Kraftmeier in Finnland
Eine Maschine, wie gemacht für ein forderndes Umfeld: Der Doosan DX800LC-7 muss sich auf einem Steinbruch in Finnland bewähren

Kraftmeier in Finnland

Überall dort, wo maximale Leistung gefragt ist, soll sich der Doosan DX800LC-7 zu Hause fühlen.

In der Gewinnung sind leistungsstarke Maschinen gefragt. Der 80-Tonner gibt sich hier keine Blöße

Erst auf der letztjährigen Bauma stellte Doosan die jüngste Generation seines Topmodells DX800LC-5 vor. Kaum mehr als ein Jahr später gibt es von dem 80-Tonnen-Kettenbagger bereits ein Update. Erstmals in Europa an einen Kunden aus Finnland verkauft, hört das neue Modell gemäß den Regeln der konzerneigenen Nomenklatur nunmehr auf den Namen DX800LC-7, wobei der Zusatz LC für ein extra langes Fahrwerk (Long Carriage) steht. Zusammen mit dem hydraulisch ausfahrbaren Fahrwerk steht es für maximale Standfestigkeit, die bei den meisten dem Schwergewicht zugedachten Einsatzszenarien sicher willkommen ist. 

Wie sein Vorgänger ist der DX800LC-7 in erster Linie für den Einsatz in der Gewinnung in Steinbrüchen und in der Bergbaubranche sowie bei großen Bau- und Infrastrukturprojekten gedacht, bei denen erhebliche Materialmengen ausgehoben oder umgeschlagen werden müssen.

Überarbeitete Konstruktion 

Den ersten DX800LC-7, den Doosan in Europa verkauft hat, hat es nach Finnland verschlagen

Dementsprechend haben die Koreaner das Schwergewicht im Modellportfolio mit einer Hochleistungs-Frontpartie ausgestattet, die in verschiedenen Konfigurationen verfügbar ist. Basierend auf dem 6,6-Meter-Kurzausleger und dem 7,7-Meter-Langausleger stehen insgesamt fünf Frontkombinationen zur Wahl. Modifiziert haben die Doosan-Ingenieure auch die Konstruktion des korrespondierenden Gegengewichts: Ab sofort lässt sich die Maschine daher auch optional mit einem System für seine Horizontalmontage ordern, damit nach ihrem getrennten Transport für den erneuten Anbau keine zusätzliche Maschine erforderlich ist.

Alle Komponenten und Baugruppen sind Doosan zufolge im Übrigen so konstruiert, dass sie eine lange Lebensdauer gewährleisten. In diesem Zusammenhang führen die Koreaner auch Leistungsmerkmale wie Kettenschützer und Schutzvorrichtungen für die Zylinder von Ausleger und Löffelstiel sowie die Schmierautomatik an. 

Leistungsstarker Antrieb

Der schwer gepanzerte Tieflöffel gräbt sich brachial durch hochabrasives Gestein

Um den DX800LC-7 in die Lage zu versetzen, genau jene Brachialkräfte zu entfalten, welche sich Doosan-Kunden von einem derart schweren Baggermodell versprechen, war seine Ausstattung mit einem möglichst leistungsstarken Motor erforderlich. Entgegen der bei den Koreanern in den höheren Leistungsklassen üblichen Verwendung von Scania-Motoren, kam beim DX800LC-7 die neue Stufe-V-konforme Ausführung des bewährten Perkins-2506J-Diesels zum Zuge.

Das Sechszylinder-Aggregat erzielt den Hyundai-Angaben zufolge eine enorm hohe Leistung von 403 Kilowatt/556 PS und punktet dennoch mit einem vergleichsweise niedrigen Kraftstoffverbrauch. Den Vorschriften der Abgasnorm Stufe V wird der Motor mit Hilfe von  Abgasrückführung, SCR-Katalysator, Diesel-Oxidationskatalysator sowie der Abgasreinigung mit Dieselpartikelfilter (DPF) gerecht. Letzterer regeneriert sich automatisch alle 25 Betriebsstunden. Der DX800LC-7, verspricht Doosan, arbeitet während dieser Regenerationsphase unverändert weiter. Der DPF-Status lässt sich dabei über das Display an der Instrumententafel in der Kabine ablesen.

Hochmodernes Hydrauliksystem

Eine Ausbrechkraft von 37,6 Tonnen am Löffel signalisiert, dass diese Maschine für einen hohen Leistungsbedarf konzipiert wurde

Die hohe Motorausgangsleistung kombiniert Doosan mit dem Virtual-Bleed-Off-Hydrauliksystem (VBO) von Bosch-Rexroth, das über elektronisch druckgeregelte Pumpen und eine Systemintegration der Motorsteuerung eine bislang unerreicht effiziente Nutzung der Motorleistung und damit die Erzielung eines enorm hohen Wirkungsgrads ermöglicht. So bietet der DX800LC-7 letztlich einen hervorragenden Hydraulikvolumenstrom von 1.008 Litern in der Minute, und das bei einem hohen Systemdruck von 343 bar.

Für eine weitere Optimierung der Hydraulik während der Arbeit sorgen zudem zwei wählbare Betriebsarten. Je nachdem, ob der Maschinist den Ausleger- oder Schwenkbetrieb gewählt hat, räumt die Hydrauliksteuerung den jeweils beteiligten Komponenten dabei den Vorrang ein, wodurch sich die Maschine am besten auf den jeweiligen Einsatz anpassen lässt. 

Ungenutzte Potenziale hebt überdies das Regenerationssystem „Boom Down Regeneration“, welches den beim Absenken des Auslegers entstehenden Volumenstrom gezielt zur Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit einsetzt. Nicht ganz unwillkommener Nebeneffekt dabei ist eine weitere Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. In gleicher Form wirkt ein weiteres System für den Löffelzylinder.

Bedienung und Kabine

Die DX800LC-7 Kabine mit zwei Monitoren zur getrennten Überwachung der Betriebsparameter und des Maschinenumfelds

Viel Aufmerksamkeit widmete der Hersteller nach eigenem Bekunden auch dem Komfort und der Sicherheit des Fahrers. Der DX800LC-7 verfügt über eine neue, sehr geräumige Kabine mit einer nach ergonomischen Gesichtspunkten optimierten Anordnung der Steuer- und Bedienelementen und zweier Displays. 

Besonderen Wert habe man vor allem darauf gelegt, die Geräuschpegel im Inneren durch eine verstärkte Motorraumabdichtung und die Verwendung schalldämpfender Materialien auf ein Minimum zu reduzieren. Außerdem kann der Maschinist im DX800LC-7V auf einem gänzlich neuen, qualitativ hochwertigen Sitz Platz nehmen. 

Einem möglichst ermüdungsfreien Arbeiten verpflichtet sind außerdem die Optimierung des Ansprech­ver­haltens der Joysticksteuerung, was für eine nochmals präzisere Steuerung der Maschinenfunktionen sorgt. Zugleich konzentrierte sich der Hersteller auf eine geschmeidigere Beschleunigung und Bremsverzögerung der Baggerarbeitsgruppenfunktionen. So will man erreicht haben, dass wiederkehrende Schwenk- und Grabbewegungen mit weniger ruckartigen Bewegungen verbunden sind.

Sicherheit auf der Baustelle

Unfangreiches Tastenfeld auf der rechten Bedienkonsole

Sicherheit wird natürlich auch bei Doosan großgeschrieben. Von daher haben die Koreaner ihrem Topmodell auch in dieser Hinsicht ein umfassendes Paket mit auf den Weg gegeben. Ganz vorn dabei ist hier die Kameraausstattung. So umfasst bereits die Serienausrüstung eine Frontkamera, zwei Seitenkameras und eine Rückfahrkamera. Ihre Bilder werden auf einem von der Instrumententafel getrennten Kameradisplay dargestellt. In der Ansicht als virtuelle Draufsicht von oben liefern sie dem Maschinenführer einen vollständige Überblick darüber, was sich möglicherweise im Arbeitsbereich seines Baggers befindet.

Ebenfalls Teil der Serienausrüstung sind beim DX800LC-7 die LED-Arbeitsscheinwerfer. Sie sorgen für eine um bis zu 75 Prozent bessere Beleuchtung des direkten Umfelds der Maschine und ermöglichen so eine deutlich gesteigerte Produktivität bei Arbeiten in der Dämmerung oder bei Nacht und unterstützen zugleich die Unfallverhütung.

Dem Thema Sicherheit zuzuordnen ist außerdem ein bereits in der Standardkonfiguration enthaltenes Sperrventil für Ausleger- und Löffelstielzylinder, das bei einem Bersten von Schläuchen den unkontrollierten Austritt von Hydrauliköl verhindern soll. 

Vereinfachte Maschinenwartung

Verbreiterte Laufstege sollen die Maschinenwartung erleichtern. Die gesamte Konstruktion ist auf eine möglichst lange Betriebsdauer ausgelegt

Abgesehen von seinen schieren Leistungsdaten soll der DX800LC-7 auch mit seinen hohen Standzeiten punkten. Sämtliche Komponenten werden Doosan zufolge höchsten Qualitätsstandards gerecht und sind für maximale Betriebszeiten ausgelegt. In diesem Zusammenhang führt der Hersteller etwa das Bosch Rexroth MCV- und Hauptpumpensystem, das Mottrol-Schwenkwerk sowie den äußerst robusten Berco-Unterwagen an.

Das überarbeitete Kühlsystem des Schwergewichts liefere zudem selbst bei reduzierter Lüfterdrehzahl eine höhere Kühlleistung und komme daher mit einer geringeren Leistung aus. Integraler Bestandteil des Systems ist in jedem Fall ein Umkehrlüfter, der durch Umkehrung seiner Laufrichtung das Wegblasen von  Staubablagerungen erlaubt.

Der Vereinfachung von Wartungsarbeiten soll außerdem die standardmäßige Ausstattung der Maschine mit einer elektrischen Kraftstoffförderpumpe dienen. Sie soll das Auftanken erleichtern und damit den Arbeitsaufwand bei Wartungsarbeiten verringern. Dem gleichen Ziel verpflichtet ist auch die Verbreiterung der Laufstege des DX800LC-7 um 20 Prozent auf nunmehr 520 Millimeter, wodurch mehr Platz für Wartungsarbeiten entstehen und Unfälle vermieden werden sollen.

Eine entscheidende Verbesserung der Wartung verspricht sich Doosan zudem von dem werksseitig vorinstallierten hochmodernen Doosan-CONNECT-Telematik-System zur drahtlosen Maschinen­parkverwaltung. Es soll die internetbasierte Überwachung von Leistung und Sicherheit der Maschinen ermöglichen und durch vorbeugende Ausführung von Wartungsarbeiten für einen ununterbrochenen Betrieb der Maschine sorgen.

Das überaus schwere Kontergewicht und das extra lange Fahrwerk verleihen dem DX800LC-7 enorme Standfestigkeit