Neue Großgeräte erweitern das technologiegetriebene Portfolio

Mit der Erweiterung seiner Serie-9-Baggerplattform führt Develon den eingeschlagenen Innovationskurs im Segment der schweren Kettenbagger konsequent fort. Neu im Portfolio sind die Modelle DX360LC-9 in der 37-Tonnen-Klasse sowie der DX400HD-9 mit einem Einsatzgewicht von 42 Tonnen. Sie ergänzen die bereits eingeführten DX230LC-9 und DX260LC-9, die erstmals auf der bauma 2025 vorgestellt und anschließend europaweit in den Markt gebracht wurden. Die Plattform basiert auf einer vollständig elektronisch geregelten Hydraulik (Full Electric Hydraulic, FEH) und integriert Funktionen künstlicher Intelligenz.
Im Zentrum der Antriebstechnik steht der neu entwickelte Develon Motor DX08V. Im DX360LC-9 liefert er 227 kW (304 PS) bei 1.800 U/min nach SAE J1995 sowie ein maximales Drehmoment von 1.230 kgf/m bei 1.300 U/min.
Im größeren DX400HD-9 ersetzt dieser Motor den bislang eingesetzten Scania Antrieb und erreicht dort 254 kW (341 PS) bei gleicher Drehzahl sowie ein maximales Drehmoment von 1.460 kgf/m. Beide Maschinen verfügen über eine maximale Grabtiefe von 7.512 Millimetern und eine Reichweite von 11.113 Millimetern in Standardkonfiguration.

Neue Interaktionslogik durch elektronische Hydraulik
Mit der Serie 9 geht Develon über eine rein inkrementelle Weiterentwicklung hinaus und verändert die grundlegende Interaktion zwischen Bediener und Maschine. Der Wechsel von klassischen hydraulischen Pilotsteuerungen hin zu einem FEH-System bildet die technische Grundlage für eine Vielzahl neuer Funktionen. Insgesamt spricht der Hersteller von zehn integrierten Schlüsseltechnologien, die Produktivität, Sicherheit, Bedienkomfort und Nachhaltigkeit adressieren.
„Dies bedeutet weit mehr, als nur unsere nächste Baggergeneration einzuführen – es geht darum, einen neuen Standard für die gesamte Branche zu setzen“, sagt Stephane Dieu, Produktmanager für Develon Bagger in Europa. „Mit unserer neuen Serie 9 ist die Maschine nicht länger nur ein Werkzeug – sie ist ein intelligenter Partner. Durch die Kombination von FEH-Steuerung, KI-gestützter Sicherheit und einer Tablet-ähnlichen Benutzeroberfläche bieten wir unseren Kunden ein Maß an Kontrolle und Baustellenübersicht, das bisher unmöglich war.“
Die Steuerung der Bagger erfolgt über ein neu gestaltetes Bedienkonzept, bei dem ein vertikal ausgerichteter 12-Zoll-Touchscreen klassische Anzeigen ersetzt. Die Oberfläche ist Splitscreen-fähig und erlaubt die gleichzeitige Darstellung von Maschinendaten, Kameraansichten sowie Nivelliersystemen. Die FEH-Architektur ermöglicht darüber hinaus eine weitreichende Individualisierung, etwa hinsichtlich Joystick-Empfindlichkeit, Reaktionszeiten und Tastenbelegung. Funktionen wie Stick-Steer, bei der die Kettensteuerung über Daumenräder am Joystick erfolgt, erweitern die Steuerungsoptionen insbesondere in beengten Arbeitsumgebungen.

Intelligenz im Bagger: Sensorik, KI und Assistenzsysteme
Ein zentraler Bestandteil der neuen Plattform ist die Integration KI-gestützter Sicherheits- und Assistenzsysteme. Das Smart Around View Monitor (SAVM)-System kombiniert Kameratechnik mit Radar und erkennt Personen im Arbeitsbereich. Das Radarsystem erfasst Objekte bis zu einer Entfernung von sechs Metern, während innerhalb einer definierten Gefahrenzone von vier Metern ein automatischer Eingriff erfolgt: In diesem Fall kann ein intelligenter E-Stop das Schwenken oder Fahren der Maschine unterbrechen.
Ergänzt wird dies durch sogenannte „Virtual Wall“-Funktionen, mit denen sich digitale Begrenzungen definieren lassen, um Kollisionen mit ober- oder unterirdischen Hindernissen zu vermeiden. Im Bereich der Vermessung und Planierung sind die Maschinen serienmäßig für 2D-Anwendungen vorbereitet und lassen sich auf 3D-Systeme erweitern. Integrierte IMU-Sensoren ermöglichen eine Plug-and-Play-Kompatibilität mit Lösungen externer Anbieter wie Trimble und Leica.

Effizienzsteigerung und digitale Baustellenintegration
Die Kombination aus neuer Motorengeneration und elektronischer Hydraulik wirkt sich laut Hersteller direkt auf die Effizienz aus. So wird eine bis zu zehn Prozent höhere Kraftstoffeffizienz bei gleichzeitig gesteigerter Motorleistung von bis zu sieben Prozent angegeben. Ziel ist es, die bewegte Materialmenge pro Zeiteinheit zu erhöhen und gleichzeitig Betriebskosten zu senken.
„Wir bauen auf dem Erfolg unserer bestehenden Baggerplattform auf und erweitern sie mit den neuen Maschinen der Serie 9, die mit einem voll-elektrohydraulischen Steuersystem ausgestattet sind. Dieses ersetzt die herkömmlichen mechanischen Pilotsteuerungen und sorgt für bis zu 10 Prozent höhere Kraftstoffeffizienz“, sagt Stephane Dieu. „Ein neues Smart Around View Monitor-Kamerasystem, Advanced Lift Assist, die Fernstartfunktion über Smartphone und das werkseitige 2D-Nivelliersystem tragen dazu bei, die Bediener sicherer und produktiver zu machen.“
Zu den weiteren Funktionen zählt Advanced Lift Assist, ein Assistenzsystem zur Unterstützung bei Hebevorgängen. Es greift auf Hubkrafttabellen zurück und visualisiert potenzielle Risikozonen insbesondere bei Arbeiten auf geneigtem oder unebenem Gelände. Ein farbcodiertes Pfeilsystem unterstützt den Bediener dabei, sichere Arbeitspositionen einzuhalten.
Bagger im produktiven Dauereinsatz
Neben sicherheitsrelevanten Aspekten adressiert die Serie 9 auch die ergonomische und operative Entlastung der Bediener. Die Breaker-Assist-Funktion verhindert Leerschläge bei Abbrucharbeiten und reduziert so sowohl den Verschleiß der Maschine als auch die körperliche Belastung. In Kombination mit dem Auto-Breaker entfällt das permanente Betätigen von Bedienelementen, was zu einem gleichmäßigeren Arbeitsablauf führt.
Ein optionales Wiegesystem ermöglicht die kontinuierliche Überwachung von Materialmengen und unterstützt eine präzise Beladung von Muldenkippern. Parallel dazu wurde der Joystick vollständig überarbeitet und bietet erweiterte Personalisierungsoptionen, die unterschiedliche Bediengewohnheiten berücksichtigen.
Vernetzung, Zustandsüberwachung und Flottenmanagement
Ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist die Prognose- und Zustandsüberwachungstechnologie (Prognostics and Health Management, PHM). Sie analysiert kontinuierlich kritische Komponenten wie Hydrauliköl, Motoröl und Hauptpumpen und nutzt Sensordaten, darunter Druck- und Vibrationswerte, zur frühzeitigen Erkennung von Anomalien. Die Premium-Variante umfasst zusätzlich Diagnosefunktionen für Hauptpumpe, Schwenkmotor und Schwenkreduzierungsgetriebe.
Auch im Bereich Zugang und Flottenmanagement setzt Develon auf digitale Lösungen. Über die My Develon App steht ein Bluetooth-fähiger digitaler Schlüssel zur Verfügung, mit dem sich die Maschine entriegeln und starten lässt, ohne dass ein physischer Schlüssel erforderlich ist.
Mit dieser Kombination aus Leistung, Sensorik und digitaler Integration entwickelt sich der Bagger zunehmend zu einer vernetzten Systemplattform. Die Serie 9 verdeutlicht damit die strategische Ausrichtung des Herstellers, mechanische Leistungsfähigkeit mit datenbasierter Funktionalität zu verbinden und den Erdbau stärker in digitalisierte Prozessketten einzubinden.
Fotos: Develon




