fahrerhaus gesteuert und ist auf wartungsarmen Betrieb ausgelegt. Geschützte Leitungsführungen tragen zusätzlich zur Betriebssicherheit bei.
Die Kipprichtung kann über eindeutig zuordenbare Steckbolzen festgelegt werden, wodurch Fehlbedienungen vermieden werden sollen. Der Aufbau erfüllt die Anforderungen der Norm DIN EN 12642 XL und entspricht damit den gängigen Standards zur Ladungssicherung im gewerblichen Einsatz. Darüber hinaus lässt sich der Kipper durch branchenspezifisches Zubehör wie Werkzeugboxen, Laubgitteraufsätze oder zusätzliche Beleuchtungssysteme erweitern.

Technische Basis: Breite Antriebs- und Aufbaukonfigurationen
Grundlage beider Varianten ist das Crafter-Fahrgestell mit Einzelkabine, das in insgesamt 36 Antriebs- und Getriebekombinationen angeboten wird. Zum Einsatz kommen TDI-Dieselmotoren mit Leistungsstufen von 103, 120 und 130 kW. Kunden können zwischen Frontantrieb, Heckantrieb und dem Allradsystem 4MOTION wählen.
Auch bei den Getrieben besteht Wahlfreiheit zwischen einer manuellen Sechsgangschaltung und einer Achtgang-Automatik. Die Kabinenkonfiguration kann durch eine optionale Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite erweitert werden. Für den Kipper steht zusätzlich eine Doppelkabinenvariante zur Verfügung, um größere Arbeitsteams transportieren zu können.
Preislich positionieren sich die neuen Varianten im mittleren Segment leichter bis mittelschwerer Nutzfahrzeuge. Der Crafter mit Spier Kofferaufbau beginnt in Deutschland bei 54.852 Euro netto für eine 3,5-Tonnen-Version mit 103-kW-Dieselmotor, Frontantrieb und manuellem Getriebe in der Länge L4. Der Drei-Seiten-Kipper mit Schoon Aufbau ist ab 54.216,40 Euro netto erhältlich und basiert in der Einstiegsversion auf derselben Motor- und Antriebskonfiguration.
Produktion und industrielle Einbindung
Die Fertigung der Crafter-Basisfahrzeuge erfolgt im Werk Września in Polen, das als zentraler Produktionsstandort für diese Baureihe dient. Ergänzend betreibt Volkswagen Nutzfahrzeuge weitere Produktionsstätten in Hannover und Poznań. Insgesamt sind mehr als 21.000 Mitarbeiter in Entwicklung, Produktion und Vertrieb tätig.
Die Erweiterung des Crafter-Portfolios ist Teil einer langfristigen Strategie, das Angebot stärker auf spezialisierte gewerbliche Anwendungen auszurichten. Neben klassischen Transportlösungen umfasst das Portfolio zunehmend auch elektrifizierte und perspektivisch autonome Fahrzeugkonzepte, mit denen der Hersteller auf regulatorische und marktseitige Veränderungen reagiert.
Fotos: Volkswagen Nutzfahrzeuge




