SPESA saniert die historischen Steinviadukte der Hamburger U3 auf rund zwei Kilometern Streckenlänge

Mit der Eröffnung der Hamburger Ringlinie im Februar 1912 begann eine neue Phase der städtischen Verkehrsentwicklung. Als zweite deutsche Stadt nach Berlin verfügte Hamburg damit über eine Hoch- und Untergrundbahn. Innerhalb von sechs Jahren Bauzeit waren 23 Haltestellen, knapp sieben Kilometer Tunnelstrecke und rund drei Kilometer Viadukte entstanden. Mehr als ein Jahrhundert später gehört die U-Bahn zum festen Bestandteil der städtischen Infrastruktur.
Um die dauerhafte Betriebssicherheit der historischen Bauwerke zu gewährleisten, lässt die Hamburger Hochbahn AG einen Teil der oberirdischen Streckenanlagen umfassend instand setzen. Im Rahmen des Projekts „Brücken Mundsburg 2026“ übernimmt die SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH die Sanierung der Steinviadukte entlang des östlichen Abschnitts der Ringlinie U3.
Historische Bausubstanz langfristig sichern
Die historische Ringlinie ist bis heute als U3 in Betrieb. Ihre Viadukte prägen nicht nur das Stadtbild, sondern erfüllen weiterhin eine zentrale Funktion im Hamburger Nahverkehr. Entsprechend anspruchsvoll ist die Aufgabe, die mehr als 100 Jahre alte Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig den Anforderungen an eine langfristig zuverlässige Nutzung gerecht zu werden.
Der Sanierungsabschnitt erstreckt sich über rund zwei Kilometer zwischen den Haltestellen Mundsburg im Süden und Dehnhaide im Norden. Die Strecke verläuft überwiegend in Hochlage und führt über ein Viadukt, das sich aus einer Abfolge von Stahl- und Massivbauwerken zusammensetzt. Innerhalb dieses Bauwerksbestands konzentrieren sich die Maßnahmen vor allem auf die historischen Steinviadukte. „Der rund zwei Kilometer lange Streckenabschnitt verläuft in Hochlage im Wesentlichen über ein Viadukt aus aneinandergereihten Stahl- und Massivbauwerken“, erläutert SPESA Bauleiter Dirk Koblenz.

Sanierung von Gewölben, Pfeilern und Mauerwerk
Im Zentrum der Arbeiten steht die bauliche Ertüchtigung der Mauerwerksgewölbe und Pfeiler. Darüber hinaus werden die Außenwände der Gewölbe sowie die Gesimse instand gesetzt. Das Leistungsspektrum der SPESA umfasst hierfür unterschiedliche Verfahren und Arbeitsschritte, die auf den jeweiligen Zustand der historischen Konstruktion abgestimmt werden müssen. Dazu gehören umfangreiche Abbruch- und Bewehrungsarbeiten ebenso wie Spritzmörtelarbeiten sowie Riss- und Flächenverpressungen.
Eine besondere Herausforderung stellt die Instandsetzung des vorhandenen Mauerwerks dar. Schäden an der Oberfläche lassen häufig nur bedingt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Zustand der darunterliegenden Konstruktion zu. Zudem erschweren die baulichen und örtlichen Rahmenbedingungen die Ausführung. Die Arbeiten finden teilweise auf Gerüsten und in Außenbereichen hinter Lärmschutzwänden statt. Dadurch ist der Einsatz größerer Maschinen und Geräte in vielen Bereichen nicht möglich. Stattdessen müssen die ausführenden SPESA Teams überwiegend mit Kleingeräten arbeiten.
Wie aufwändig die Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz sind, zeigt der Umfang der Abbrucharbeiten: Rund 3.000 Arbeitsstunden entfielen allein auf das händische Stemmen. Dabei wurden der geschädigte Außenputz und jene Bereiche des Mauerwerks abgetragen, die teilweise erhebliche Schäden aufwiesen. Erst nach Freilegung der betroffenen Bauteile lässt sich der weitere Instandsetzungsbedarf zuverlässig beurteilen und die erforderliche Bearbeitung festlegen.

SPESA setzt auf fachgerechte Instandsetzung des historischen Mauerwerks
Neben den eigentlichen Sanierungsverfahren bestimmen vor allem die Unwägbarkeiten der historischen Bausubstanz den Bauablauf. Bei einem Bauwerk, das seit mehr als einem Jahrhundert genutzt wird, lassen sich der Zustand einzelner Bauteile und das tatsächliche Schadensausmaß nicht immer im Vorfeld vollständig erfassen. Erst während der Arbeiten zeigt sich, welche Maßnahmen im jeweiligen Bereich erforderlich sind und ob die ursprünglich vorgesehenen Arbeitsschritte angepasst werden müssen.
„Bei einem Bauwerk, das seit mehr als 100 Jahren genutzt wird, weiß man nie genau, was sich hinter der Oberfläche verbirgt“, erklärt SPESA Bauleiter Dirk Koblenz. „Die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort haben deshalb einen erheblichen Einfluss auf die erforderlichen Maßnahmen. Hier sind Flexibilität und Know-how gefragt.“
Hinzu kommen die beengten Platzverhältnisse entlang der Strecke. Insbesondere die verfügbaren Flächen für die Baustelleneinrichtung sind begrenzt. Material, Geräte und Arbeitsbereiche müssen daher so organisiert werden, dass die verschiedenen Sanierungsschritte unter den vorhandenen Bedingungen ausgeführt werden können. Das Zusammenspiel aus eingeschränkter Zugänglichkeit, überwiegend manuellem Arbeitsaufwand und dem wechselnden Zustand der historischen Konstruktion stellt entsprechend hohe Anforderungen an die Arbeitsvorbereitung und die Ausführung vor Ort.
Bauarbeiten bis zum Winter 2026
Die Sanierungsarbeiten begannen im März 2026 und sollen voraussichtlich im Winter 2026 abgeschlossen werden. Bis dahin stehen die Instandsetzung der Mauerwerkskonstruktionen und die Bearbeitung der geschädigten Bauteilbereiche im Mittelpunkt. Dabei gilt es, die erforderlichen Eingriffe auf den tatsächlichen Zustand des Bestands abzustimmen und die vorhandene historische Substanz soweit wie möglich zu erhalten.
Das Projekt „Brücken Mundsburg 2026“ verdeutlicht die technischen und organisatorischen Anforderungen bei der Instandsetzung historischer Verkehrsinfrastruktur. Anders als bei Neubauvorhaben müssen sämtliche Maßnahmen auf eine bestehende Konstruktion abgestimmt werden, deren Zustand sich teilweise erst im Zuge der Freilegung vollständig beurteilen lässt. Hinzu kommen eingeschränkte Platzverhältnisse und aufwändige manuelle Arbeiten. Ziel ist es, die mehr als 100 Jahre alten Viadukte dauerhaft zu ertüchtigen und ihre Funktion als Bestandteil der Hamburger U-Bahn-Infrastruktur langfristig zu sichern.
Über die Bauer Resources Gruppe
Die Bauer Resources GmbH ist regional organisiert und mit ihren Tochtergesellschaften in Deutschland, Afrika, dem Mittleren Osten und Südamerika tätig. Das Leistungsspektrum der Unternehmensgruppe umfasst internationale Projekte in den Bereichen Bohrdienstleistungen und Brunnenbau, Umwelttechnik, Pflanzenkläranlagen, Bergbau und Sanierung.
Der Geschäftsbereich Bauer Umwelt gehört mit mehr als 30 Jahren Erfahrung zu den etablierten Anbietern in der Altlastensanierung sowie der Bodenaufbereitung und Entsorgung im In- und Ausland. Als Spezialist für die Reduzierung von Umweltbelastungen deckt das Unternehmen ein breites Spektrum an Dienstleistungen rund um umwelttechnische Fragestellungen ab.
Zur Bauer Resources Gruppe gehören außerdem die GWE GmbH, die Schachtbau Nordhausen GmbH und die SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH.
Fotos: Bauer Gruppe




