Hyundai zeigt drei Großmaschinen für den Hartsteinabbau
Die steinexpo zählt zu den wichtigsten Praxismessen für die Rohstoffindustrie. Im Steinbruch Nieder-Ofleiden, dem größten Basaltsteinbruch Europas, steht der reale Einsatz von Baumaschinen unter anspruchsvollen Bedingungen im Mittelpunkt. Hyundai Construction Equipment nutzt die Veranstaltung 2026, um auf dem Stand F 45 drei Maschinen aus unterschiedlichen Leistungsklassen für den Einsatz im Hartsteinabbau und bei der Rückverladung zu präsentieren. Im Fokus stehen dabei der 28-t-Knickdumper HA30A, der Großradlader HL985A und der 40-t-Raupenbagger HX400 aus der neuesten Baggergeneration des Herstellers.
Die drei Maschinen stehen zugleich für unterschiedliche Ansätze bei Antrieb, Fahrwerk, Hydraulik und Maschinensteuerung. Hyundai verbindet bei den ausgestellten Geräten hohe Leistungsreserven mit elektronischen Assistenz- und Steuerungssystemen, die auf einen möglichst effizienten Betrieb unter den besonderen Anforderungen von Steinbrüchen und Großbaustellen ausgelegt sind.
HA30A mit oszillierendem Tandem-Fahrwerk
Aus dem Dumper-Portfolio von Hyundai kommt der HA30A nach Nieder-Ofleiden. Der Dreiachs-Knickdumper verfügt über eine Nutzlast von 28 Tonnen und wird von einem Scania Turbodiesel des Typs DC9 mit 276 kW angetrieben. Für den Materialtransport steht eine Mulde mit 16 Kubikmetern Volumen zur Verfügung; mit montierter Heckklappe steigt das Fassungsvermögen auf 17,8 Kubikmeter.
Eine Besonderheit des HA30A ist das Fahrwerk mit oszillierenden Hinterachsen. Hyundai setzt dabei auf ein Tandem-Fahrwerk mit in Kastenbauweise ausgeführten Bogieachsen. Anders als bei konventionellen Dumpern, bei denen starre Achsen über Dreieckslenker geführt werden, können sich die beiden Räderpaare beim HA30A unabhängig voneinander über einen großen Bewegungsbereich an die Fahrbahn anpassen. Dadurch bleibt der Bodenkontakt auch auf unebenem und anspruchsvollem Untergrund erhalten. Das wirkt sich unmittelbar auf Traktion und Geländegängigkeit aus und ist insbesondere im innerbetrieblichen Transport auf nicht befestigten Fahrwegen von Bedeutung.
Das auf der steinexpo ausgestellte Fahrzeug ist bereits mit der neuen Komfortkabine ausgerüstet. Sie soll die Arbeitsbedingungen des Fahrers insbesondere im Hinblick auf Ergonomie und Bedienkomfort verbessern. Für den Einsatz im Steinbruch stehen zudem verschiedene Ausstattungsoptionen zur Verfügung. Dazu gehören eine Heckklappe, eine Muldenheizung sowie Verschleißplatten für Anwendungen mit stark abrasivem Gestein.

HL985A für Rückverladung und Anlagenbeschickung
Mit dem HL985A zeigt Hyundai seinen derzeit größten Radlader. Die Maschine erreicht ein Betriebsgewicht von rund 33 Tonnen und wird von einem Cummins Dieselmotor mit einer Leistung von 321 kW angetrieben. Für den Einsatz in großen Erdbaulosen und insbesondere in der stationären Hartsteingewinnung kann der Radlader mit Schaufeln mit bis zu sieben Kubikmetern Volumen ausgerüstet werden.
Seine Leistungsfähigkeit kommt vor allem bei der Rückverladung schwerer Transportfahrzeuge zum Tragen. Nach Angaben des Herstellers kann der HL985A einen 44-t-Lastzug mit zwei Ladespielen befüllen. Die maximale Auskipphöhe von 3.360 Millimetern ermöglicht darüber hinaus die Beschickung von Brech- und Siebanlagen, bei denen eine entsprechend hohe Ausschütthöhe erforderlich ist.
Die Kraftübertragung übernimmt ein elektronisch gesteuertes Fünfgang-Wandler-Lastschaltgetriebe. Es passt die Leistungsübertragung an die jeweilige Arbeitssituation an und soll damit einen effizienten Umgang mit der verfügbaren Motorleistung ermöglichen. Zur Serienausstattung des HL985A gehören außerdem ein integriertes Wiegesystem und das Online-Telematiksystem HI-MATE. Für den Einsatz auf felsigem Untergrund ist der ausgestellte Radlader mit L5-Felsbereifung in der Dimension 29,5 Zoll auf R25-Felgen ausgerüstet.
Auch bei der Sicherheits- und Arbeitssituation setzt Hyundai auf zusätzliche Systeme. LED-Beleuchtung, eine Funkfernbedienung für die Türöffnung sowie das Sicherheitssystem AAVM gehören zur Ausstattung. AAVM kombiniert ein Rundum-Monitorsystem mit Radarüberwachung und soll dem Fahrer insbesondere im unmittelbaren Umfeld der Maschine zusätzliche Informationen über Hindernisse und Gefahrenbereiche liefern.

Hyundai setzt beim HX400 auf elektrohydraulische Steuerung
Der dritte Schwerpunkt des Messeauftritts ist der HX400. Der 40 Tonnen schwere Raupenbagger gehört zur neuesten Generation der Hyundai Kettenbagger und wurde konstruktiv von Grund auf neu entwickelt. Als Antrieb kommt ein eigener DX08-Dieselmotor zum Einsatz. Neben der klassischen Auslegung eines schweren Hydraulikbaggers liegt ein wesentlicher Entwicklungsfokus auf der elektronischen Steuerung der Maschine.
Eine zentrale Neuerung ist die elektrohydraulische FEH-Steuerung. FEH steht für eine Steuerungsarchitektur, bei der die Bedienbefehle nicht mehr über ein hydraulisches Signal, sondern elektrisch an die Steuerventile des Hydrauliksystems übertragen werden. Dadurch können die Hydraulikfunktionen von Oberwagen, Ausrüstung und Anbaugeräten schneller und präziser angesteuert werden. Gleichzeitig entfällt der bei einer rein hydraulischen Signalübertragung entstehende Gegendruck. Öldurchfluss und Systemdruck können damit bedarfsgerechter bereitgestellt werden.
Nach Angaben von Hyundai kann die FEH-Steuerung gegenüber hydraulischen Joysticks eine Verbesserung der Kraftstoffeffizienz von bis zu acht Prozent ermöglichen. Darüber hinaus lässt sich das Verhalten der Maschine gezielt an unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen. Bewegungsabläufe und Ansprechverhalten der Hydraulik können auf Fahrer, Material, Umgebung und gewünschte Maschinenperformance abgestimmt werden.
Die neue Steuerungsarchitektur erweitert auch die Möglichkeiten bei der Bedienung des Baggers. So kann der HX400 über ein Fußpedal gefahren werden. Alternativ lässt sich einer der beiden Joysticks so programmieren, dass er die Fahrbewegung der Maschine in Vorwärts- und Rückwärtsrichtung steuert. Für den HX400 ist außerdem ein optionaler digitaler Schlüssel erhältlich. Damit kann der Bediener den Bagger über ein Smartphone schlüssellos öffnen und starten.
Neben der FEH-Steuerung gehören weitere technische Neuerungen zum Konzept des HX400. Ein Wiegesystem ist optional verfügbar, während für Motoröl und Filter ein Wartungsintervall von 1.000 Betriebsstunden vorgesehen ist. Für die Überwachung des Maschinenumfelds kommt das intelligente Kamerasystem SAVM zum Einsatz, das mit einer E-Stop-Funktion kombiniert wird und damit auch sicherheitsrelevante Betriebszustände berücksichtigen kann.
Ausrichtung auf den europäischen Markt
Mit der Präsentation von HA30A, HL985A und HX400 deckt Hyundai auf der steinexpo wesentliche Einsatzbereiche im schweren Gewinnungs- und Erdbaubetrieb ab. Während der Knickdumper auf den Materialtransport unter schwierigen Geländebedingungen ausgelegt ist, übernimmt der Großradlader Aufgaben bei der Rückverladung und Anlagenbeschickung. Der Kettenbagger ergänzt das Programm um eine schwere Hydraulikbaggerlösung mit elektronischer Maschinensteuerung und erweiterten Assistenzfunktionen.
Hyundai Construction Equipment Europe produziert Hydraulikbagger und Radlader für den europäischen Markt und verfügt darüber hinaus über einen Geschäftsbereich für Material-Handling-Technik. Dort umfasst das Programm unter anderem Gabelstapler mit LPG-, Elektro- und Dieselantrieb sowie Lagertechnik. Der Vertrieb der Produkte erfolgt über ein Netzwerk von mehr als 140 Händlern in über 30 Ländern. Nach Unternehmensangaben bilden hochautomatisierte Fertigungsprozesse, ein Null-Toleranz-Qualitätskontrollsystem und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Maschinentechnik die Grundlage für das aktuelle Produktprogramm.
Fotos: Hyundai CE




