Der neue Radfertiger Super 1803-5 X meistert anspruchsvollen Nachteinsatz unter beengten Bedingungen

Die umfassende Modernisierung des Mont-Blanc-Tunnels zählt zu den anspruchsvollsten Infrastrukturprojekten Europas. Bis 2042 soll die knapp zwölf Kilometer lange Verbindung zwischen Chamonix in Frankreich und Courmayeur in Italien abschnittsweise saniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.
Da der Tunnel mit jährlich rund zwei Millionen Fahrzeugen eine zentrale Nord-Süd-Verbindung im europäischen Straßennetz darstellt und zugleich für den Tourismus auf beiden Seiten der Alpen von großer Bedeutung ist, können die Arbeiten nur in kurzen Sperrzeiten und überwiegend während der Nacht erfolgen. Bei der Sanierung eines 400 Meter langen Tunnelabschnitts setzte das italienische Bauunternehmen Cogeis SpA auf zwei Straßenfertiger von Vögele: den neuen Radfertiger Super 1803-5 X sowie den Kompaktfertiger Super 1303-3i.
Die Rahmenbedingungen der Baumaßnahme waren außergewöhnlich anspruchsvoll. Tunnelbaustellen sind durch beengte Platzverhältnisse, eingeschränkte Sicht, hohe Sicherheitsanforderungen und einen eng getakteten Bauablauf geprägt. Innerhalb einer einzigen Nachtschicht musste auf einer Länge von 400 Metern eine fünf Zentimeter starke Asphaltdeckschicht über eine Breite von 6,5 Metern eingebaut werden. Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung zugunsten des neuen Radfertigers Super 1803-5 X der Strich-5-Generation.

Hohe Einbauleistung auf engem Raum
Mit einer Einbaukapazität von bis zu 700 Tonnen pro Stunde ist der Super 1803-5 X der leistungsstärkste Radfertiger der Universal Class von Vögele. Er ermöglicht Einbaubreiten von bis zu 8,25 Metern und war damit in der Lage, beide Fahrspuren des Tunnelabschnitts in einem durchgehenden Arbeitsgang nahtlos einzubauen.
Ebenso entscheidend war seine Manövrierfähigkeit. Mithilfe der Lenkbremse Pivot Steer reduziert sich der Wenderadius auf lediglich 4,2 Meter, was das Rangieren unter den beengten Platzverhältnissen im Tunnel erleichterte.
Parallel dazu übernahm der Super 1303-3i weitere Einbauarbeiten. Mit dem Kompaktfertiger wurden drei Nothalte- und Pannenbuchten mit einer Gesamtlänge von 150 Metern und einer Breite von jeweils 2,8 Metern hergestellt. Dadurch konnten die Arbeiten an Fahrbahn und Nebenflächen gleichzeitig erfolgen.

Super 1803-5 X mit Strich-5-Technologien im Praxiseinsatz
Neben der Maschinenleistung kamen bei dem Einsatz auch die neuen Funktionen der Strich-5-Generation zum Tragen. Dazu zählt unter anderem der Komfortzugang Paver Access Control (PAC), der die In- und Außerbetriebnahme der Maschine vereinfacht. Über die Bedieneinheit an der Einbaubohle konnte die Bedienmannschaft sämtliche vorbereitenden Arbeitsschritte direkt vom Boden aus per Tastendruck ausführen.
Dazu gehörten das Einschalten der Beleuchtung, das Starten des Motors, das Aufstellen des Dachs, das Absenken der Bohle sowie das Hochfahren der Maschinensteuerung. Gerade unter den Lichtverhältnissen im Tunnel erleichterte diese Funktion den Arbeitsbeginn erheblich, da die integrierte Beleuchtung unmittelbar aktiviert werden konnte und die Arbeitsvorbereitung ohne zusätzliche Zwischenschritte begann.
Auch das optionale Lichtpaket Plus erwies sich unter den Bedingungen des Tunnelbaus als praxisgerecht. Zusätzliche integrierte LED-Leuchten im Dach und in der Querführung des Bedienpults, eine Beleuchtung der Nivellierzylinder, frei positionierbare Scheinwerfer sowie eine Dachverlängerung mit Hochleistungs-LEDs sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung des Arbeitsbereichs.
Das System deckt dabei eine Breite von bis zu zehn Metern sowie einen Bereich von bis zu vier Metern hinter der Bohle ab. „So konnten wir die Maschine schnell einrichten und vorbereiten, ohne dass wir zusätzliches Licht brauchten – und dann bei optimalen Lichtverhältnissen arbeiten“, sagt Bediener Lori Bibe.

Reduzierte Emissionen und kürzere Rüstzeiten
Ein weiterer Aspekt spielte insbesondere im geschlossenen Arbeitsumfeld des Tunnels eine wichtige Rolle: Das Antriebskonzept des Super 1803-5 X ist auf einen reduzierten Kraftstoffverbrauch sowie geringere CO2- und Schallemissionen ausgelegt. Maßgeblich trägt dazu das optimierte Emissionsreduktionspaket EcoPlus bei. Ergänzend arbeitet auch die eingesetzte Ausziehbohle AB 500 TV der neuesten Generation mit einem niedrigeren Geräuschniveau.
Darüber hinaus verkürzten das neue Führungs- und Positionierungssystem für den Anbau von Bohlenverbreiterungen sowie das effizientere Aufheizen der Verdichtungsaggregate die Rüstzeiten. „Diese Faktoren sind gerade bei engen, geschlossenen Baustellen wie hier im Tunnel entscheidend“, erklärt Polier Antonio Lachi. Über die neue Bohle sagt er: „Die neue Ausziehbohle ist sehr bedienerfreundlich und hat uns hier viel Zeit gespart.“
Hohe Einbauqualität trotz schwieriger Bedingungen
Zum erfolgreichen Bauablauf trug außerdem das Materialmanagement des Fertigers bei, das eine gleichmäßige Materialzufuhr und Materialvorlage sicherstellte. Dadurch konnte das Einbauteam eine hohe Einbauqualität erzielen, obwohl der Asphalt aufgrund der winterlichen Bedingungen rund zwei Stunden vom Mischwerk zur Baustelle transportiert werden musste.
Der Einsatz im Mont-Blanc-Tunnel verdeutlicht damit die Anforderungen moderner Tunnelbaustellen ebenso wie die Bedeutung effizienter Maschinentechnik. Unter den engen zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen konnten die neuen Funktionen der Strich-5-Generation ihre Praxistauglichkeit hinsichtlich Bedienkomfort, Rüstzeit, Emissionsverhalten und Einbauleistung unter realen Einsatzbedingungen unter Beweis stellen.
Fotos: Wirtgen Group




