Holp stellte in Nürnberg RotoTop, RotoX, SafetyFork und weitere Anbaugeräte vor

Auf der GaLaBau in Nürnberg zeigte Holp, wie sich mit drehbaren und beweglichen Anbaugeräten Arbeitsabläufe im Garten- und Landschaftsbau verändern lassen. Im Mittelpunkt des Messeauftritts standen der Drehantrieb RotoTop, der Tiltrotator RotoX und die serienreife SafetyFork. Ergänzt wurde das Programm durch weitere Anbaugeräte wie CutWheel, VarioLöffel und BankettLöffel. Gemeinsam verfolgen die Entwicklungen das Ziel, Bagger seltener umsetzen zu müssen, manuelle Nacharbeiten zu reduzieren und die vorhandene Maschinenleistung konsequenter auszunutzen.
RotoTop reduziert Umsetzvorgänge des Baggers
Holp legt seinen Anbaugeräten nach eigenen Angaben die Vorgabe zugrunde, im Baustelleneinsatz mindestens 25 Prozent Leistungssteigerung zu ermöglichen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der RotoTop. Der Drehantrieb macht Anbaugeräte endlos drehbar und erweitert damit den Arbeitsbereich des Baggers, ohne dass die Maschine für jeden neuen Arbeitswinkel umgesetzt werden muss. Gerade bei den häufig wechselnden Anforderungen im GaLaBau kann sich dieser Ansatz auf die Arbeitsorganisation auswirken, weil sich Tätigkeiten mit dem Bagger erledigen lassen, für die andernfalls zusätzliche Handarbeit oder häufigere Umsetzvorgänge erforderlich wären.
Nach Einschätzung von Günter Holp können die möglichen Produktivitätsgewinne deutlich über der genannten Zielgröße liegen. „Aus unserer Sicht sind 50 Prozent Steigerung kein Problem, einige unserer Kunden im GaLaBau sprechen gar davon, dass sie einen Mitarbeiter weniger benötigen oder Leistungssteigerungen bis um das Dreifache erreichen können“, erklärte Holp. Die tatsächliche Wirkung hängt dabei von Einsatzgebiet, Maschine, Anbaugerät und Arbeitsorganisation ab.
Neben der Produktivität spielt bei einem solchen System auch die Betrachtung über die gesamte Nutzungsdauer eine Rolle. Holp konstruiert den RotoTop auf eine lange Einsatzdauer. Nach dem ersten Baggerleben lässt sich der Drehantrieb nach Herstellerangaben für etwa 20 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten für einen weiteren Einsatz aufbereiten. Beim Modell mittlerer Größe ergibt sich daraus über die Nutzungsdauer eine Investition von rund 1,50 Euro je Betriebsstunde. Der Wert basiert auf der von Holp zugrunde gelegten langen Lebensdauer und der Möglichkeit zur Weiterverwendung des Systems.

RotoX erweitert den Bewegungsbereich
Für Anwendungen, bei denen die Drehbewegung allein nicht ausreicht, zeigte Holp den RotoX. Der kompakt ausgelegte Tiltrotator ermöglicht Schwenkbewegungen von bis zu zweimal 90 Grad und kommt ohne seitlich oder nach oben überstehende Zylinder aus. Dadurch bleibt die Bauform vergleichsweise kompakt, während der Bediener den Arbeitsbereich des Anbaugeräts gezielt ausrichten kann.
Ein weiterer konstruktiver Aspekt ist der Verzicht auf einen Zylinder für die Tiltfunktion. Unternehmer Hans-Peter Bay hebt insbesondere die Sichtverhältnisse und die hydraulische Auslegung hervor: „Der RotoX verschafft mir die beste Sicht auf das Arbeitsfeld, weil er ohne Zylinder auskommt. Außerdem bringt er durch die großen Drehdurchführungen eine hohe Literleistung, die jedes Anbaugerät immer mit ausreichend Öl versorgt.“ Die hydraulische Auslegung ist speziell dann relevant, wenn leistungsintensive Anbaugeräte eingesetzt werden und eine ausreichende Ölversorgung über den gesamten Arbeitsbereich erforderlich ist.
RotoTop und RotoX basieren zudem auf einem Baukastensystem. Ein vorhandener RotoTop kann damit zu einem RotoX umgerüstet werden. Für Anwender eröffnet das die Möglichkeit, eine bestehende Lösung an veränderte Einsatzanforderungen anzupassen, anstatt das komplette System ersetzen zu müssen.

SafetyFork für kontrollierteren Palettentransport
Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts auf der GaLaBau 2026 war die serienreife SafetyFork. Die Palettengabel wurde für den Einsatz an Baggern und anderen Trägermaschinen entwickelt und unterscheidet sich konstruktiv von herkömmlichen starren Palettengabeln. Sie ist pendelnd aufgehängt und kann sich über ein Kreuzgelenk mit zwei Achsen selbstständig ausrichten. Die Ausrichtung erfolgt dabei über die Schwerkraft und folgt damit einem Prinzip, das mit einer frei hängenden Last am Kran vergleichbar ist.
Die Konstruktion soll verhindern, dass Bewegungen des Trägergeräts unmittelbar und starr auf die transportierte Palette übertragen werden. Ruckartige Bewegungen des Auslegers, Schwenkimpulse und Erschütterungen beim Befahren unebener Flächen können dadurch abgefedert beziehungsweise in ihrer Wirkung auf die Last reduziert werden. Das verbessert die Lastführung und kann das Risiko des Verrutschens oder Herunterfallens gegenüber einer starren Palettengabel verringern. Gleichzeitig soll die Konstruktion dazu beitragen, Beschädigungen an Europaletten zu vermeiden.
Die SafetyFork erreicht eine Tragfähigkeit von 2.000 Kilogramm. Ihr Eigengewicht liegt ohne Schnellwechslerplatte bei rund 250 Kilogramm. Für den Einsatz stehen verschiedene Schnittstellen zur Verfügung, sodass die Gabel mit starren Schnellwechslern ebenso kombiniert werden kann wie mit Rotatoren oder Tiltrotatoren.

Neue Vorgaben für Palettengabeln im GaLaBau
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Verschärfung der Richtlinie FBBAU-005. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft hat im August 2026 auf Grundlage einer neuen Gefährdungsbeurteilung die Anforderungen an den Betrieb starrer Palettengabeln konkretisiert. Die Vorgaben betreffen unter anderem den direkten Anbau an Baggern sowie Anwendungen mit Rotatoren, Tiltrotatoren oder Schwenkeinrichtungen.
Eine wesentliche praktische Herausforderung besteht nach Angaben von Holp in der Forderung nach einer zusätzlichen Traglasttabelle für die Kombination aus Bagger und starrer Palettengabel. Dafür sind entsprechende Tests und Nachweise erforderlich. Nach Darstellung des Herstellers haben mehrere große deutsche Baukonzerne deshalb die Verwendung starrer Palettengabeln bereits untersagt, weil die Erstellung eigener Traglasttabellen für die jeweiligen Maschinenkombinationen als nicht praktikabel angesehen wird.
Die SafetyFork fällt nach der von Holp dargestellten Auslegung nicht unter diese zusätzliche Anforderung. Entscheidend ist dabei die Position des zentralen Lastschwerpunkts. Bei Palettengabeln, deren zentraler Lastschwerpunkt sich dauerhaft unterhalb der Aufhängung am Bagger beziehungsweise Schnellwechsler befindet, greift die betreffende Vorgabe nicht. Durch die pendelnde Aufhängung der SafetyFork soll diese Voraussetzung erfüllt sein. Für ihren Betrieb kann damit nach Angaben des Herstellers die vorhandene Hublasttabelle des jeweiligen Baggers herangezogen werden.

Weitere Anbaugeräte für unterschiedliche Baustellenaufgaben
Neben den drei zentralen Exponaten zeigte Holp im Rahmen der GaLaBau weitere Lösungen für typische Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau. Dazu gehörten das CutWheel, der VarioLöffel und der BankettLöffel. Die Geräte sind auf unterschiedliche Arbeitsschritte und Einsatzbedingungen ausgerichtet und sollen gemeinsam mit den Drehantrieben dazu beitragen, Arbeitsprozesse im GaLaBau stärker mit dem Bagger auszuführen und den Anteil manueller Tätigkeiten zu reduzieren.
Damit stellte Holp auf der GaLaBau weniger einzelne Geräte als vielmehr ein aufeinander abgestimmtes Konzept aus Trägergerät, Dreh- und Tilttechnik sowie spezialisierten Anbauwerkzeugen in den Mittelpunkt. Die Messe zeigte zugleich, dass Fragen der Produktivität zunehmend mit Themen wie Lastführung, Arbeitssicherheit, Maschinenauslastung und der langfristigen Wirtschaftlichkeit von Anbaugeräten verknüpft werden. Für den GaLaBau, in dem Bagger häufig auf engem Raum und mit wechselnden Werkzeugen eingesetzt werden, bieten vor allem die Kombination aus endloser Drehbarkeit und zusätzlicher Tiltfunktion Ansatzpunkte für eine andere Organisation wiederkehrender Arbeitsabläufe.
Text: Tanja Buchholz | Fotos: Holp




