Ammann Technologie bewährt sich beim Bau des Jeffrey Cheah Circuit

Ammann stand beim Bau des Jeffrey Cheah Circuit im malaysischen Iskandar Puteri im Mittelpunkt eines Projekts, bei dem höchste Anforderungen an Einbauqualität, Ebenheit und Prozesssicherheit gestellt wurden. Die Premium-Rennstrecke wurde als professionelle Motorsportanlage konzipiert und richtet sich an Auto- und Motorrad-Enthusiasten, die unter kontrollierten Bedingungen Erfahrungen auf einer internationalen Strecke sammeln möchten.
Entworfen wurde der 4,5 Kilometer lange Rundkurs mit insgesamt 23 Kurven vom renommierten Streckenarchitekten Hermann Tilke. Das anspruchsvolle Layout stellt nicht nur Fahrer und Fahrzeuge vor Herausforderungen, sondern verlangte auch vom ausführenden Bauunternehmen MH Road Builders Sdn Bhd aus Tampin, Malaysia, eine präzise Umsetzung der Asphaltarbeiten. Besonders die Vielzahl an Kurven erforderte eine absolut gleichmäßige Einbauqualität mit nahtlosen Übergängen und hoher Ebenheit.
Vorbereitung auf komplexe Einbauprojekte
Die technischen Voraussetzungen für ein derart anspruchsvolles Projekt hatte MH Road Builders bereits Jahre zuvor geschaffen. Geschäftsführer Ian Chong entschied sich 2018 strategisch für Investitionen in Ammann ABG-Fertiger, da das Unternehmen die Maschinen aufgrund ihrer Qualität und Leistungsfähigkeit für besonders anspruchsvolle Straßenbauaufgaben auswählte.
Um die Genauigkeit der Einbauprozesse weiter zu verbessern, ergänzte MH Road Builders die Maschinentechnik durch das Super Ski Nivelliersystem von Moba. Die Sensortechnologie ermöglichte eine präzisere Steuerung der Einbauparameter und eröffnete dem Unternehmen die Möglichkeit, zunehmend komplexere Straßenbauprojekte in Malaysia umzusetzen.
Die Kombination aus Moba Nivelliertechnik und dem Ammann ABG 6870 Radfertiger war ein wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung des Unternehmens. MH Road Builders sieht den Einsatz moderner Technologien als wichtigen Faktor für die Verbesserung von Bauprozessen und die Weiterentwicklung des Straßenbaus in Malaysia.
Erfahrungen aus weiteren Projekten, darunter große Autobahnbaustellen sowie der Bau einer Hochgeschwindigkeits-Teststrecke für einen malaysischen Automobilhersteller, halfen dem Unternehmen dabei, Arbeitsabläufe und Maschineneinsatz kontinuierlich zu optimieren. Mit Beginn der Arbeiten am Jeffrey Cheah Circuit verfügte das Team damit über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit präzisen Einbauanforderungen.

Ammann Maschinentechnik für höchste Einbauqualität
Eine zentrale Rolle beim Bau der Rennstrecke spielte die Vorverdichtung des Asphalts. Die eingesetzte ABG VB 88 Tamper-Bohle unterstützte eine hohe Einbauqualität, indem das Stampfersystem bereits während des Einbaus für eine hohe Materialdichte sorgte. Dadurch konnte die Oberflächenstruktur stabilisiert und der nachfolgende Verdichtungsaufwand reduziert werden.
Auch die Temperaturführung der Bohle war entscheidend. Das integrierte Heizsystem stellte sicher, dass die erforderliche Temperatur über den gesamten Einbauprozess hinweg konstant gehalten wurde. Ian Chong verdeutlicht die hohe Vorverdichtungsleistung der Bohle: „Die Asphaltdecke hinter der Bohle war so vorverdichtet, dass man sofort darauf gehen konnte – ohne Fußabdrücke zu hinterlassen.“
Für MH Road Builders spielte außerdem die hohe Mobilität des Ammann ABG 6870 Radfertigers eine wichtige Rolle. Das Unternehmen setzt die Maschine regelmäßig bei Straßeninstandhaltungsprojekten ein, bei denen schnelle Umsetzungen und flexible Einsatzmöglichkeiten erforderlich sind.
Auch unter hoher Belastung zeigte sich die Leistungsfähigkeit des Fertigers. Die Kombination aus Traktion und Mobilität ermöglichte einen zuverlässigen Betrieb selbst bei vollständig beladenem Kübel. „Der Fertiger hat das problemlos geschafft“, bemerkte Chong. „Der Allradantrieb von ABG war dabei sehr hilfreich.“
Steuerung, Federung und Soft Dock-Technologie
Neben der mechanischen Leistungsfähigkeit überzeugte der Ammann ABG 6870 durch seine Steuerungstechnik. Das intuitive Bedienkonzept stellte den Maschinenführern Echtzeitinformationen zur Verfügung und ermöglichte eine präzise Anpassung wichtiger Funktionen wie Förderschneckengeschwindigkeit und Materialfluss.
Ein weiterer Vorteil war die Vorderradfederung des Fertigers. Sie konnte Unebenheiten im Untergrund, beispielsweise durch von Transportfahrzeugen verlorenes Material, ausgleichen und verhindern, dass diese Störungen auf die eingebaute Schicht übertragen wurden. Dadurch ließ sich eine gleichmäßigere Oberfläche erzielen und der Bedarf an zusätzlichen Nivelliersystemen reduzieren.
Zusätzlich trug die ABG Soft Dock-Technologie dazu bei, die Auswirkungen beim Anfahren und Andocken der Transportfahrzeuge an den Fertiger zu minimieren. Für das Projektteam war jedoch vor allem die Zuverlässigkeit der eingesetzten Technik entscheidend.

Präziser Einbau unter anspruchsvollen Bedingungen
Der Einbau erfolgte über eine Breite von sechs Metern. Auf der sorgfältig vorbereiteten Tragschicht wurden zunächst eine 60 Millimeter starke Binderschicht und anschließend eine 50 Millimeter starke Deckschicht eingebaut.
Um die Ebenheit der Fahrbahnoberfläche weiter zu optimieren, setzte MH Road Builders auf einen Echelon-Einbau. Dabei konnten die Längsnähte noch im heißen Zustand verdichtet werden, wodurch eine besonders homogene Oberfläche entstand. Die Vorverdichtung blieb während aller Bauphasen ein zentraler Bestandteil der Strategie. Das Stampfersystem der Bohle unterstützte dabei die Profilstabilität und reduzierte mögliche Setzungen.
Die anschließende Verdichtung erfolgte mit einem abgestimmten Maschinenkonzept. Eine Ammann ARX 91 Doppelwalze übernahm die erste Verdichtungsphase. Danach folgte eine dreirädrige pneumatische Walze zur Feinverdichtung, bevor eine statische Tandemwalze die abschließende Verdichtung herstellte.
Logistik und Wetter als zusätzliche Faktoren
Neben den technischen Anforderungen stellte auch die Baustellenlogistik eine Herausforderung dar. Das Asphaltmischwerk befand sich mehr als 50 Kilometer von der Baustelle entfernt. Um eine kontinuierliche Versorgung mit Heißmischgut für den Tandembetrieb sicherzustellen, war eine präzise Abstimmung zwischen Produktion, Transport und Einbau erforderlich.
MH Road Builders bereitete sich bereits vor Beginn der Arbeiten intensiv auf mögliche Störungen vor. Die Maschinen wurden umfassend gewartet, während die Bediener gezielt geschult wurden. Neben der sicheren Maschinenbedienung verfügten die Teams auch über Kenntnisse zur Fehlerdiagnose und konnten kleinere Reparaturen direkt auf der Baustelle durchführen.
Die Konstruktion der Ammann Maschinen mit gut erreichbaren Wartungspunkten und einfach austauschbaren Filtern unterstützte dabei eine hohe Maschinenverfügbarkeit. Eine Einflussgröße ließ sich jedoch nicht vollständig planen: das wechselhafte Wetter in Malaysia. Das insgesamt achttägige Bauprojekt wurde lediglich an einem Tag durch starke Regenfälle unterbrochen.
Präzision als Ergebnis aus Technologie und Erfahrung
Die Fertigstellung des Jeffrey Cheah Circuit zeigt, wie entscheidend die Kombination aus sorgfältiger Planung, moderner Maschinentechnik und erfahrenem Personal bei anspruchsvollen Asphaltprojekten ist. Das Super Ski Nivelliersystem von Moba unterstützte die Einhaltung der geforderten Ebenheit, während der ABG-Fertiger und die eingesetzte Bohle eine konstante Vorverdichtung und kontrollierte Materialverteilung sicherstellten.
Das Ergebnis ist eine Rennstrecke, die den hohen Anforderungen des Motorsports gerecht wird und deren Asphaltqualität durch den präzisen Einsatz von Ammann Technik sowie die Erfahrung von MH Road Builders Malaysia realisiert wurde.
Fotos: Ammann




