Elektrische Langstreckenfähigkeit und Fahrerkomfort

Mit dem XG und XG+ Electric erweitert DAF seine Elektrobaureihe um zwei Modelle, die gezielt auf den überregionalen und internationalen Gütertransport ausgerichtet sind und dabei auf bewährte technische Konzepte der bereits eingeführten XD Electric und XF Electric aufbauen.
Diese Fahrzeuge wurden unter anderem aufgrund ihrer Antriebstechnologie, der eingesetzten LFP-Batterien und des Fahrkomforts zum „International Truck of the Year 2026“ gewählt. In dieser Linie positionieren sich auch die neuen Varianten, die zusätzlich mit den derzeit geräumigsten Fahrerhäusern im Marktsegment ausgestattet sind und damit den Fokus stärker auf Arbeits- und Lebensqualität an Bord legen.
Fahrerhauskonzept und Raumangebot
Die vollelektrische Produktpalette von DAF ist auf unterschiedliche Einsatzprofile zugeschnitten. Sie reicht vom XB Electric in den Gewichtsklassen 12, 16 und 19 Tonnen für den urbanen Verteilerverkehr über den XD Electric für städtische und regionale Transporte bis hin zum XF Electric für den Fernverkehr.
Der XG und der XG+ Electric ergänzen dieses Portfolio am oberen Ende und zielen auf Anwendungen, bei denen lange Tagesdistanzen und gleichzeitig hohe Anforderungen an den Fahrerarbeitsplatz zusammenkommen. Die Fahrerhäuser sind 33 Zentimeter länger als beim XF und bieten durch die zusätzliche Höhe ein Innenraumvolumen von rund 12,5 Kubikmetern sowie eine Stehhöhe von bis zu 2,2 Metern. Die Betten sind über die gesamte Länge 80 Zentimeter breit, was insbesondere bei mehrtägigen Einsätzen relevant ist und den Schlafkomfort gegenüber konventionellen Kabinen deutlich erhöht.

Antriebsstrang und Fahrdynamik
Für den Vortrieb des XG und der XG+ Electric sorgt der Paccar EX-D2-Elektromotor mit einer Leistungsspanne von 270 bis 350 Kilowatt und einem maximalen Drehmoment von 2.400 Newtonmetern. Der Antriebsstrang ist als kompakte Einheit aus zwei Elektromotoren und einem integrierten Dreigang-Getriebe ausgeführt.
Diese Kombination erlaubt eine gleichmäßige Kraftentfaltung über einen breiten Geschwindigkeitsbereich und reduziert Lastspitzen, was sowohl dem Energieverbrauch als auch dem Fahrkomfort zugutekommt. Das automatisierte Schalten ist auf möglichst unterbrechungsfreie Zugkraft ausgelegt, was insbesondere bei schweren Lasten und in topografisch anspruchsvollen Regionen von Bedeutung ist.
Aerodynamik und Energieeffizienz des XG und XG+ Electric
Ein wesentlicher Beitrag zur Reichweite ergibt sich aus der aerodynamischen Auslegung der Fahrzeuge. Das konisch geformte, nahezu nahtlose Fahrerhausdesign, die gebogene Windschutzscheibe sowie Seitenverkleidungen, Spoiler und Kotflügel reduzieren den Luftwiderstand. Hinzu kommt der Einsatz von Digitalkameras anstelle konventioneller Außenspiegel, wodurch Verwirbelungen weiter verringert werden. Diese Maßnahmen sind darauf ausgelegt, den Energiebedarf bei konstanten Autobahngeschwindigkeiten zu senken und damit die nutzbare Tagesreichweite zu erhöhen, ohne die Batteriekapazität unverhältnismäßig steigern zu müssen.

Modulares Batteriesystem und Reichweite
Die Energiespeicherung erfolgt über ein modulares Batteriesystem, das je nach Einsatzprofil mit drei bis fünf Batteriesätzen konfiguriert werden kann. Diese lassen sich positionsabhängig am Fahrgestell anordnen, um sowohl Gewichtsbalance als auch Bauraum für Aufbauten oder Zusatzkomponenten zu berücksichtigen.
In der maximalen Ausbaustufe sind Reichweiten von über 500 Kilometern pro Ladung möglich. Bei abgestimmter Routen- und Ladeplanung können die Fahrzeuge damit auch im Fernverkehr Tagesdistanzen von mehr als 1.000 Kilometern im rein elektrischen Betrieb erreichen, was sie für grenzüberschreitende Transporte grundsätzlich einsetzbar macht.
Wie bei den übrigen batterieelektrischen Modellen setzt DAF auf LFP-Batterien der neuesten Generation. Diese sind frei von Kobalt und Nickel, zeichnen sich durch hohe thermische Stabilität aus und sind für tägliche Vollladungen ausgelegt, ohne dass die Lebensdauer signifikant beeinträchtigt wird. Der Hersteller gewährt auf die Batterien eine Garantie von acht Jahren. In einer Konfiguration mit drei Batteriesätzen lässt sich der Ladezustand von 10 auf 80 Prozent in etwas mehr als 45 Minuten erhöhen, was insbesondere bei Zwischenladungen während gesetzlicher Lenkzeitpausen relevant ist.
Einbindung in Service- und Flottenkonzepte
Neben der Fahrzeugtechnik adressiert DAF auch die Integration in bestehende Flottenstrukturen. Angeboten werden unter anderem Ladeinfrastruktur und Energiespeichersysteme von Paccar Power Solutions, Wartungs- und Reparaturverträge über DAF MultiSupport sowie spezifische Telematikfunktionen für das Flottenmanagement über die Plattform Paccar Connect. Ergänzend stehen Finanzierungsmodelle über Paccar Financial zur Verfügung, um die höheren Investitionskosten von Elektrofahrzeugen über planbare Betriebskosten zu kompensieren. Ziel ist es, nicht nur einzelne Fahrzeuge, sondern komplette Einsatzkonzepte abzubilden.

Varianten und Einsatzspektrum
Der XG und der XG+ Electric sind sowohl als 4×2-Sattelzugmaschinen als auch als 6×2-Lkw mit gelenkter Nachlaufachse verfügbar. Damit lassen sich unterschiedliche Nutzlastanforderungen und Aufbaulösungen realisieren, ohne auf den identischen elektrischen Antriebsstrang und das gleiche Kabinenkonzept verzichten zu müssen. Unabhängig von der Achskonfiguration bleibt der Innenraum auf maximale Bewegungsfreiheit und Ergonomie ausgelegt, was insbesondere bei langen Standzeiten und Mehrschichtbetrieb an Bedeutung gewinnt.
DAF Trucks N.V. ist eine Tochtergesellschaft von Paccar Inc., einem global tätigen Technologieunternehmen für leichte, mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge. Neben Zugmaschinen und Fahrgestellen umfasst das Angebot auch Serviceleistungen wie Reparatur- und Wartungsverträge, Finanzdienstleistungen sowie die Ersatzteilversorgung über Paccar Parts. In diesem Gesamtzusammenhang sind die neuen elektrischen XG-Modelle als weiterer Schritt zu verstehen, batterieelektrische Antriebe auch im klassischen Fernverkehr wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Fotos: DAF




