Ein neuer Baggerlader mit 55 kW, ein elektrischer Mini-Raupenlader und überarbeitete Kompakt-Radlader erweitern das Angebot
Case Construction Equipment baut sein Kompaktmaschinen-Portfolio aus und führt mit dem Baggerlader 550SV ein neues Modell für den europäischen Markt ein. Hinzu kommt mit dem TL100EV ein elektrisch angetriebener Mini-Raupenlader. Darüber hinaus überarbeitet der Hersteller die Kompakt-Radlader 221G und 321G. Im Mittelpunkt der Neuerungen stehen eine auf die jeweiligen Einsatzbedingungen abgestimmte Maschinenkonfiguration, Verbesserungen bei Bedienkomfort und Sicht sowie Funktionen, die Produktivität und Betriebseffizienz unterstützen sollen. Ergänzt wird das Maschinenprogramm durch digitale Service- und Flottenmanagementlösungen.

550SV: Case erschließt das Baggerlader-Segment unter 80 PS
Mit dem 550SV steigt Case Construction Equipment erstmals in Europa in das Marktsegment der Baggerlader mit weniger als 80 PS ein. Der Hersteller positioniert das Modell als kompakte und wirtschaftlich ausgelegte Maschine für Bauunternehmen, kommunale Betriebe und Vermieter. Die Ausstattung orientiert sich an den praktischen Anforderungen dieser Einsatzbereiche und konzentriert sich auf wesentliche Funktionen für den täglichen Betrieb.
Umberto Celestini, Product Manager Baggerlader bei Case Construction Equipment, verweist auf die Bedeutung des Segments insbesondere auf der Iberischen Halbinsel, in Großbritannien und Osteuropa. Der 550SV sei gezielt mit einer schlanken, praxisorientierten Ausstattung entwickelt worden, die den Anforderungen dieser Märkte Rechnung trage.
Als Antrieb dient ein Vierzylinder-Dieselmotor mit 2,8 Litern Hubraum und einer Leistung von 55 kW beziehungsweise 74 PS. Das Aggregat erfüllt die Abgasnorm EU-Stufe V. Zur Abgasnachbehandlung kommen ein Dieseloxidationskatalysator (DOC) und ein Dieselpartikelfilter (DPF) zum Einsatz. Auf eine selektive katalytische Reduktion (SCR) und das dafür üblicherweise benötigte Reduktionsmittel AdBlue verzichtet Case bei diesem Modell. Die reduzierte Systemkomplexität soll den Wartungsaufwand begrenzen.
Auch bei der Arbeitsausrüstung setzt der 550SV auf funktionale Lösungen. Der ausfahrbare Löffelstiel mit inline angeordnetem Zylinder verbessert die Sicht auf den Arbeitsbereich und erweitert die Reichweite des Heckbaggers. An der Front kommt ein Lader mit mechanischer Parallelhubkinematik zum Einsatz. Er lässt sich mit unterschiedlichen Anbaugeräten kombinieren und ermöglicht damit die Nutzung der Maschine für wechselnde Lade- und Umschlagaufgaben.
Für Arbeiten auf unebenem Untergrund steht optional die Funktion Ride Control zur Verfügung. Sie reduziert die Bewegungen des Laderarms während der Fahrt und kann dadurch sowohl den Fahrkomfort als auch den Materialrückhalt in der Schaufel verbessern. Die Arbeitshydraulik basiert auf einem Load-Sensing-System mit Verstellpumpe. Der Volumenstrom wird bedarfsgerecht bereitgestellt, sodass die Hydraulikleistung an die jeweilige Arbeitsanforderung angepasst werden kann. Das serienmäßige Powershuttle-Getriebe unterstützt sanfte Richtungswechsel und erleichtert häufige Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt.
Der Fahrerplatz verfügt über eine digitale Instrumententafel. LED-Arbeitsscheinwerfer, Bluetooth-Radio und Klimaanlage gehören zur Serienausstattung. Für spezielle Anwendungen lässt sich der Baggerlader zusätzlich konfigurieren. Zu den verfügbaren Optionen zählen Hydraulikleitungen für den Betrieb eines Hydraulikhammers, ein bidirektionaler Zusatzhydraulikkreis sowie Ladeschaufeln in Standardausführung oder als 4-in-1- beziehungsweise 6-in-1-Variante. Damit kann die Maschine an unterschiedliche Material- und Einsatzanforderungen angepasst werden.

TL100EV: Elektrischer Antrieb für kompakte Einsatzbereiche
Mit dem TL100EV erweitert Case Construction Equipment sein Portfolio um einen elektrisch angetriebenen Mini-Raupenlader. Die Maschine ist für Anwendungen im Landschaftsbau, im urbanen Umfeld und in der Landwirtschaft ausgelegt. Besonders dort, wo geringe Geräuschemissionen und der Verzicht auf lokale Abgasemissionen gefordert sind, bietet der Elektroantrieb Vorteile. Mit einer Kipplast von 1,3 Tonnen und kompakten Abmessungen ist der TL100EV zudem für beengte Einsatzbereiche konzipiert.
Der Antrieb basiert auf drei voneinander unabhängigen Elektromotoren. Zwei Motoren mit jeweils 11 PS übernehmen den Fahrantrieb, während ein dritter Motor mit 33 PS die Arbeitshydraulik versorgt. Die Energie liefert eine 102-V-Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit einer Kapazität von 23,5 kWh. Je nach Einsatzbedingungen erreicht die Maschine mit einer vollständigen Ladung eine Betriebsdauer von bis zu sieben Stunden.
Die Ladeinfrastruktur ist auf unterschiedliche betriebliche Anforderungen ausgelegt. Das integrierte Ladegerät ermöglicht das Aufladen an einer Wechselstromversorgung; für eine vollständige Ladung veranschlagt CASE weniger als acht Stunden. Mit einem optionalen externen Schnellladegerät lässt sich die Ladezeit abhängig von der verfügbaren Netzleistung auf zwei bis sechs Stunden verkürzen. Die tatsächliche Betriebsdauer und Ladezeit hängen von den Einsatzbedingungen und der Stromversorgung ab.

Für den Anbaugerätebetrieb ist der TL100EV mit einem Kupplungssystem nach Common Industry Interface (CII) ausgestattet, das den Einsatz unterschiedlicher kompatibler Werkzeuge ermöglicht. Der Mini-Raupenlader ist wahlweise mit breiten oder schmalen Raupenketten erhältlich. Die breite Ausführung misst 1.026 Millimeter in der Gesamtbreite beziehungsweise 1.067 Millimeter mit montiertem Löffel. Bei der schmalen Variante sind es 890 Millimeter beziehungsweise 914 Millimeter mit Löffel. Damit lässt sich die Maschine auch in engen Durchgängen einsetzen. Für Arbeiten auf empfindlichen Bodenbelägen und in Innenräumen bietet Case zudem nicht markierende Gummiketten an.
Die Bedienung erfolgt über elektrohydraulische Joysticks, deren Einstellungen sich an die jeweilige Aufgabe anpassen lassen. Ein Monitor in der vorderen Konsole dient als Anzeige- und Bedieneinheit. Zusammen mit dem emissionsfreien Betrieb vor Ort und der geringen Geräuschentwicklung eröffnet der Elektroantrieb Einsatzmöglichkeiten im Landschaftsbau, in urbanen Bereichen und in der Landwirtschaft, insbesondere dort, wo konventionelle dieselbetriebene Maschinen aufgrund von Lärm- oder Abgasbeschränkungen nur eingeschränkt eingesetzt werden können.

221G und 321G: Mehr Sicht und Bedienkomfort in der G-Series
Neben den beiden neuen Maschinenmodellen hat Case die Kompakt-Radlader 221G und 321G überarbeitet. Dabei überträgt der Hersteller Verbesserungen, die zuvor beim größeren Modell 421G eingeführt wurden, auf die beiden kleineren Maschinen der G-Serie. Die Änderungen betreffen vor allem die Kabinengestaltung, die Sichtverhältnisse und die ergonomische Anordnung der Bedienelemente.
Beide Radlader sind künftig mit einer Standardgeschwindigkeit von 20 km/h oder als High-Speed-Ausführung mit bis zu 40 km/h erhältlich. Beim 321G können Anwender zwischen der standardmäßigen Z-Bar-Laderkinematik und einem Extended-Reach-Laderarm (XR) wählen. Die Z-Bar-Ausführung ist auf die klassischen Anforderungen beim Laden und Bewegen von Material ausgelegt. Die XR-Variante bietet eine alternative Laderarmgeometrie für Einsatzprofile, bei denen die Reichweite und die Arbeitsposition des Werkzeugs eine wichtige Rolle spielen.
Eine wesentliche Änderung betrifft die Kabine: Die Deluxe-Kabine gehört bei beiden Modellen nun zur Serienausstattung. Der Fahrerbereich wurde großzügiger gestaltet, die Bedienelemente wurden neu positioniert und die Ergonomie überarbeitet. Eine am Sitz montierte Bedienkonsole bringt wichtige Maschinenfunktionen in unmittelbare Reichweite des Fahrers. Hinzu kommen eine verstellbare Lenksäule, ein integrierter Joystick sowie ein Tastenfeld und weitere Bedienelemente, die den Zugriff auf die Maschinenfunktionen erleichtern sollen.
Auch die Verglasung wurde angepasst. Die neu gestaltete rechte Tür verfügt über ein verschiebbares oberes Fenster. Die verglaste Fläche der Frontscheibe wurde gegenüber der bisherigen Ausführung um 20 Prozent vergrößert, die verglaste Türfläche um 71 Prozent. Zusätzliche seitliche Verglasungen und eine abgesenkte Frontkonsole verbessern die Sichtlinien rund um die Maschine. Die Änderungen zielen darauf ab, den Überblick über den Arbeitsbereich zu verbessern und tote Winkel im unmittelbaren Umfeld des Radladers zu reduzieren.

Automatisierte Funktionen unterstützen wiederkehrende Arbeitszyklen
Die überarbeiteten G-Serie-Modelle erhalten zudem Funktionen, mit denen sich das Maschinenverhalten an unterschiedliche Aufgaben und persönliche Bediengewohnheiten anpassen lässt. Dazu zählt die individuell einstellbare Reaktionsgeschwindigkeit von Laderarm und Schaufel. Der Fahrer kann die Bewegungscharakteristik damit auf die jeweilige Tätigkeit abstimmen, beispielsweise auf präzise Ladebewegungen oder auf Arbeitsabläufe mit häufigen Wiederholungen.
Der ECO-Modus und der Tempomat sollen dazu beitragen, den Kraftstoffverbrauch speziell bei Transportfahrten und wiederkehrenden Arbeitsgängen zu reduzieren. Der tatsächliche Verbrauch hängt dabei weiterhin von Einsatzprofil, Fahrweise, Untergrund und Auslastung ab. Automatisierte Funktionen wie Return-to-Dig sowie Endanschläge für Fahr- und Hubbewegungen können wiederkehrende Ladezyklen vereinfachen. Return-to-Dig führt die Schaufel dabei in eine zuvor definierte Grab- beziehungsweise Aufnahmeposition zurück. Die voreingestellten Endpositionen helfen, wiederholte Bewegungsabläufe mit geringerem manuellem Steuerungsaufwand auszuführen.
In der Praxis können solche Funktionen vor allem bei häufig wiederkehrenden Materialumschlägen von Bedeutung sein. Sie unterstützen gleichmäßigere Arbeitsabläufe und können den Bedienaufwand verringern. Zusammen mit der verbesserten Sicht und der überarbeiteten Kabinenergonomie bilden sie den Schwerpunkt der Modellpflege bei 221G und 321G.
Digitale Dienste ergänzen das Maschinenangebot
Für die neuen Kompaktmaschinen und die überarbeiteten Radlader stellt Case Construction Equipment ergänzend seine Case Service Solutions sowie die App myCaseConstruction und das zugehörige Online-Portal bereit. Über diese Angebote erhalten Nutzer Zugriff auf Maschinendaten, Leistungsberichte und Werkzeuge für das Flottenmanagement. Die Informationen können dazu dienen, den Maschineneinsatz nachzuvollziehen, die Auslastung zu überwachen und betriebliche Kennzahlen auszuwerten.
Die digitalen Dienste ergänzen damit die technische Ausstattung um Möglichkeiten zur Analyse des laufenden Betriebs. Für Unternehmen mit mehreren Maschinen können die verfügbaren Daten eine Grundlage bilden, um Einsatzzeiten, Leistungsentwicklung und Betriebskosten im Blick zu behalten. Welchen konkreten Nutzen die Lösungen im Einzelfall bieten, hängt unter anderem von der Datenverfügbarkeit, der Einbindung in bestehende Betriebsabläufe und der konsequenten Nutzung durch das Unternehmen ab.

Breiteres Angebot für unterschiedliche Anforderungen
Mit dem 550SV, dem elektrischen TL100EV und den überarbeiteten Kompakt-Radladern deckt Case Construction Equipment unterschiedliche Anforderungen im kompakten Maschinensegment ab. Der Baggerlader erschließt einen bislang nicht bedienten Leistungsbereich im europäischen Markt, während der TL100EV für Einsätze konzipiert ist, bei denen lokale Abgasemissionen und Geräuschentwicklung eine besondere Rolle spielen. Die Modellpflege bei 221G und 321G konzentriert sich dagegen auf die Arbeitsbedingungen des Fahrers sowie auf Funktionen für wiederkehrende Lade- und Transportaufgaben.
Case Construction Equipment vertreibt weltweit Baumaschinen für unterschiedliche Einsatzbereiche. Zum Produktprogramm gehören Baggerlader, Raupen- und Mobilbagger, Motorgrader, Radlader, Kompaktlader, Raupenkompaktlader und Stapler. Das Unternehmen vertreibt seine Maschinen über ein internationales Händlernetz und bietet darüber Kundendienstleistungen, Garantieprogramme und Finanzierungslösungen an.
Case Construction Equipment ist eine Marke der CNH Industrial N.V., deren Aktien an der New Yorker Börse unter dem Kürzel CNH gehandelt werden. Der Konzern entwickelt und vertreibt Maschinen, Technologien und Dienstleistungen für verschiedene Branchen.
Fotos: Case CE




