Erd- und Erschließungsarbeiten unter anspruchsvollen Bodenverhältnissen

Ein Raupenbagger Atlas 260 LC steht am Beginn der Erdarbeiten für einen neuen Kreisverkehr und ein angrenzendes Gewerbegebiet in Rellingen, nahe der A 23 und damit im direkten Einzugsbereich Hamburgs. Die Maßnahme erfolgt auf Böden mit eingeschränkter Tragfähigkeit, was erhöhte Anforderungen an Standsicherheit, Feinfühligkeit der Hydraulik und strukturelle Robustheit der eingesetzten Maschinen stellt.
In diesem Projekt übernimmt der 26-t-Raupenbagger zentrale Aufgaben bei Aushub, Profilierung und Materialumschlag. Die Maschine gehört zum Fuhrpark der H. Uhl Straßen- und Tiefbau GmbH aus Elmshorn, die sowohl den Kreisverkehr als auch die vollständige Erschließung des rund zwölf Hektar großen Gewerbeareals ausführt.
Das Raupenfahrwerk des 260 LC mit 800-mm-Bodenplatten sorgt für eine großflächige Lastverteilung, was insbesondere auf weichen Böden relevant ist. Angetrieben wird der Bagger von einem Motor mit 129 kW beziehungsweise 175 PS, der in Verbindung mit der abgestimmten Hydraulikleistung ausreichende Reserven für schwere Erdarbeiten bietet, ohne dass die Maschine dauerhaft im oberen Leistungsbereich betrieben werden muss. In der Praxis zeigt sich dies in einem gleichmäßigen, gut kontrollierbaren Arbeitsablauf, auch bei häufig wechselnden Lastsituationen, wie sie beim Bau von Entwässerungsstrukturen, Schachtbauwerken und Fahrbahnkörpern auftreten.
Hydrauliksystem und flexible Werkzeugkonfiguration
Für die Erschließungsarbeiten sind sowohl hohe Umschlagleistungen als auch präzise Feinarbeiten erforderlich. Die Hydraulikanlage des 260 LC liefert eine Fördermenge von 380 l/min bei einem Betriebsdruck von 340 bar, kurzfristig bis 370 bar. Damit stehen ausreichend Volumenstrom und Druck zur Verfügung, um Ausleger, Stiel und Anbauwerkzeuge auch bei parallelen Bewegungen ohne spürbare Verzögerung zu steuern. Drei wählbare Betriebsmodi ermöglichen es, die Leistungsabgabe an den jeweiligen Arbeitsprozess anzupassen, wodurch sich der Kraftstoffverbrauch auf das notwendige Maß begrenzen lässt, ohne die Reaktionsgeschwindigkeit der Maschine zu beeinträchtigen.
Ausgerüstet ist der Atlas 260 LC mit einem Schwenkmotor, der einen Arbeitsbereich von jeweils 70 Grad nach links und rechts erlaubt. In Verbindung mit einem hydraulischen Schnellwechsler und integrierter Greiferaufnahme erweitert sich der Einsatzbereich deutlich, da neben Löffeln auch weitere Werkzeuge ohne großen Zeitaufwand eingesetzt werden können. Die Schnittstellen sind so ausgelegt, dass sowohl Atlas Anbaugeräte als auch Werkzeuge anderer Hersteller verwendet werden können, was die Integration in bestehende Geräteparks erleichtert und die Einsatzplanung flexibler gestaltet.

Leistungsdaten und Konstruktion des Atlas 260 LC
Die konstruktive Auslegung des 260 LC zielt auf hohe Stabilität und Dauerfestigkeit im schweren Erdbau. Grundlage bildet ein massiver Unterwagen in X-Bauweise, der in Verbindung mit dem verwindungssteifen Stahlbau des Oberwagens eine stabile Plattform für den Arbeitsbetrieb bietet. Mit Monoblock-Ausleger können Lasten bis zu 22 Tonnen bewegt werden. Die Einstichhöhe von 9,36 Metern, eine maximale Grabtiefe von 6,83 Metern sowie eine Reichweite von 10,55 Metern ermöglichen es, auch größere Querschnitte ohne häufiges Umsetzen der Maschine herzustellen, was sich direkt auf die Taktzeiten auswirkt.
Die Drehzahl des Oberwagens liegt bei bis zu elf Umdrehungen pro Minute, was insbesondere beim Beladen von Transportfahrzeugen in kurzen Ladezyklen von Bedeutung ist. In Rellingen wird der Bagger mit Löffeln zwischen 0,48 und 1,87 Kubikmetern eingesetzt, abhängig von Aufgabe, Material und erforderlicher Genauigkeit. Damit lassen sich sowohl präzise Profilierungsarbeiten als auch massiver Bodenaushub mit demselben Gerät durchführen, was Stillstandzeiten reduziert und den logistischen Aufwand auf der Baustelle begrenzt.
Ergonomie und Arbeitsbedingungen in der Kabine
Die Leistungsfähigkeit einer Baumaschine wird im täglichen Einsatz wesentlich durch die Arbeitsbedingungen des Maschinenführers beeinflusst. Die Kabine des Atlas 260 LC ist so ausgelegt, dass ausreichend Platz für Einstieg, Bewegungsfreiheit und ergonomische Sitzposition vorhanden ist. Der Fahrersitz ist unabhängig von der Konsole verstellbar und verfügt über eine Lordosenstütze, wodurch sich individuelle Einstellungen für lange Arbeitstage realisieren lassen. Die Rundumsicht wird durch Kamerasysteme sowie durch die konstruktive Ausführung des Oberwagens unterstützt, dessen rechte Seite nach unten gezogen ist, um tote Winkel zu minimieren.
Bedienelemente sind sowohl über Direktwahltasten als auch über digitale Menüs erreichbar, sodass unterschiedliche Bedienpräferenzen berücksichtigt werden. Funktionen wie die Arretierung des Oberwagens lassen sich per Knopfdruck aktivieren. Zur Ausstattung zählen zudem eine leise arbeitende Klimaanlage sowie ein separater Platz für eine Kühlbox mit elektrischem Anschluss. Mit einem gemessenen Schalldruckpegel von 69 dB(A) in der Kabine bleibt die Lärmbelastung auch bei längeren Einsatzzeiten auf moderatem Niveau, was sich positiv auf Konzentration und Arbeitsqualität auswirkt.
Unternehmenshintergrund und Maschinenstrategie
Die H. Uhl Straßen- und Tiefbau GmbH blickt auf eine mehr als 120-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Gegründet im Jahr 1904, hat sich der Betrieb mit Standort in Elmshorn von einem handwerklich geprägten Unternehmen zu einem mittelständischen Bauunternehmen mit über 100 Mitarbeitern entwickelt. Heute stehen mehr als 70 Arbeitsmaschinen sowie ein Firmengelände von rund 18.000 Quadratmetern zur Verfügung, um Projekte im Straßen-, Kanal- und Erschließungsbau umzusetzen.
Zum aktuellen Maschinenpark zählen auch rund 20 Bagger des Herstellers Atlas, was auf eine langfristig gewachsene Beschaffungsstrategie hinweist. Die Zusammenarbeit mit dem regionalen Händler besteht seit mehreren Jahrzehnten und basiert auf kontinuierlicher Betreuung, Ersatzteilverfügbarkeit und technischer Unterstützung im laufenden Betrieb. Für Unternehmen im Infrastrukturbau, bei denen Maschinenverfügbarkeit und kurzfristige Einsatzfähigkeit entscheidend sind, stellen solche stabilen Partnerschaften einen wesentlichen Faktor für die Projektsicherheit dar.
Fotos: Atlas




