Die gemeinsam von TMC Cancela und Vogt entwickelte Maschine ist für Rodungsarbeiten, Rekultivierung und den Einsatz im Wege- und Straßenbau ausgelegt

Die Vogt GmbH & Co. KG erweitert ihr Programm an Mulch- und Frästechnik um die neue TMC MFG. Die in Zusammenarbeit mit dem spanischen Hersteller TMC Cancela speziell für die Anforderungen des deutschen Marktes entwickelte Forstfräse ist für Traktoren ab 260 PS konzipiert und deckt neben klassischen Rodungs- und Forstarbeiten auch Anwendungen im Wegebau ab. Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal ist die Arbeitstiefe von bis zu 400 Millimetern unter Bodenniveau. Damit eignet sich die Maschine vor allem für Einsatzbereiche, in denen Wurzelstöcke, Ernterückstände und andere organische Materialien tiefgehend bearbeitet werden müssen.
Forstflächen bearbeiten und Wege instand setzen
Im Forstbereich ist die TMC MFG für unterschiedliche Aufgaben vorgesehen. Zu den möglichen Einsatzgebieten zählen Weihnachtsbaumkulturen, Kahlschläge und Abtriebsflächen ebenso wie die Vorbereitung von Flächen für eine anschließende Nutzung und die Rekultivierung. Die große Arbeitstiefe ermöglicht es, auch tiefer im Boden liegendes Material zu erfassen und zu zerkleinern. Damit richtet sich das Konzept an professionelle Forstdienstleister und Lohnunternehmer, die bei der Flächenbearbeitung auf eine hohe Materialaufnahme und eine intensive Zerkleinerung angewiesen sind.
Darüber hinaus lässt sich die Maschine für Arbeiten im Wege- und Straßenbau einsetzen. Durch eine Anpassung des Übersetzungsverhältnisses kann die MFG mit geringerer Drehzahl betrieben werden. In dieser Konfiguration eignet sie sich als Wege- beziehungsweise Steinfräse, etwa zum Auffräsen von Asphalt oder zur Bearbeitung stark beanspruchter Wirtschaftswege. Die Möglichkeit, das Antriebskonzept an unterschiedliche Anwendungen anzupassen, erweitert das Einsatzspektrum über die reine Forstflächenbearbeitung hinaus.

Gekoppelter Getriebeantrieb mit Überwachungssystemen
Für die Übertragung der Antriebsleistung setzt TMC auf einen beidseitigen Antrieb über zwei miteinander gekoppelte Stirnradgetriebe. Das Konzept soll eine gleichmäßige Last- und Leistungsaufnahme unterstützen. Ein integriertes Kühlsystem und eine Überlastsicherung ergänzen den Antriebsstrang und sind auf die hohen Belastungen bei der Bearbeitung von Wurzelstöcken, steinigem Untergrund und großen Materialmengen ausgelegt.
Zur Überwachung der Getriebefunktionen der MFG kommt das neue TMC Drive Control zum Einsatz. Das System kontrolliert Schmierung und Kühlung und informiert den Fahrer über eine LED-Anzeige über den Betriebszustand. Dadurch sollen kritische Betriebsbedingungen frühzeitig erkennbar werden, bevor sie zu kostspieligen Schäden am Antriebsstrang führen.
Eine weitere Neuerung betrifft die Bedienung der hydraulischen Heckklappe. Da deren Position aus der Fahrerkabine nicht unmittelbar eingesehen werden kann, zeigt die neu entwickelte TMC Flap Control dem Fahrer die Stellung der Klappe an. Die Rückmeldung erleichtert die Kontrolle des Maschinenzustands während der Arbeit und ergänzt die technischen Überwachungseinrichtungen um eine funktionale Unterstützung im täglichen Einsatz.
Heavy-Duty-Rotor für große Materialmengen
Das Herzstück der MFG bildet ein Heavy-Duty-Rotor mit einem Wirkdurchmesser von 830 Millimetern. Seine Auslegung zielt auf eine hohe Schlagkraft und einen großen Materialdurchsatz. Auch umfangreiche Materialmengen sollen sich damit effizient zerkleinern lassen, ohne dass es zu einer Blockierung des Rotors kommt. Gerade bei der Rodung dichter Bestände und bei der Bearbeitung von Flächen mit größeren Ernterückständen kommt dieser Fähigkeit Bedeutung zu.
Serienmäßig stattet TMC die Fräse mit F21-Hartmetall-Werkzeugen aus. Die schlagfesten Werkzeuge sind durch ihre spezielle Formgebung darauf ausgelegt, bei steinigen Einsatzbedingungen zugleich den Rotor und die Werkzeughalter zu schützen. Ergänzend dazu verfügt die Maschine über sechs speziell angepasste Gegenschneiden aus Hardox Stahl. Sie unterstützen die Zerkleinerung des aufgenommenen Materials und lassen sich einzeln vollständig austauschen. Je nach Einsatzgebiet und erforderlichem Kraftbedarf können Anwender die Gegenschneiden zudem entfernen oder in einer individuell angepassten Anordnung montieren. Damit lässt sich die Zerkleinerungseinrichtung an die jeweiligen Arbeitsbedingungen anpassen.
MFG mit Nachlaufwalze für die Rückverfestigung
Hinter dem Rotor übernimmt eine groß dimensionierte Compactor-Nachlaufwalze die Bearbeitung der Oberfläche. Durch ihre weit ausladende Anordnung soll sie das gefräste Material beziehungsweise den bearbeiteten Untergrund gleichmäßig rückverfestigen. Das ist insbesondere dort relevant, wo nach der Fräsarbeit eine möglichst ebene und tragfähige Oberfläche entstehen soll.
Justierbare Abstreifer verhindern, dass sich Material an der Walze ansammelt oder zwischen den Bauteilen verklemmt. Damit reduziert sich das Risiko von Ablagerungen, die den Arbeitsablauf beeinträchtigen könnten. Die Kombination aus Rotor, Gegenschneiden und Nachlaufwalze verbindet somit die intensive Zerkleinerung mit der anschließenden Bearbeitung der Oberfläche.

Robuste Gehäusekonstruktion und durchdachte Anbindung
Bei der Grundkonstruktion greift TMC Cancela auf bewährte Lösungen aus dem eigenen Forsttechnikprogramm zurück. Dazu zählt das Flexi Steel Mulchgehäuse, das hohe Festigkeit mit einer gewissen Flexibilitätstoleranz verbindet und für die Beanspruchungen bei Rodungs- und Fräsarbeiten ausgelegt ist. Die Konstruktion soll hohen mechanischen Belastungen standhalten, ohne auf die für den Einsatz im unebenen Gelände erforderliche Anpassungsfähigkeit zu verzichten.
Für den An- und Abbau der MFG an den Schlepper nutzt TMC die patentierte Easy-Connect Parallelführung. Sie ermöglicht eine werkzeuglose Montage und Demontage und hält Getriebe und Gelenkwelle dabei in einer optimalen Position zueinander. Die parallele Führung soll eine günstige Ausrichtung des Antriebsstrangs sicherstellen und den Wechsel zwischen verschiedenen Einsatzaufgaben vereinfachen.
Das TMC Sidestep System übernimmt den seitlichen Anfahrschutz. Es lenkt überstehende Äste und andere Fremdkörper an der MFG vorbei. Gleichzeitig erhöht eine verstärkte Gehäusekantung die strukturelle Stabilität und erleichtert die Reinigung. Zum Schutz des Schleppers vor aufgewirbelten Steinen und anderen Wurfkörpern ist die Fräse außerdem mit vier Kettenschutzreihen an der Vorderseite ausgestattet. Ein zusätzlicher Kettenvorhang zwischen den Unterlenkern ergänzt die Schutzmaßnahmen im Bereich der Schlepperanbindung.
Arbeitsbreiten, Gewicht und optionale Ausstattung
Vogt bietet die TMC MFG in zwei Arbeitsbreiten von 2.250 und 2.500 Millimetern an. Das Einsatzgewicht beträgt abhängig von der jeweiligen Ausstattung rund fünf Tonnen. Damit ist die Maschine für leistungsstarke Traktoren ab 260 PS ausgelegt, deren Leistungsvermögen und Eigengewicht zur Aufnahme der hohen Fräsbelastungen passen müssen.
Als Sonderausstattung stehen eine LED-Beleuchtung und eine zentrale Schmieranlage zur Verfügung. Die Beleuchtung unterstützt den Einsatz bei ungünstigen Lichtverhältnissen, während die zentrale Schmierung den Wartungsaufwand reduzieren kann. Welche Ausstattung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt unter anderem von den Einsatzbedingungen, der jährlichen Auslastung und den Anforderungen an die Wartungsorganisation ab.

Vertrieb und Service über Vogt
Die Vogt GmbH & Co. KG verantwortet Konstruktion, Vertrieb und Service der TMC MFG in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen begleitet die Anwender mit persönlicher Beratung und Maschinenvorführungen unter praktischen Einsatzbedingungen. Mehrere Standorte in Deutschland, ein mobiler Kundendienst und moderne Servicewerkstätten bilden die Grundlage für die Betreuung im laufenden Betrieb. Hinzu kommt eine umfangreiche Ersatzteilversorgung, die dazu beitragen soll, Ausfallzeiten zu begrenzen und die Einsatzbereitschaft der Maschinen sicherzustellen.
Die Kombination aus regionaler Betreuung und technischer Unterstützung ist vor allem für Betriebe relevant, die ihre Frästechnik saisonal oder in eng getakteten Arbeitsabläufen einsetzen. Bei Maschinen dieser Leistungsklasse können die Verfügbarkeit von Verschleißteilen, eine zeitnahe Wartung und eine schnelle Fehlerdiagnose entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes sein.
Premiere auf der Interforst 2026
Erstmals präsentierte Vogt die TMC MFG auf der Interforst in München, die vom 15. bis 18. Oktober 2026 stattfand. Die Maschine verbindet die für Forstfräsen typische robuste Bauweise mit einer auf große Arbeitstiefen ausgelegten Zerkleinerungstechnik und einer Konfiguration für zusätzliche Aufgaben im Wege- und Straßenbau. Damit kommt sie insbesondere für Lohnunternehmer, Forstdienstleister und kommunale Betriebe infrage, die Rodungs-, Rekultivierungs- und Wegearbeiten mit einer Maschine abdecken möchten.
Individuelle Maschinenvorführungen können ab sofort bei Vogt angefragt werden. Dabei lässt sich prüfen, wie sich die MFG unter den jeweiligen Boden- und Materialbedingungen verhält und welche Konfiguration für das vorgesehene Einsatzprofil geeignet ist.
Fotos: Vogt




