Zwei neue Stampfer erweitern das Verdichtungsportfolio

Mit der Einführung der Modelle ATR 59 und ATR 66 modernisiert Ammann sein Angebot im Segment der handgeführten Stampfer und ersetzt damit die bisherigen Ausführungen ATR 60 und ATR 68 in den Varianten Classic und Premium. Beide Neuentwicklungen werden ausschließlich in einer einheitlichen Premium-Konfiguration angeboten, wodurch sich die Ausstattung vereinheitlicht und der Zugang zu aktuellen technischen Lösungen unabhängig von der bisherigen Modellwahl gewährleistet wird.
Ziel der Neuausrichtung ist es, Produktivität, Ergonomie und Wartungsfreundlichkeit in einem konsolidierten Produktkonzept zusammenzuführen und gleichzeitig das Maschinengewicht gegenüber der Vorgängergeneration zu reduzieren, ohne Abstriche bei der Verdichtungsleistung in Kauf zu nehmen.
Konstruktion für den Dauereinsatz und verbesserte Ergonomie
Die Auslegung der beiden Ammann Stampfer orientiert sich an typischen Einsatzbedingungen im Leitungs- und Grabenbau sowie bei kleineren Flächenverdichtungen, bei denen Zuverlässigkeit, gleichmäßige Verdichtung und einfache Handhabung im Vordergrund stehen. Der neu gestaltete Haltebügel mit einer Materialstärke von 30 Millimetern, ein angepasster Stampfwinkel sowie eine überarbeitete Höhenverstellung mit integrierter Stoppfunktion sollen eine stabilere Führung der Maschine ermöglichen und gleichzeitig die körperliche Belastung des Bedienpersonals bei längeren Arbeitseinsätzen reduzieren.
Ergänzend dazu wurde das Motorkonzept so verändert, dass die Antriebseinheit näher an den Maschinenkörper rückt, was den Schwerpunkt absenkt und die Kontrolle in beengten Arbeitsbereichen verbessert. Die Absenkung der Nenndrehzahl von 4.300 auf 3.600 Umdrehungen pro Minute trägt zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch und reduzierten Emissionen bei, während die verfügbare Leistung des eingesetzten Honda GXR120-Motors unverändert bleibt.

Ammann setzt auf vereinfachte Wartung und längere Serviceintervalle
Ein zentrales Entwicklungsziel bestand darin, die Stillstandszeiten auf der Baustelle zu reduzieren und den Wartungsaufwand zu begrenzen. Zu diesem Zweck wurde das Luftfiltergehäuse vergrößert und mit einer Selbstreinigungsfunktion versehen, die den Schutz des Motors vor Staub und Schmutz verbessert.
Der werkzeuglose Zugang zu relevanten Wartungspunkten erleichtert die täglichen Sicht- und Funktionskontrollen. In der Summe konnten die Wartungsintervalle gegenüber den Vorgängermodellen um ein Viertel verlängert werden, was sich sowohl auf die Maschinenverfügbarkeit als auch auf die laufenden Betriebskosten auswirkt.
Ergänzt wird dieses Konzept durch ein wartungsfreies Federsystem, das mit Langzeitfett geschmiert ist und über die gesamte Lebensdauer der Maschine eine konstante Verdichtungscharakteristik gewährleisten soll.

Transport und Handhabung zwischen den Einsatzorten
Für den innerbetrieblichen Transport sowie den Wechsel zwischen einzelnen Arbeitsabschnitten steht ein optionales, werkzeuglos montierbares Fahrwerk zur Verfügung, das mit größeren Rädern und einer integrierten Halterung ausgestattet ist. Damit lassen sich die Stampfer auch über unebenes Gelände bewegen, ohne dass zusätzliche Hilfsmittel erforderlich sind. Gerade auf weitläufigen Baustellen oder bei häufigen Standortwechseln kann dies den logistischen Aufwand reduzieren und die Rüstzeiten verkürzen.
Bei der Entwicklung der neuen Stampfer wurden neben der Effizienz der Antriebstechnik auch Aspekte der Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit berücksichtigt. Die Motoren sind für den Betrieb mit synthetischen oder gemischten Kraftstoffen ausgelegt, während verschleißbeanspruchte Bauteile aus widerstandsfähigem Stahl gefertigt sind, um die Standzeiten zu verlängern. Am Ende des Produktlebenszyklus lassen sich die Maschinen und ihre Komponenten in hohem Maße dem Recycling zuführen, was insbesondere für Unternehmen mit eigenen Nachhaltigkeitszielen relevant ist.
Einsatzprofil und Auslegung des ATR 59
Der Ammann ATR 59 ist als universell einsetzbarer Stampfer konzipiert, der bei typischen Verdichtungsaufgaben im Leitungs- und Wegebau eine ausgewogene Kombination aus Schlagkraft und Manövrierfähigkeit bietet. Die offene Gestaltung des Haltebügels ermöglicht eine freie Sicht auf den Stampferfuß, wodurch sich die Positionierung im Arbeitsbereich präziser steuern lässt.
Mehrere Griffpositionen unterstützen eine flexible Handhabung, insbesondere bei Richtungswechseln oder Arbeiten entlang von Kanten. Ziel dieser Auslegung ist es, eine gleichmäßige Verdichtung bei gleichzeitig reduzierter körperlicher Beanspruchung zu erreichen, was sich vor allem bei längeren Einsätzen bemerkbar machen soll.

ATR 66 für höhere Verdichtungsanforderungen
Der Ammann ATR 66 basiert auf derselben konstruktiven Plattform wie der ATR 59, ist jedoch auf Anwendungen ausgelegt, bei denen eine höhere Schlagkraft erforderlich ist, etwa bei stärker bindigen Böden oder größeren Schichtdicken. Trotz des höheren Betriebsgewichts bleibt die ergonomische Auslegung erhalten, sodass Bedienkomfort und Wartungszugänglichkeit auf dem gleichen Niveau liegen. Damit richtet sich das Modell an Anwender, die zusätzliche Leistungsreserven benötigen, ohne auf die Vorteile der vereinheitlichten Bauweise verzichten zu wollen.
Beide Modelle werden von einem Honda-GXR120-Benzinmotor mit einer Nennleistung von 2,7 Kilowatt angetrieben und verfügen über eine Arbeitsbreite von 280 Millimetern. Das Betriebsgewicht beträgt beim ATR 59 rund 61 Kilogramm, während der ATR 66 mit etwa 66 Kilogramm ausgelegt ist. Die technischen Unterschiede konzentrieren sich damit im Wesentlichen auf die Auslegung der Schlagenergie und das resultierende Einsatzspektrum, während die grundlegende Maschinenarchitektur identisch ist.
Unternehmenshintergrund
Ammann ist ein familiengeführtes Unternehmen in sechster Generation mit Produktionsstandorten in Europa, China, Indien und Brasilien. Das Portfolio umfasst Asphalt- und Betonmischanlagen, Verdichtungstechnik sowie Asphaltfertiger, wobei der Schwerpunkt auf Anwendungen im Straßenbau und in der Verkehrsinfrastruktur liegt. Die Entwicklung der neuen Stampfer ist Teil einer fortlaufenden Produktstrategie, bei der bestehende Baureihen schrittweise durch konsolidierte, technisch aktualisierte Plattformen ersetzt werden.
Fotos: Ammann Verdichtung GmbH




