Einbau unter Extrembedingungen

Der Vögele Super 1800-5 X bildete den technischen Kern einer umfassenden Deckensanierung an der Zufahrtsstraße zur Burgruine Falkenstein im Allgäu, die mit 1.277 Metern Höhe als Deutschlands höchstgelegene Burgruine gilt. Die Baumaßnahme führte über eine schmale, stark gewundene Serpentinenstrecke und stellte hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Maschinentechnik.
Ziel war es, die Verkehrssicherheit auf der Lebensader zur Burgruine, zum darunterliegenden Hotel und zum Gourmetrestaurant dauerhaft wiederherzustellen, ohne die besonderen topografischen und betrieblichen Rahmenbedingungen dieser hochgelegenen Lage außer Acht zu lassen.
Sanierung einer Straße mit alpinem Charakter
Die Zufahrtsstraße weist über eine Länge von etwas mehr als zwei Kilometern zahlreiche Merkmale auf, die sonst eher aus hochalpinen Regionen bekannt sind. Enge Spitzkehren, steile Längs- und Querneigungen sowie abschnittsweise Fahrbahnbreiten von lediglich rund drei Metern prägen das Bild. Der bauliche Zustand hatte sich über Jahre verschlechtert. Die Fahrbahn war holprig, wies deutliche Setzungen und tiefe Schlaglöcher auf und erforderte eine grundlegende Erneuerung der Asphaltdeckschicht. Gleichzeitig musste der Zugang für Anlieger, Hotelbetrieb und Ausflugsverkehr weitgehend aufrechterhalten bleiben, was die Organisation der Baustelle zusätzlich erschwerte.
Sascha Böck, Geschäftsführer der ausführenden Josef Böck GmbH, beschreibt die Ausgangslage mit Blick auf die Vielzahl an Einflussfaktoren: „Die Baustelle hat sehr viele Raffinessen. Wir haben es mit starkem Gefälle und gleichzeitig sehr engen Kurven zu tun. Das ist eine Herausforderung für den Einbau und die Logistik.“ Die Vorbereitung des Projekts nahm entsprechend viel Zeit in Anspruch. Insbesondere die Mischgutanlieferung erforderte eine detaillierte Abstimmung, da aufgrund der engen Kehren ausschließlich Dreiachser-Lkw eingesetzt werden konnten. Mangels ausreichender Ausweichstellen mussten diese Fahrzeuge auf längeren Abschnitten rückwärtsfahren, was eine exakte Taktung der Lieferkette notwendig machte.

Anforderungen an Technik und Bedienbarkeit
Unter diesen Rahmenbedingungen rückten die Eigenschaften des eingesetzten Straßenfertigers Super 1800-5 X in den Mittelpunkt. Neben der reinen Einbauleistung waren vor allem Wendigkeit, Traktion, Übersicht und eine präzise Steuerbarkeit entscheidend. Der Fertiger musste in der Lage sein, auch bei wechselnden Einbaubreiten und variierenden Schichtstärken ein gleichmäßiges Einbaubild zu erzeugen und sich gleichzeitig sicher entlang der schmalen Trasse bewegen zu lassen. Hinzu kam der schlechte Bestand, der eine saubere Anpassung an den Untergrund verlangte, um spätere Unebenheiten zu vermeiden.
Der Super 1800-5 X als Schlüssel zur Umsetzung
Im mittleren Abschnitt der Maßnahme zeigte der Super 1800-5 X, warum er für diese Aufgabe ausgewählt worden war. Trotz seiner hohen Leistungsfähigkeit bleibt der Fertiger mit einer Länge von 6,15 Metern vergleichsweise kompakt und lässt sich auch unter beengten Platzverhältnissen sicher manövrieren. Die hohe Traktion und die präzise Lenkung des Super 1800-5 X erwiesen sich als wesentliche Vorteile, da auf der einen Seite der Fahrbahn die Felswand ansteht und auf der anderen Seite ein steiler Abhang verläuft. In dieser Situation ist eine millimetergenaue Führung erforderlich, um Kollisionen oder Randabbrüche zu vermeiden.
Sascha Böck zieht nach den ersten eingebauten Abschnitten ein positives Fazit: „Das funktioniert mit dem neuen Strich-5-Fertiger sehr gut. Dank der optimalen Übersicht, der feinfühligen Lenkung per SmartWheel und der exakten Bohlenbreitenverstellung ist der Asphalteinbau in diesen anspruchsvollen Kurven möglich. Der Super 1800-5 X hält die Spur einwandfrei und wir erhalten ein gleichmäßiges Einbaubild, was bei dem vorliegenden schlechten Bestand und variierenden Einbaustärken keine Selbstverständlichkeit ist. Die Pressleiste der Bohle ist dabei sehr hilfreich, um eine hohe Vorverdichtung zu erreichen.“
Eingesetzt wurde die Ausziehbohle AB 500 TP1, die hydraulisch von 2,55 bis 5,00 Metern verstellt werden kann und sich durch feste Verbreiterungen auf größere Arbeitsbreiten erweitern lässt. Diese Flexibilität war insbesondere in Übergangsbereichen von Vorteil, in denen sich die Fahrbahnbreite änderte.

Mensch und Maschine im Zusammenspiel
Gesteuert wurde der Fertiger von Tatjana Drexler, die den Super 1800-5 X entlang der steilen Flanken und engen Kurven sicher führte. Ihr beruflicher Hintergrund liegt ursprünglich in der Gastronomie, wo sie mehrere Jahre auf einer Skihütte tätig war. Auf der Suche nach einer neuen saisonalen Herausforderung fand sie schließlich den Weg in den Straßenbau. „Heute ist es mein Traumjob“, beschreibt sie ihre Entscheidung rückblickend. Sie arbeitet ausschließlich mit Straßenfertigern von Vögele und sieht darin einen bewussten Qualitätsanspruch. „Warum auch, wenn ich eh schon mit der besten Maschine unterwegs bin“, sagt sie schmunzelnd.
Im Arbeitsalltag profitiert sie vom weiterentwickelten Bedienkonzept ErgoPlus 5. Zwar erfordere jede neue Maschinengeneration eine gewisse Eingewöhnung, doch die vertraute Bedienlogik erleichtere den Umstieg erheblich. Die Anordnung der Bedienelemente sei übersichtlich, das SmartWheel ermögliche eine sehr präzise Lenkung auch bei geringen Geschwindigkeiten, und das neue Touch-Display biete zusätzliche Informationen und Einstellmöglichkeiten, ohne den Fahrer zu überfordern.
„Technisch wie optisch sieht man, dass die Maschine spürbar weiterentwickelt wurde“, fasst Drexler ihre Eindrücke zusammen. Gleichzeitig behält sie stets den Überblick über den gesamten Arbeitsbereich und die Kollegen an der Einbaubohle, was auf der schmalen Strecke ein wichtiger Sicherheitsaspekt ist.

Verdichtung auf steiler Trasse
An den Asphalteinbau schloss sich die Verdichtung mit einer Oszillationswalze HD 13 VO und einer HD 10 VT von Hamm an. Die Neigungen der Strecke lagen teilweise bei über 30 Prozent und stellten damit extreme Anforderungen an Mensch und Maschine. In Kombination mit den engen Spitzkehren bestand die Gefahr, dass das Mischgut hangabwärts verschoben oder aufgerissen wird.
Entsprechend vorsichtig mussten die Walzen geführt werden, um eine gleichmäßige Verdichtung zu erzielen, ohne die frische Asphaltdecke zu beschädigen. In dieser Situation erwies sich das 3-Punkt-Pendelknickgelenk der Walzen als entscheidender Vorteil, da es auch unter schwierigen Bedingungen eine stabile Aufstandsfläche und eine gleichmäßige Lastverteilung ermöglicht.
Wiederherstellung der Erreichbarkeit
Nach wenigen Tagen Bauzeit war die Serpentinenstraße zur Burgruine Falkenstein wieder durchgehend befahrbar. Sowohl das Hotel als auch Deutschlands höchstgelegenes Gourmetrestaurant konnten ohne Einschränkungen erreicht werden. Die Kombination aus sorgfältiger Planung, angepasster Logistik und dem Einsatz des Vögele Straßenfertigers Super 1800-5 X mit der Ausziehbohle AB 500 TP1 trug maßgeblich dazu bei, die anspruchsvolle Sanierungsmaßnahme unter extremen topografischen Bedingungen erfolgreich abzuschließen.
Fotos: Vögele




