Reifenperformance als kritischer Faktor im intermodalen Terminalbetrieb
Straßburg zählt zu den zentralen Umschlagplätzen des europäischen Güterverkehrs, und der Einsatz des Reifentyps BKT Portmax PM 90 ist dort integraler Bestandteil des operativen Alltags. Die Rhine Europe Terminals (RET), eine Tochtergesellschaft des Port Autonome de Strasbourg, fungieren als bedeutender Knotenpunkt für den intermodalen Verkehr zwischen den Nordseehäfen, darunter Rotterdam und Antwerpen, sowie den Wirtschaftsräumen in Süddeutschland, Frankreich und der Schweiz. Mit jährlich mehr als einer halben Million abgewickelter Frachtvorgänge gehört der Standort zu den kritischen Infrastrukturen entlang eines der wichtigsten europäischen Transportkorridore und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung multimodaler und nachhaltiger Logistikprozesse bei.

Vom Praxistest zur Flottenintegration
Die Zusammenarbeit zwischen RET und dem Reifenhersteller Balkrishna Industries Ltd. (BKT) begann im Jahr 2019 mit einer Testphase. Nach positiven Ergebnissen wurden die Reifenlösungen schrittweise in einer wachsenden Flotte implementiert. Ausschlaggebend waren dabei insbesondere die erzielten Resultate hinsichtlich Stabilität und Lebensdauer unter realen Einsatzbedingungen.
„Nach den ersten Tests an einem einzelnen Fahrzeug haben wir Portmax PM 90 nach und nach in einer großen Flotte von Reachstackern eingeführt, um die Stabilität, die allgemeine Produktlebensdauer und die Leistungsfähigkeit des Reifens an unseren beiden Terminals weiter zu testen und verschiedene Einsatzbedingungen zu vergleichen. Die Ergebnisse waren ausgezeichnet, was uns dazu veranlasste, BKT als Partner für unsere täglichen Betriebsabläufe zu wählen“, kommentiert Stephane Rick, Technical Manager bei Rhine Europe Terminals.
Leistungsparameter im Vergleich und wirtschaftliche Relevanz
Im direkten Vergleich mit alternativen Lösungen zeichnete sich der Portmax PM 90 besonders durch seine spezielle Auslegung für industrielle Schwerlastanwendungen sowie durch einen vergleichsweise geringen Rollwiderstand aus. Dieser wirkt sich unmittelbar auf den Kraftstoffverbrauch der eingesetzten Maschinen aus und trägt gleichzeitig zu sicherheitsrelevanten Eigenschaften wie stabiler Kurvenlage bei. Neben diesen technischen Parametern spielte für den Betreiber vor allem die Nutzungsdauer des Portmax PM 90 eine zentrale Rolle.
„Eine lange Nutzungsdauer war für uns ein weiterer wesentlicher Faktor, der für den reibungslosen Betrieb eines Containerterminals sowohl aus technischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht entscheidend ist. BKT konnte diesen Bedarf voll und ganz erfüllen“, fügt Stephane hinzu.
Die daraus resultierenden Effekte zeigen sich insbesondere in reduzierten Betriebskosten pro Stunde sowie in geringeren Wartungsaufwänden und minimierten Stillstandzeiten – Faktoren, die im hochgetakteten Terminalbetrieb unmittelbare wirtschaftliche Konsequenzen haben.

Portmax PM 90 unter Extrembedingungen im Terminaleinsatz
Die Anforderungen an Reifen wie den Portmax PM 90 im Hafenumfeld sind außergewöhnlich hoch. Speziell beim Handling schwerer Lasten von bis zu 30 Tonnen, bei engen Fahrmanövern oder auf teilweise unebenem Untergrund wirken erhebliche Kräfte auf das Material. Unter diesen Bedingungen wird die Leistungsfähigkeit der Reifen zu einem sicherheits- und betriebsrelevanten Faktor.
Michael Felix, Teamleiter im Hafen von Straßburg, beschreibt die praktischen Erfahrungen wie folgt: „Wir haben festgestellt, dass BKT Reifen selbst auf engstem Raum eine hohe Manövrierfähigkeit gewährleisten, was für unseren Betrieb ein großer Vorteil ist. Auch die Stabilität ist bemerkenswert; insbesondere beim Beladen von Containern in maximaler Höhe haben wir festgestellt, dass der Portmax PM 90 den Maschinen eine hervorragende Stabilität verleiht, was unseren Bedienern ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen vermittelt.“
Besonders hervorzuheben ist dabei die Tatsache, dass Reachstacker konstruktionsbedingt über keine eigene Federung verfügen. Die Reifen übernehmen somit eine zentrale Funktion als einzige Schnittstelle zwischen Maschine und Untergrund und beeinflussen maßgeblich Fahrverhalten, Sicherheit und Prozessstabilität.
Wartungsstrategien und operative Unterstützung vor Ort
Neben der reinen Produktleistung spielt die kontinuierliche Überwachung und Wartung der Reifen eine entscheidende Rolle im Betrieb. BKT verfolgt hierbei einen Ansatz, der auf regelmäßige Inspektionen und datenbasierte Optimierung abzielt.
„Durch regelmäßige Inspektionen der Reifenflotte überwachen wir die Abnutzungsraten genau und erkennen frühzeitig Anzeichen von ungleichmäßigem Verschleiß, Beschädigungen oder Materialermüdung, sodass Korrekturmaßnahmen zum richtigen Zeitpunkt ergriffen werden können“, kommentiert Bruno Santos, OTR Field Engineer bei BKT Europe. „Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse trägt planmäßige Reifenrotation dazu bei, die Nutzung über die Achsen hinweg auszugleichen und so die Lebensdauer zu verlängern, während sorgfältige Drucküberwachung für Stabilität, optimale Tragfähigkeit und einen reduzierten Rollwiderstand sorgt – was letztlich auch die Kraftstoffeffizienz verbessert.“
Diese Maßnahmen dienen nicht nur der Verlängerung der Produktlebensdauer, sondern auch der Sicherstellung eines unterbrechungsfreien Betriebs. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, Investitionen in Maschinen und Infrastruktur langfristig abzusichern.
Forschung, Entwicklung und strategische Positionierung
Die kontinuierliche Weiterentwicklung spezialisierter Reifenlösungen ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie von BKT. Der Fokus liegt dabei auf anwendungsspezifischem Design und messbaren Leistungsverbesserungen, insbesondere für anspruchsvolle Einsatzfelder wie Hafenlogistik oder Schwerlastumschlag.
Balkrishna Industries Ltd., gegründet 1987 mit Hauptsitz in Mumbai, verfügt über ein breit gefächertes Portfolio von mehr als 3.600 Produkten für Anwendungen in Landwirtschaft, Industrie, Bauwesen, Bergbau und Materialtransport. Das Unternehmen ist in 163 Ländern aktiv und ergänzt sein Angebot durch die Produktion von Gummiraupenketten. Zudem wurde jüngst der Einstieg in weitere Fahrzeugsegmente auf dem indischen Markt bekannt gegeben, darunter Zweiräder, Pkw und Nutzfahrzeuge.
Die vertikal integrierte Fertigungsstruktur, einschließlich eigener Carbon-Black-Produktion sowie spezialisierter Forschungs- und Entwicklungszentren, bildet die Grundlage für die technische Weiterentwicklung und Anpassung der Produkte an spezifische Einsatzbedingungen. In komplexen Betriebsumgebungen wie dem Hafen von Straßburg zeigt sich, in welchem Maß diese Entwicklungsarbeit in der Praxis wirksam wird.
Fotos: BKT




